Kinder lernen in Nepal mehr über ihre Rechte und wie sich vor Gewalt und Missbrauch schützen können.
Kinder lernen in Nepal mehr über ihre Rechte und wie sich vor Gewalt und Missbrauch schützen können. © Plan International

Kindesmissbrauch und Gewalt stoppen

Täglich werden Kinder Opfer von Missbrauch und Gewalt. Wir von Plan International setzen uns für den Schutz von Mädchen und Jungen ein. Mit intensiver Aufklärungsarbeit informieren wir Kinder, ihre Familien und Gemeinden über die Rechte von Kindern und über Maßnahmen zu ihrem Schutz. Zum Beispiel bauen wir Meldesysteme auf oder stärken bereits vorhandene. Auch wirken wir mit Lobby- und Kampagnenarbeit auf die regionale Politik ein, damit sie Kinder besser schützt.

Gewalt und Missbrauch weltweit stoppen

Unser Ziel ist es sexuelle und gewaltsame Übergriffe auf Kinder und Frauen zu stoppen. So arbeiten wir mit Ihrer Unterstützung dafür, dass die Rechte der Kinder umgesetzt und eingehalten werden. Durch Aufklärung in Schulen zum Beispiel lernen Mädchen und Jungen, welche Rechte sie überhaupt haben. Dabei erfahren sie auch, wie sie sich vor Missbrauch schützen können und wo sie Hilfe erhalten. Wir prüfen Meldesysteme, ob sie für Kinder leicht zugänglich sind, damit sie professionelle Hilfe anfordern können. Diese Anlaufstellen sollten auch in der Lage sein, Erwachsene kompetent zu beraten und Fälle schwerer Kindeswohlgefährdung an die Polizei weiterleiten. Sollte ein solches System nicht ausreichend vorhanden sein, bauen wir es gemeinsam mit den Gemeinden und Partnern neu auf. Dafür müssen Eltern, Lehrkräfte oder Polizist:innen über die Kinderrechte und verschiedenen Formen der Gewalt aufgeklärt werden, damit sie Verstöße und Kindesmissbrauch erkennen – und gegebenenfalls einschreiten – oder ihr eigenes Handeln überdenken können.

Gewalt und ihr Ausmaß

Allgemein konzentrieren wir uns auf die folgenden Formen von Gewalt:

  • Physische Gewalt - dazu zählen unter anderem Ohrfeigen, Treten, Schlagen mit der Faust oder Objekten sowie Gewalt mit Waffen.
  • Psychische oder Emotionale Gewalt - dazu zählen Liebesentzug, systematische Erniedrigung, Kontrolle des Verhaltens, entwürdigende Behandlung sowie Androhung von Gewalt, Mobbing, (Cyber-)Bullying.
  • Sexualisierte Gewalt - dazu zählt alles von sexueller Belästigung bis zu erzwungenem Geschlechtsverkehr
  • Geschlechtsspezifische Gewalt als konkrete Form der sexualisierten Gewalt richtet sich in den meisten Fällen gegen Mädchen und Frauen. Die Täter sind fast ausschließlich Jungen und Männer. So hat zum Beispiel eine Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergeben, dass 70 Prozent der Frauen in Äthiopien und Peru physische und/ oder sexuelle Gewalt seitens ihres Partners erleben.
  • Strukturelle Gewalt - dazu zählt der Missbrauch von Machtpositionen, um eine Person zu kontrollieren oder zu unterdrücken.

InPeru beispielsweise setzen wir uns in Familien, Schulen und Gemeinden gegen Gewalt und Missbrauch an Mädchen und Frauen ein. Oftmals ist den Betroffenen gar nicht bewusst, dass ihnen Unrecht geschieht, da Gewalt für sie zum Alltag gehört und gesellschaftlich akzeptiert ist. Gerade Kinder neigen dazu, die Gewalt gegen sie als begründet anzusehen. Die Mädchen und Jungen wissen nicht, dass sie Rechte haben, unter anderem das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Rechte von Mädchen und Frauen fördern

Mädchen vor Missbrauch schützen
Auch in Ecuador ist Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen leider noch alltäglich. © Plan International / Fabricio Morales

Mädchen in Entwicklungsländern müssen vielfach Gewalt und Missbrauch ertragen. Sie können sich nicht frei bewegen und haben große Angst vor sexueller Belästigung, und Übergriffen. Häufig fühlen sie sich bedroht. Ein Grund für diese verbreiteten Übergriffe ist die geringe Achtung gegenüber Mädchenund Frauen. Mädchen gelten meist weniger als Jungen und werden deshalb öfter vernachlässigt oder gedemütigt.

