Hebatallah lernte durch das "Safer Cities"-Projekt, wie sie sich vor Belästigungen schützen kann. © Plan International / Essam Saad
Hebatallah lernte durch das "Safer Cities"-Projekt, wie sie sich vor Belästigungen schützen kann. © Plan International / Essam Saad
23.03.2017

Sichere Städte für Mädchen

In Städten wie Kairo sind viele Mädchen Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Hebatallah und Mariam haben durch das Projekt „Safer Cities - Sichere Städte für Mädchen“ gelernt, sich gegen Belästigungen in ihren Gemeinden stark zu machen. Zusammen mit Plan International haben die beiden 13-jährigen Mädchen im Rahmen der 61. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission ihr Anliegen in New York vorgetragen.

Wie viele Mädchen in Kairo, war auch Hebatallah über das Thema Sicherheit kaum aufgeklärt. Sie wuchs in einer Gemeinde auf, in der Belästigungen zum Alltag gehörten. Durch das Projekt „Safer Cities - Sichere Städte für Mädchen“ von Plan International hat Hebatallah gelernt, sich für ihre Sicherheit einzusetzen: „Ich weiß jetzt, was ich tun muss, wenn ich oder Mädchen in meinem Umfeld belästigt werden. Niemand sollte still sein. Wir alle müssen uns Belästigungen entgegenstellen und unsere Stimme erheben.“

„Safer Cities - Sichere Städte für Mädchen“ ist ein gemeinsames Projekt von Plan International, Women in Cities International und UN-HABITAT, das in den vier Metropolen Hanoi (Vietnam), Delhi (Indien), Kampala (Uganda) und Kairo durchgeführt wird. Es klärt Mädchen und Frauen über ihre Rechte und Chancen auf und stellt so sicher, dass sie den wachsenden Risiken geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt in Städten besser begegnen können. „Ich dachte zum Beispiel immer, dass Sport treiben, vor allem Fußball, nur etwas für Jungen ist. Ich bin so froh, dass ich im Sportunterricht jetzt Fußball spielen darf und habe gemerkt, dass ich richtig gut darin bin. Das hat mir geholfen ein anderes Bild von mir selbst zu bekommen“, erzählt Hebatallah.

Gefahren identifizieren beim „Safety Walk“

Das Projekt hat das Ziel, den Mädchen und Frauen einen sicheren und uneingeschränkten Zugang zu öffentlichen Bereichen, wie Bussen und Märkten zu ermöglichen und ihnen Gehör bei der lokalen Regierung und in der Stadtplanung zu verschaffen. Zu den Projektaktivitäten gehören sogenannte „Safety Walks“ (dt. „Sicherheitsspaziergänge“): In ihren Gemeinden haben die Mädchen der „Safer Cities“-Gruppe gemeinsam die Faktoren identifiziert, die ihnen ein unsicheres Gefühl geben oder echte Gefahrenquellen darstellen. „Fehlende Straßenbeleuchtung und wilde Hunde habe ich vorher nicht bewusst als Gefährdungen meiner Sicherheit wahrgenommen“, sagt Mariam.

Selbstbewusstsein für eigenes Engagement schaffen

Bevor sie an dem Projekt teilnahm, war die 13-jährige Mariam sehr schüchtern. „Ich habe immer geglaubt, dass meine Meinung nicht zählt und es nicht wichtig ist zu sagen, was ich denke“, erklärt sie. Durch die Aktivitäten der Gruppe wurde sie selbstbewusster und hat gelernt, kritische Gedanken auszusprechen. „Wir haben mit Regierungsbeamten gesprochen und die haben versprochen unsere Vorschläge zu berücksichtigen. Ich bin stolz darauf. Kein Erwachsener aus meiner Familie hatte je die Chance, die Regierung zu beeinflussen.“

Mariam und Hebatallah möchten die Erfahrungen, die sie gestärkt haben, mit anderen Mädchen teilen. Ihre Teilnahme an der 61. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission sehen sie als Möglichkeit, für einen Wandel der Lebensbedingungen aller Mädchen auf der Welt einzutreten. „Es ist eine Chance zu teilen, was ich durch das „Safer Cities“-Projekt gelernt habe und von den Erfahrungen anderer zu lernen“, sagt Hebatallah. Mariam ergänzt: „Ich will zeigen, dass von der Investition in Mädchen alle profitieren.“

Auch Plan International fördert im Rahmen von Because I am a Girl unter anderem ein „Safer Cities - Sichere Städte für Mädchen“-Projekt in Indien. In Neu-Dehli werden Mädchen aus den Armenvierteln und Slums gestärkt, für mehr Sicherheit einzutreten.


Interessant? Weitersagen: