Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
27.04.2020 - von Anne Rütten

Corona-Krise global: Schwerpunkt Asien

COVID-19 hat auch die 13 asiatischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier.

Im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Seitdem ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden. Während sich die Berichterstattung in den Medien auf die Folgen für Deutschland und Europa konzentriert, hat sich das Virus aber auch im asiatischen Raum weiter ausgebreitet und auch die 13 asiatischen Programmländer von Plan International betroffen.

Einschließlich Sri Lanka sind dort insgesamt (Stand 22. April 2020) 120.826 bestätigte Corona-Fälle und 83.560 gesundete Patienten gemeldet. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern bzw. zu verlangsamen, haben alle Plan-Länderbüros trotz Einschränkungen durch Ausgangssperren und Social Distancing Maßnahmen ergriffen, um die Menschen in den jeweiligen Programmländern bestmöglich zu unterstützen und präventiv aufzuklären. Insgesamt erreicht Plan International in Asien mit den diversen Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 5,3 Millionen Menschen, darunter etwa 2,4 Millionen Kinder.

  • In Indien, Indonesien und Timor-Leste wurden bis jetzt über 35.700 Hygiene-Kits an Patenkinder, ihre Familien und die umliegenden Gemeinden verteilt.
  • In Nepal haben bereits über 3.300 Familien finanzielle Unterstützung erhalten. Unter ihnen sind rund 1.400 Familien von Patenkindern. Außerdem wurden dringend benötigtes medizinisches Material in die Gesundheitszentren in den Projektgebieten geliefert.
  • Das Plan-Büro in China verteilte Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung im Wert von 189.000 Euro an Regierungseinrichtungen und lokale NGOs.
  • Plan Laos hat bislang 27 Handwaschstationen in entlegenen Programmgebieten installiert, die rund 135.000 Menschen nutzen können. Außerdem kooperiert Plan mit nationalen COVID-19 Task-Force der Regierung zur Beschaffung von 100.000 chirurgischen Gesichtsmasken für Gesundheitspersonal. Darüber hinaus werden Quarantäne-Center mit Hygiene-Material unterstützt.
  • Plan Bangladesch leistet finanzielle Unterstützung für bis zu 15.000 besonders marginalisierte Patenkind-Familien. Außerdem wurden über 400 Sets persönlicher Schutzkleidung an Anbieter von Gesundheitsdiensten in den Programmgebieten geliefert und Hygiene-Kits für die Gemeinden beschaffen. Gemeinsam mit 25 weiteren lokalen Hilfsorganisationen forderte Plan die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, den vollen Zugang zum Internet wiederherzustellen, damit Geflüchtete, Vertriebene und Aufnahmegemeinschaften mobil auf lebensrettende Informationen über COVID-19 zugreifen können.
  • Plan Kambodscha baut personelle Kapazitäten bei NGOs auf, um Kinder in der Krise psychologisch besser betreuen und unterstützen zu können. Außerdem arbeitet das Länderbüro mit einem Hilfetelefon für Kinder zusammen, um Beratungen und Online-Dienste rund um den Kinderschutz zu entwickeln.

Maßnahmen im Bereich Bildung

Um trotz Schulschließungen die Bildungsmöglichkeiten für Kinder weitestgehend aufrecht zu erhalten, sind viele Plan-Länderbüros kreativ geworden: Plan Indonesien hat Offline-Unterrichtsmodule für Schülerinnen und Schüler in abgelegenen Gebieten konzipiert. Plan Bangladesch hat neben einem Kinderbuch, durch das Kinder spielerisch über notwendige Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden, auch Unterrichtsstunden im Bereich Technik und Wissenschaft entwickelt, die als Teil des Plans der Regierung zur fortlaufenden Bildung im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen. In Thailand produziert Plan in Kooperation mit dem Schulamt und dem Netzwerk für sichere Schulen Unterrichtsmaterial zum Zuhause-Lernen für Schülerinnen und Schüler und bildet virtuell Lehrer aus.

