Hunger und Mangelernährung stoppen
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Hunger und Mangelernährung stoppen

Laut dem aktuellen Ernährungsreport 2021 der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) und WHO haben zwischen 720 und 811 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. 45 Prozent der Todesfälle bei Kleinkindern unter 5 Jahren sind auf Unterernährung zurückzuführen. Besonders gefährdet sind Frauen, Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Wir von Plan International gehen in unseren Programmgebieten gegen Hunger vor und sind im Katastrophenfall einer Hungernot mit Soforthilfemaßnahmen vor Ort.

Was ist Mangelernährung?

Mangelernährung umfasst sowohl Unterernährung als auch Übergewicht und tritt auf, wenn wichtige Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien fehlen, die der Körper zum Leben braucht. Die Menschen sind deswegen oft krank und können nicht gut arbeiten und lernen. Für Kleinkinder ist ständiger Hunger besonders schlimm. Sie sind nicht nur anfälliger für Krankheiten sondern können auch nachhaltig in ihrer Entwicklung gestört werden. Manche Kinder werden durch Hunger und die fehlenden Nährstoffe sogar blind.

Viele hungernde Kinder sterben an eigentlich harmlosen Infekten oder Erkrankungen wie Durchfall. Mangelhafte Ernährung ist der eigentliche Grund für fast jeden zweiten Todesfall bei Kleinkindern unter fünf Jahren. Es ist eine der größten globalen Herausforderungen, der wir uns stellen müssen.

Es gibt zwei Formen der Mangelernährung: Die chronische Mangelernährung und die akute Mangelernährung.

Das Hauptmerkmal einer chronischen Mangelernährung ist ein relevanter Gewichtsverlust. Die Betroffenen haben einen niedrigen Body-Mass-Index (BMI) und eine verminderte Muskelmasse. Der Körper nimmt dauerhaft weniger Nahrung auf, als er braucht.

Bei einer akuten Mangelernährung kommt es durch eine geringe Nahrungszufuhr zu einem schnellen Abbau an Energie- und Sauerstoffspeichern im Körper. Der Körper beginnt, auf der Suche nach Nährstoffen und nach überlebenswichtiger Energie, sein eigenes Gewebe zu verbrauchen. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel des Körpers, die Temperaturregelung wird gestört und das Immunsystem funktioniert nur noch eingeschränkt. Je größer der Verlust an Muskelmasse und anderem Gewebe ist, desto größer wird die Gefahr für das Überleben.

Im Welthungerindex werden alle Länder auf der Welt erfasst und auf die Ausbreitung von Hunger und Mangelernährung untersucht. Besonders verbreitet ist Hunger in Afrika südlich der Sahara und Südasien. Die Zentralafrikanische Republik (53,6 von 100 Punkten), der Jemen (45,9), Tschad (44,7) und Madagaskar (36,0) werden im Welthunger-Index 2020 als am stärksten von Hunger und Unterernährung betroffene Länder eingestuft. Aber auch die südasiatischen Länder wie Pakistan, Indien, Bangladesch, Myanmar und Kambodscha haben hohe WHI-Werte. Die Situation ist sehr ernst.

Zur Orientierung: Werte von 35,0-49,0 gelten als sehr ernst, Werte über 50 gelten als gravierend.

Was sind die Ursachen von Mangelernährung?

De Ursachen von Hunger in der Welt sind vielseitig und hängen häufig mit Armut zusammen. Menschen, die von Armut betroffen sind, können es sich häufig nicht leisten, sich abwechslungsreich zu ernähren. Dadurch fehlen ihnen bestimmte Nährstoffe, die der Körper zum Leben braucht. Wenn der Zustand lange anhält, sind die Menschen so geschwächt, dass ihnen auch das Arbeiten schwer fällt. Zudem leiden sie an durchgehender Müdigkeit.

Zudem tragen die Folgen des Klimawandels und des Wetterphänomens El Niño wie Dürren und Überschwemmungen ihren Teil dazu bei, dass Menschen hungern. Viele Kleinbauern verlieren ihre wertvollen Ernten und damit auch ihr Einkommen. Sie können sich kein neues Saatgut für ihr Land leisten. Somit gibt es nur kaum oder sehr teure Nahrung. Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Bewaffnete Konflikte und Kriege verschlimmern die Situation zusätzlich. Viele Menschen fliehen vor den Kämpfen ohne ausreichend Nahrung oder Trinkwasser oder verlieren durch zerstörte Handelswege ihre Lebensgrundlage.

Themensammlung

Klimawandel stoppen
Klimawandel

Der Klimawandel ist heute eine der größten Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit und verstärkt die humanitären Krisen beträchtlich. Dürren, extreme Wetterlagen, Überschwemmungen: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage und die Zukunft von Kindern auf der ganzen Welt – insbesondere in den Entwicklungsländern.

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Jetzt Kinderarmut verringern

Viele Kinder müssen in Armut leben, da das Geld, das ihre Familien verdienen nicht zum Leben reicht. Wir von Plan International wollen dies ändern und tragen mit unserer Programmarbeit in mehr als 50 Ländern weltweit dazu bei Kinderarmut zu verringern. Dies erreichen wir unter anderem mit Bildungs- und Einkommensprogrammen.

Wir bekämpfen die Ursachen von Kindersterblichkeit.
Kindersterblichkeit weltweit senken

Traurig, aber wahr: Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter 15 Jahren auf dieser Welt. Dabei handelt es sich um Todesfälle, die oft vermeidbar wären. Die Ursachen sind häufig behandelbare Infektionskrankheiten und Verletzungen. Wir von Plan International arbeiten daran, die Kindersterblichkeitsrate weltweit zu senken. Dies erreichen wir beispielsweise durch Impfungen, mit der Stärkung der Gesundheitssysteme oder durch eine medizinische Versorgung während der Geburt. Helfen auch Sie, Kinderleben zu schützen, und übernehmen Sie eine Plan-Patenschaft.

Diese Lebensumstände sind vor allem für die betroffenen Kinder gefährlich. Auch traditionelle Werte in den Gesellschaften sind eine der häufigsten Ursachen für mangelernährte Kinder: Mädchen haben seltener die Gelegenheit, zur Schule zu gehen. Frauen sind häufig finanziell von ihrem Ehemann abhängig. Gerade wenn sie nicht zur Schule gegangen sind oder diese nicht abschließen konnten, haben sie kaum die Möglichkeit, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Sie kämpfen mit der Doppelbelastung von Feldarbeit und Kinderziehung

Zu wenig Wissen über ausgewogene Ernährung ist ebenfalls eine Ursache von Mangelernährung. Die Eltern wissen oft nicht, wie wichtig es für Kinder im Wachstum ist, gesund und abwechslungsreich zu essen, um ausreichend Nährstoffe aufzunehmen.

Was sind die Folgen von Mangelernährung?

Kavula* aus Südsudan ist durch die zwanghafte Rekturierung einer terroristischen Gruppe von Mangelernährung betroffen - er wurde zwar von Hilfsorganisationen befreit, doch mit den Folgen der Mangelernährung wird er Jahre lang zu kämpfen haben. *Der Name wurde aus Kinderschutzgründen geändert.
Kavula* aus Südsudan ist durch die zwanghafte Rekturierung einer terroristischen Gruppe von Mangelernährung betroffen - er wurde zwar von Hilfsorganisationen befreit, doch mit den Folgen der Mangelernährung wird er Jahre lang zu kämpfen haben. *Der Name wurde aus Kinderschutzgründen geändert. © Plan International

Aufgrund von Mangelernährung sind Millionen Mädchen und Jungen nicht ihrem Alter entsprechend entwickelt.

Kinder, die in den ersten 1000 Tagen ihres Lebens über einen längeren Zeitraum unzureichend ernährt wurden, können bleibende Schäden davon tragen. Ihre körperliche und geistige Entwicklung ist langsam, ihr Immunsystem ist schwach. Durch die vielen Krankheiten haben sie eine geringere Lebenserwartung. Meist bleiben die Kinder im Wachstum zurück und sind nur eingeschränkt leistungsfähig. So kommt es zu schlechten schulischen Leistungen und eingeschränkten Zukunftsperspektiven.

Allein durch Jodmangel der Mutter während der Schwangerschaft kommen jedes Jahr bis zu 20 Millionen Babys mit geistigen Behinderungen zur Welt. Mangelernährung ist ein gegenwärtiges globales Problem.

Was wir gegen Hunger und Mangelernährung unternehmen

Damit die Themen chronischer Hunger und unterernährte Kinder der Vergangenheit angehören, ist viel zu tun. Doch Hunger ist vermeidbar. Wir von Plan International setzen uns als Kinderhilfsorganisation mit verschiedenen Projekten für eine ausgewogene und gesunde Ernährung, besonders bei Kleinkindern, weltweit ein.

Wir setzen uns für die Kinder und vor allem für ihre Gesundheit ein!
Wir setzen uns für die Kinder und vor allem für ihre Gesundheit ein. © Plan International / Hartmut Schwarzbach / argus

In Kambodscha verbessern wir im Rahmen des Projekts "Mangelernährung verhindern" die Wasser- und Sanitärversorgung. Eltern und Gesundheitspersonal lernen in Schulungen viel über eine ausgewogene Ernährung. Somit sollen auch Symptome von chronischen Erkrankungen und Mangelernährung, besonders bei Kindern, schneller erkannt werden.

