Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
Plan-Mitarbeitende verteilen Hygienekits an Bewohner*innen der Projektgemeinden. ©Plan International
09.07.2020 - von Anne Rütten

Corona-Krise global: Schwerpunkt Asien

Während die Covid-19-Pandemie in Europa etwas abzuklingen scheint, verlagern sich die Brennpunkte der Krise in andere Regionen der Welt. Wie Plan International in Asien die Menschen in den Gemeinden unterstützt, lesen Sie hier.

Im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Seitdem ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden.

Während die Fallzahlen im zuvor schwer betroffenen China sinken, kommt es zu einer Ausbreitung der Infektionen in anderen Ländern sowie der Bildung regionaler Brennpunkte. Insbesondere Indien und Bangladesch, aber auch Indonesien und die Philippinen verzeichneten zuletzt einen starken Anstieg neuer Covid-19-Fälle.

Nachdem starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Reisebeschränkungen verhängt wurden, um die Ausbreitung des Virus' zu bremsen, lockern mittlerweile einige Länder die erlassenen Lockdown-Maßnahmen wieder. Auch Plan International versucht mittels verschiedener Hygienekonzepte den Betrieb in den regionalen Büros wieder aufzunehmen. Zu den Ländern, die bereits weitreichende Öffnungen vorgenommen haben zählen China, Vietnam, Laos und Thailand. Noch unter starken Beschränkungen und somit schwer zugänglich für die Umsetzung von Hilfsmaßnahmen sind die Philippinen, Kambodscha, Timor Leste, Indonesien, Indien und Myanmar.

Nachdem Nepal am längsten komplett abgeschottet war, dürfen dort mittlerweile kleinere Geschäfte wieder öffnen und religiöse, kulturelle sowie auch soziale Veranstaltungen können mit bis zu 15 teilnehmenden Personen stattfinden, sofern die nationalen Abstandsregeln eingehalten werden. Trotzdem kommen Hilfsmaßnahmen dort aufgrund der weiterhin anhaltenden Restriktionen nur schwer an. Sorgen bereitet daher auch die beginnende Regenzeit, durch die in den kommenden Wochen mit Sturmfluten und Erdrutschen zu rechnen ist.

Dementsprechend fallen auch die Einschränkungen für die Kinder und Familien in den Programmgebieten unterschiedlich aus. Während die Schulen etwa in Bangladesch voraussichtlich noch bis mindestens September geschlossen bleiben, findet der Unterricht im wenig betroffenen Vietnam bereits seit Mitte Mai wieder vor Ort statt. Besondere Herausforderungen dabei sind, die Rückkehr insbesondere von Mädchen in die Schule zu gewährleisten sowie den Schulbesuch sicher zu gestalten und Hygienemaßnahmen umzusetzen.

Ein Problem für Familien stellen die ausfallenden Einkünfte aufgrund der Beschränkungen durch Corona dar, da viele nicht ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen können. Dies führt zu einer Verschlechterung der Nahrungssituation, und so sind beispielsweise in Indien bis zu ein Viertel der jungen Frauen akut mangelernährt. Zudem kämpft die Bevölkerung etwa in Teilen von Indien und Bangladesch noch mit den Nachwirkungen des Zyklon Amphan, der im Mai 2020 zu schweren Schäden und Überschwemmungen mit Todesopfern führte.

Insgesamt erreicht Plan International in Asien mit den Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 5,9 Millionen Menschen, darunter etwa 2,4 Millionen Kinder. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • In Indien, Indonesien und Timor-Leste wurden Hygiene-Kits inklusive verschiedener Menstruationsartikel an rund 100.000 Patenkind-Familien und die umliegenden Gemeinden verteilt.
     
  • In Indien konnten darüber hinaus 5.584 Frühverheiratungen von Kindern verhindert werden. Mindestens 92.203 Interventionen wurden von der Organisation Childline durchgeführt, um Kinder in Not während des Lockdowns zu schützen.
     
  • Auf den Philippinen wurden rund 13.500 Familien von Patenkindern mit einer finanziellen Soforthilfe unterstützt.
     
  • Plan Thailand ist dabei, weitere 4.000 wiederverwendbare Mund-Nasen-Schutzmasken und 2.000 Hygiene-Kits zu beschaffen und in den Gemeinden zu verteilen.
     
  • In Nepal haben bereits über 3.300 Familien finanzielle Unterstützung erhalten. Unter ihnen sind rund 1.400 Familien von Patenkindern. Außerdem wurde dringend benötigtes medizinisches Material in die Gesundheitszentren in den Projektgebieten geliefert. Darüber hinaus haben knapp 6.000 in der Grenzregion Banke wartende Saisonarbeiter:innen Nahrungs- und Hygienepakete erhalten.
     
  • Das Plan-Büro in China verteilte Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung im Wert von 189.000 Euro an Regierungseinrichtungen und lokale NGOs.
  • Plan Laos hat rund 30 Handwaschstationen in entlegenen Programmgebieten installiert, die rund 135.000 Menschen nutzen können. Außerdem hat  Plan mit nationalen Covid-19 Task-Force der Regierung zur Beschaffung von 100.000 chirurgischen Gesichtsmasken für Gesundheitspersonal kooperiert. Darüber hinaus werden Quarantäne-Center mit Hygiene-Material unterstützt.
  • Plan Bangladesch leistet finanzielle Unterstützung für bis zu 15.000 besonders marginalisierte Patenkind-Familien. Außerdem wurden über 400 Sets persönlicher Schutzkleidung an Anbieter von Gesundheitsdiensten in den Programmgebieten geliefert und Hygiene-Kits für die Gemeinden beschaffen. Gemeinsam mit 25 weiteren lokalen Hilfsorganisationen forderte Plan die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, den vollen Zugang zum Internet wiederherzustellen, damit Geflüchtete, Vertriebene und Aufnahmegemeinschaften mobil auf lebensrettende Informationen über Covid-19 zugreifen können.
     
  • Plan Kambodscha hat personelle Kapazitäten bei NGOs aufgebaut, um Kinder in der Krise psychologisch besser betreuen und unterstützen zu können. Außerdem arbeitet das Länderbüro mit einem Hilfetelefon für Kinder zusammen, um Beratungen und Online-Dienste rund um den Kinderschutz zu entwickeln. Außerdem wurden 10.600 Handwaschstationen beschafft, die noch im Juli an besonders bedürftige Haushalte verteilt werden.
     
  • Plan Vietnam hat medizinische Ausrüstung an acht kommunale Gesundheitszentren in der Provinz Ha Giang verteilt. Es wird geschätzt, dass rund 27.900 Menschen davon profitierten.

Angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen hat Plan International Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Diese werden in folgenden Bereichen priorisiert umgesetzt: Gesundheit und Hygiene, einschließlich der Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Kinderschutz und geschlechterbasierte Gewalt, Bildung, Existenzsicherung, einschließlich finanzieller Unterstützung und der Verteilung von Nahrungsmitteln, Teilhabe der Kinder und Gemeinden an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen. Gleichberechtigung, Inklusion sowie Anwaltschaft und Einflussnahme sind bereichsübergreifende Ziele und Teil aller Arbeitsbereiche von Plan – auch und gerade in Krisen.

Unsere weltweite Corona-Nothilfe können Sie hier unterstützen:https://www.plan-international.at/jetzt-helfen/start/nothilfe-corona-katastrophe.html


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