Maßnahmen, um Menschen mit Informationen zu COVID-19 zu versorgen und für Prävention zu sensibilisieren

Um die Menschen mit Informationen zu COVID-19 zu versorgen und für Präventionsmaßnahmen wie richtiges Händewaschen zu sensibilisieren, nutzen die Plan-Büros alle ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle. Plan Bangladesch kooperiert dazu beispielsweise mit Radiosendern und hat ein Kinderbuch entwickelt, durch das Kinder spielerisch über notwendige Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Plan Myanmar verteilte Informations-, Bildungs-, und Kommunikationsmaterial an knapp 15.000 Haushalte. Plan Vietnam, Indonesien und Thailand nutzen zusätzlich die sozialen Medien zur Verbreitung von kinder- und jugendgerecht aufbereiteten Informationen zur Sensibilisierung und Prävention im Kontext von COVID-19. In Nepal entwickelt Plan International aktuell Videobotschaften in Gebärdensprache, um auch Menschen aufzuklären, die nicht gut Hören können. Plan Philippinen schult junge Menschen in Journalismus und Medienproduktion, um jugendgerechte Informationsstücke rund um die Corona-Krise sowie zu psychischer Gesundheit zu produzieren.

Maßnahmen, die speziell Mädchen und Frauen unterstützen

Wie Plan Internationals Studie „Mädchen in Krisenregionen“ gezeigt hat, sind insbesondere heranwachsende Mädchen aufgrund ihres Alters und Geschlechts in besonderem Maße von Krisen betroffen. Sie sind einem höheren Risiko ausgesetzt, sexualisierte Gewalt zu erfahren, gegen ihren Willen verheiratet und infolgedessen früh schwanger zu werden, wodurch sie in den meisten Fällen ihre Schulbildung abbrechen müssen. Einige Plan-Büros haben deshalb begonnen, Maßnahmen und Kampagnen zu starten, die darauf aufmerksam machen und ins Bewusstsein rücken sollen, dass Mädchen und Frauen in besonderer Weise von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind.

So hat beispielsweise Plan Myanmar eine virtuelle, von Jugendlichen auf- und umgesetzte Bildungs- und Schutzkampagne entwickelt, um insbesondere geflüchteten Mädchen und jungen Frauen in 220 Dörfern Schutz zu bieten. Plan Indien hat kurze Videobotschaften von Mädchen produziert, um das Bewusstsein für die Erfahrungen zu schärfen, die Mädchen während der Corona-Krise machen, die über 100.000 Menschen im Land erreicht haben. Außerdem arbeitet Indien mit freiwilligen Rechtsaushilfen zusammen, um Fragen im Zusammenhang mit Kinderheirat während der sozialen Isolation zu diskutieren. Das Länderbüro in Papua-Neuguinea arbeitet mit dem Kinderhilfswerk ChildFund zusammen, um ein nationales Hilfetelefon für Mädchen und Frauen einzurichten, die von geschlechterbasierter Gewalt betroffen sind und ihnen Zugang zu Beratungs- und Vermittlungsdiensten zu verschaffen. Plan Laos entwickelt ein Programm, das speziell heranwachsende Mädchen bei der Rückkehr in den Unterricht unterstützt, sobald die Schulen wieder öffnen.

Angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen hat Plan International Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Diese werden in folgenden Bereichen priorisiert umgesetzt: Gesundheit und Hygiene, einschließlich der Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Kinderschutz und geschlechterbasierte Gewalt, Bildung, Existenzsicherung, einschließlich finanzieller Unterstützung und der Verteilung von Nahrungsmitteln, Teilhabe der Kinder und Gemeinden an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen. Gleichberechtigung, Inklusion sowie Anwaltschaft und Einflussnahme sind bereichsübergreifende Ziele und Teil aller Arbeitsbereiche von Plan – auch und gerade in Krisen.


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