In Peru unterstützen wir im Rahmen des Projekts "Allin Mikuna: Kinder gesund ernähren" Eltern dabei, nachhaltige Geschäftsideen zu entwickeln, um ein regelmäßiges Einkommen zu erhalten und die gesunde Ernährung der Kinder zu sichern.

Die Projekte werden durch Spenden und Patenschaftseinnahmen finanziert. So ermöglichen wir von Plan International hungernden Menschen und besonders hungernden Kindern eine sorgenfreie Zukunft: Ohne Hunger und Risiken bei der geistigen und körperlichen Entwicklung.

Wir möchten Kindern eine Kindheit ermöglichen. Helfen Sie uns dabei, indem Sie eine Patenschaft übernehmen. © Plan
Wie wir arbeiten

Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert: effizient, transparent, intelligent. Seit mehr als 80 Jahren arbeiten wir daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können. Dabei binden wir Kinder in über 70 Ländern aktiv in die Gestaltung der Zukunft ein.

"Allin Mikuna" Kinder gesund ernähren

In der Provinz Paucartambo sind viele Kinder von Mangelernährung und Blutarmut betroffen. Oft wissen die Eltern zu wenig über Gesundheit und gesunde Ernährung. Hinzu kommen der Klimawandel mit seinen Folgen für die Landwirtschaft und das geringe Einkommen vieler Familien. Im Projekt „Allin Mikuna“ („Gute Ernährung“) unterstützen wir Eltern, nachhaltige klimaangepasste Geschäftsideen zu entwickeln und so ein regelmäßiges Einkommen zu erwirtschaften. In Schulungen lernen sie, wie sie ihre Kinder gesund und ausgewogen ernähren können.

Unsere Soforthilfe bei Hungersnöten

Kommt es in einem unserer Programmgebiete zu einer Hungersnot sind wir als Kinderhilfswerk mit Soforthilfemaßnahmen vor Ort:

  • Wir sorgen für schnelle und lebensrettende Soforthilfe vor Ort
  • Wir versorgen Betroffene mit angereicherten Nahrungsmitteln
  • Wir richten Kinderschutzbereiche ein und sorgen für eine psychosoziale Unterstützung
  • Wir unterstützen die Menschen durch die Verteilung von landwirtschaftlichem Gerät und Saatgut für die nächste Pflanzsaison
  • Wir stellen Übergangsklassenzimmer, Schulmaterial und Schulmahlzeiten bereit, um den Kindern die Rückkehr in den Schulalltag zu ermöglichen

Mehr erfahren: Unsere Soforthilfe bei der Hungersnot im Südsudan, Afrika

Katastrophenvorsorge und humanitäre Hilfe
Katastrophenvorsorge und humanitäre Hilfe

Wir stärken unsere Partnergemeinden vor, während und nach Katastrophen und Krisensituationen.

Weitere Infos: Humanitäre Hilfe

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Ihre Spende für Kinder schenkt nachhaltig Freude!
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Bei unserer Spendenorganisation bieten wir viele Möglichkeiten, um Kindern mit einer Spende zu helfen. Helfen Sie mit, Projekte unseres Kinderhilfswerkes in Afrika, Asien und Lateinamerika nachhaltig zu realisieren und geben Sie Mädchen und Jungen mit Ihrer Geldspende die Chance auf ein besseres Leben.

Gesundheit für Kinder
Gesundheit von Kindern

Das Überleben, gesunde Aufwachsen und die Entwicklung eines Kindes ist eng verflochten mit dem Überleben, der Ernährung und der Gesundheit der Mutter und Fürsorgenden. Es hängt ebenfalls sehr stark davon ab, ob die Familie Zugang zu Gesundheitsdiensten hat und für Kleinkinder lebensbedrohende Krankheiten wie Malaria, Lungenentzündung und Durchfall vorbeugen kann.

Malariaschutz und Malariavorsorge für Kinder in Afrika und Asien.
Kinder vor Malaria schützen

Die Vereinten Nationen melden Erfolge im Kampf gegen Malaria. Weltweit sterben deutlich weniger Menschen an dieser Krankheit als noch vor 15 Jahren – die Zahl der Todesfälle hat sich seit dem Jahr 2000 halbiert. Dennoch bedroht Malaria weiterhin Millionen Menschen, vor allem in Afrika und im Besonderen Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen.

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