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Hunger in der Welt

Für viele Menschen ist das Hungergefühl zum Alltag geworden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass weltweit rund 82,6 Millionen Menschen hungern müssen. Das ist ungefähr jeder neunte Mensch auf der Welt. Doch wo genau ist der Hunger so stark verbreitet und wie kommt es überhaupt dazu?

Was bedeutet Hunger?

Die Erklärung ist einfach: Wenn ein Mensch zu wenig isst, leidet er unter Hungergefühlen. Man spricht also von Hunger, wenn die tägliche Energiezufuhr für einen längeren Zeitraum unter dem Bedarf liegt, den ein gesunder Körper für ein aktives Leben braucht - so definieren es auch die Vereinten Nationen.

Beim Thema Hunger unterscheiden die Vereinten Nationen zudem zwischen chronischem und akutem Hunger.

  • Chronischer Hunger: Fachleute sprechen vom chronischem Hunger oder Unterernährung, wenn Menschen über einen längeren Zeitraum zu wenig Energie, also Nahrung aufnehmen, als sie für ein aktives Leben brauchen. Viele Menschen weltweit leiden unter chronischem Hunger, der meist im Zusammenhang mit Armut auftritt.
  • Akuter Hunger: Akuter Hunger bezeichnet Unterernährung über einen begrenzten Zeitraum.

Der Energiebedarf, den ein Mensch braucht, ist je nach Alter und Aktivität unterschiedlich. Den Schwellenwert bilden 1.800 Kilokalorien. Wenn jemand weniger zu sich nimmt, ist er möglicherweise von Hunger betroffen. So berechnet auch die Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (kurz: FAO) der Vereinten Nationen die Hungerzahlen weltweit.

Viele Menschen in Afrika oder Asien arbeiten in der Landwirtschaft. Sie arbeiten körperlich hart, oft bis zu 14 Stunden am Tag auf dem Feld und sind körperlicher Anstrengung ausgesetzt, somit haben sie auch einen besonders hohen Kalorienbedarf.

Übrigens: In Deutschland liegt der Verbrauch im Durchschnitt bei mehr als 3.500 Kalorien.

 

Wo gibt es Hunger in der Welt?

Obwohl die Zahl der hungernden Menschen weltweit seit dem Jahr 2000 gesunken ist, sind immer noch Millionen Menschen davon betroffen.

Asien
513,9 Millionen

Asien

Afrika
256,1 Millionen

Afrika

Lateinamerika & Karibik
42,5 Millionen

Lateinamerika und Karibik

Andere Länder
6,5 Millionen

andere Länder

Nordamerika und Europa
2,6 Millionen

Nordamerika und Europa

Aus dem Bericht zur Ernährungssituation- und Sicherung der FAO aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass 513,9 Millionen Menschen in Asien hungern, überwiegend in Südasien. Mehr als 12 Prozent der dortigen Bevölkerung sind heute unterernährt.

Auch in den Ländern Afrikas ist die Hungersituation alarmierend. Die Höhe der unterernährten Menschen liegt bei 20 Prozent. Insbesondere in Ostafrika ist die Situation ernst, hier ist ein Drittel der Bevölkerung unterernährt. Nach Angaben des Welthunger-Indexes aus dem Jahr 2019 ist die Lage jedoch auch in anderen Regionen gravierend, besonders in der Zentralafrikanischen Republik. Aber auch andere Länder wie beispielsweise Sambia, Tschad, Jemen und Madagaskar haben mit einer sehr ernsten Hungersituation zu kämpfen. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist in diesen Ländern hier besonders hoch. Sie geht als ein wichtiger Faktor in die Berechnung des Welthunger-Index ein.

In einigen Ländern wie Südsudan, Demokratische Republik Kongo und Libyen, konnten keine ausreichenden Daten erhoben werden. Das spricht in den meisten Fällen dafür, dass auch hier Millionen Menschen unter Hunger leiden.

Auch in Lateinamerika und der Karibik steigen Hunger und Mangelernährung an, dort sind ca. sieben Prozent der Bevölkerung betroffen. Somit spricht man von einem niedrigen bis mäßigem Hungerniveau in der Region.

