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Eine Nahaufnahme einer Hand, auf der vertrocknete Erde liegt
02.11.2026

Klimakrise: Junge Menschen sorgen sich um ihre Zukunft – doch die Politik hört nicht zu

Hamburg, 02.11.2026 – 

Junge Menschen in Deutschland beschäftigen sich intensiv mit der Klimakrise, informieren sich und werden selbst aktiv. Dennoch sieht eine sehr große Mehrheit von ihnen ihre Interessen in politischen Entscheidungen zu wenig berücksichtigt. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland.

Danach sagen 77 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Deutschland, dass ihre Anliegen im politischen Prozess nicht ausreichend Beachtung finden. Zugleich beschäftigt der Klimawandel 76 Prozent der jungen Menschen im Land stark oder sehr stark (82 Prozent der jungen Frauen und 70 Prozent der jungen Männer).

„Die Ergebnisse zeigen eine gefährliche Kluft: Junge Menschen setzen sich intensiv mit der Klimakrise auseinander, sehen ihre Perspektiven aber in der Politik kaum berücksichtigt“, sagt Justus Schneider, Experte für Klimagerechtigkeit bei Plan International Deutschland. „Dabei bestimmen die heutigen Entscheidungen maßgeblich ihre Zukunft. Die Politik muss junge Menschen verbindlich beteiligen und nachvollziehbar machen, welchen Einfluss ihre Beiträge auf konkrete Entscheidungen haben.“

Die Sorgen der jungen Generation richten sich vor allem auf die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf Wetter allgemein (54 Prozent), auf Extremwetter und Naturkatastrophen (32 Prozent) sowie auf eine allgemeine Zukunfts- und Existenzangst (35 Prozent). Mehr als zwei Drittel der jungen Frauen und Männer (69 Prozent) informieren sich deshalb regelmäßig über das Thema Klimawandel.

Viele übernehmen auch selbst Verantwortung: 57 Prozent der jungen Frauen und 46 Prozent der jungen Männer engagieren sich im Alltag für den Klimaschutz – etwa in Gesprächen mit Familie und Freundeskreis, durch Spenden oder die Teilnahme an Aktionen. Dennoch empfinden mehr als die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen (56 Prozent) Ohnmacht, weil sie ihre individuellen Anstrengungen für nicht ausreichend halten, um den Klimawandel zu verlangsamen oder zu stoppen.

Plan International Deutschland bekräftigt anlässlich der am 9. November startenden Weltklimakonferenz in Antalya mit Blick auf den Globalen Süden, dass internationale Klimapläne die besonderen Risiken für Mädchen und junge Frauen berücksichtigen sollten. Klimabedingte Krisen begünstigen Schulabbrüche, geschlechtsspezifische Gewalt, Früh- und Zwangsverheiratungen sowie ungewollte Schwangerschaften. Daher müsste auch in Krisen den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Menstruationsprodukten und Verhütungsmitteln sichergestellt werden.

Über die Umfrage:
Das Meinungsforschungsinstitut forsa befragte im Auftrag von Plan International Deutschland zwischen dem 22. und 29. September 802 Jugendliche und junge Erwachsene über computergestützte Telefoninterviews zu ihren Einstellungen zum Thema Klimawandel


Weitere Informationen und vollständige Umfragedaten:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg

  • Alexandra Tschacher, Teamleitung Media Relations, Tel. 040 607716-278
  • Claudia Ulferts, Referentin Media Relations, Tel. 040 607716-267, E-Mail: presse@plan.de