Für Frauen und Kinder ist es besonders schwer

Hunger betrifft vor allem Kinder und Frauen überall auf der Welt. Frauen haben in armen Ländern aufgrund traditioneller und gesellschaftlicher Normen einen erheblich schlechteren Zugang zu Bildung als Männer und somit auch schlechtere Chancen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Zudem leiden sie oft unter der Doppelbelastung von Feldarbeit und Kindererziehung, die sie in vielen Fällen immer noch alleine stemmen, ohne Unterstützung des Mannes. Als Folge erhalten viele Kinder zu wenig Fürsorge und unzureichende Nahrung. Oftmals fehlt auch das entsprechende Wissen über eine richtige Ernährung und ausreichend Hygiene.

Laut UNICEF kommen rund 20,5 Millionen Neugeborene schon untergewichtig zur Welt, das ist jedes siebte Baby. Rund 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut mangelernährt und mehr als doppelt so viele waren nicht ihrem Alter entsprechend entwickelt. Solche Entwicklungsstörungen sind ein Zeichen von chronischer Unterernährung. Mangelernährung ist auch ein Grund dafür, dass die Kinder anfälliger für Krankheiten sind. Darüber hinaus ist sie mitverantwortlich für die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren. 

Wie entsteht Hunger in der Welt?

Für Hunger und Mangelernährung auf der Welt gibt es verschiedene Ursachen.

Zum einen sind Kriege und bewaffnete Konflikte in einem Land Ursachen für Hunger. Viele Menschen müssen fliehen, ihre Häuser verlassen und sind deswegen nicht mehr in der Lage, ihre Felder zu bewirtschaften. So verlieren sie schnell alles, was sie besitzen. Außerdem wird der Handel schwieriger und Nahrungsmittel teuer.

Auch der Klimawandel ist ein Grund dafür, dass Menschen unter Hunger leiden müssen. Extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels, wie Dürren oder Überschwemmungen, zerstören Felder und Ernten auf der ganzen Welt. Auch dadurch stehen viele Familien von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Hunger ist außerdem eine Folge von Armut. Weltweit sind 700 Millionen Menschen von extremer Armut betroffen. Das bedeutet nach der Definition der Weltbank, dass die Menschen mit weniger als 1,90 Dollar (ca. 1,60 Euro) pro Tag auskommen müssen. Wenn die Menschen so arm sind, können sie nicht für ihre eigene Gesundheit sorgen und nicht in die Bildung und somit das zukünftige Leben der Kinder investieren. Somit bilden Hunger und Armut einen gefährlichen Teufelskreis. Unterernährung ist nicht nur eine Folge von Armut, sie verursacht auch Armut, indem sie von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Die Arbeit von Plan International

Wir vom Kinderhilfswerk Plan International setzen uns in Afrika, Asien und Lateinamerika für die Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung ein. Wir sind in mehr als 50 Ländern aktiv und klären Eltern über ausreichendes Stillen und eine kindgerechte Ernährung auf. So beugen wir Mangelernährung vor.

  • Einkommen sichern: Wir zeigen Einkommensschaffende Maßnahmen auf, damit Eltern in der Lage sind, mehr Geld für eine gesunde Ernährung auszugeben. So tragen wir gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinden bei. 
  • Verbesserung der Gesundheitsversorgung: Wir schulen gezielt Gesundheitshelferinnen und -helfer bei der Behandlung von Kindern, die von Mangelernährung bedroht oder bereits betroffen sind. Wir verbinden unsere Aufklärungsarbeit in den Ländern eng mit Programmen zur Verbesserung der Hygiene- und Sanitärversorgung sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Schnelle Katastrophenhilfe: Im Fall einer Katastrophe leisten wir im Rahmen unserer Nothilfe schnelle und gezielte Hilfe. Wir versorgen die Menschen vor Ort mit angereicherten Nahrungsmitteln und richten Kinderschutzbereiche ein. Denn häufig leiden Kinder besonders unter einer Katastrophe und sind sowohl Hunger als auch Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Unser Ziel ist es, das Leben der Kinder im Katastrophenfall so sicher und normal wie möglich zu gestalten. Zudem stellen wir Übergangsklassenzimmer und Schulmaterial bereit, um den Kindern die Rückkehr in den Schulalltag zu ermöglichen. So haben sie auch im Katastrophenfall Zugang zu Bildung und bewahren die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. 

Infobox: Nachhaltige Entwicklungsziele

Auch die Vereinten Nationen haben das Ziel , den Hunger weltweit bis 2030 zu beenden. Dieses Ziel ist eines von insgesamt 17 Sustainable Development Goals (nachhaltige Entwicklungsziele).

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