Obwohl Gesetze und Richtlinien zum Schutz von Frauen vor Gewalt in vielen Staaten vorhanden sind, bieten sie bisher immer noch keinen ausreichenden Schutz. Das liegt auch daran, wie Rechtssysteme Gewalt gegen Frauen auslegen. So gilt Vergewaltigung in der Ehe in vielen Gesellschaften nicht als Verbrechen. Auch fehlen Gesetze, die sexuelle Belästigung verbieten. Vielen Frauen ist nicht bewusst, dass sie ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt haben.

Im Rahmen unserer Anwaltschaftsarbeit setzen wir von Plan International uns dafür ein, dass Reformen beim Rechtsschutz sowie im Bildungs- und Gesundheitssektor durchgeführt und umgesetzt werden. So fordern wir von den Regierungen die Einrichtung effektiver Maßnahmen, die geschlechtsspezifische Gewaltdelikte vorbeugen und ahnden. Wir bieten Fortbildungen für medizinisches Personal an, damit diese Misshandlungen erkennen und einen sensiblen Umgang mit Gewaltopfern führen und sie gegebenenfalls ermutigen und unterstützen, rechtliche Schritte einzuleiten.

So schützt Plan International Kinder vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch

Jedes Kind hat das Recht ohne jede Form von Gewalt, Missbrauch und sexuelle Übergriffe aufzuwachsen. Wir von Plan International haben uns der Umsetzung dieses Kinderrechts verpflichtet und arbeiten gemeinsam mit Gemeinden, Schulen und Regierungen für die Sicherheit und den Schutz von Mädchen und Jungen. Um Machtmissbrauch seitens der Mitarbeiter:innen oder Partnerorganisationen von Plan International zu verhindern, haben wir Richtlinien erarbeitet, die für alle Mitarbeiter:innen bindend sind.

Das zentrale Dokument ist die Kinderschutzrichtlinie, die alle Mitarbeiter:innen von Plan International befolgen müssen. Darin ist zum Beispiel festgehalten, dass wir alle Menschen mit Würde und Respekt behandeln.

Plan International hat sich ebenfalls dazu verpflichtet, jede Form von Machtmissbrauch zu verhindern und auch für den Schutz und die Sicherheit derjenigen, die ihren Verdacht offen äußern, zu sorgen. Das wird in der sogenannten Whistle-Blowing-Policy festgehalten.

In den Programmländern, in denen Plan International tätig ist, müssen alle Mitarbeiter:innen und Partnerorganisationen den sogenannten Code of Conduct unterschreiben. Der folgende Auszug bezieht sich speziell auf sexuelle Übergriffe und Missbrauch von Kindern:  

Ich distanziere mich ausdrücklich von folgenden Verhaltensweisen und werde:

a. weder Kinder noch Jugendliche missbrauchen oder ausbeuten oder sie durch mein Verhalten in Gefahr bringen.
b. keine Beziehung bzw. Geschlechtsverkehr mit unter 18-jährigen Personen eingehen, unabhängig vom vor Ort gültigen gesetzlichen Schutzalter.
c. keine Beziehung bzw. Geschlechtsverkehr mit Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren eingehen, die direkt von den von Plan International durchgeführten Projekten profitieren. Dies könnte u.a. ein schlechtes Licht auf die Glaubwürdigkeit und Integrität von Plan International sowie - aufgrund der unausgeglichenen Machtverteilung - auf die Qualität der Arbeit werfen.  
d. keine physische Gewalt gegen Kinder bzw. Jugendliche anwenden.
e. keine Jugendliche zu Geschlechtsverkehr gegen Geld, Arbeit, Güter/Waren animieren/zwingen und sie zu demütigenden, degradierenden bzw. ausnutzenden Handlungen zu zwingen.
f. keine dienstlichen Rechner, Mobiltelefone, Videos, Digitalkameras oder alle sonstigen elektronischen Geräte benutzen, um mir Zugriff zu pornografischen Inhalten zu verschaffen bzw. mir pornografische Inhalte anzugucken bzw. um pornografische Inhalte zu verschaffen, herunterzuladen oder weiterzuleiten, insbesondere Bilder von Kindern oder Jugendlichen.

Welche Konsequenzen drohen im Falle eines Verstoßes gegen die Richtlinie?

Jeder Verstoß gegen diese Richtlinie wird durch ein Disziplinarverfahren geahndet bzw. den lokalen Justizbehörden gemeldet. Im Falle eines Verstoßes können Sanktionen verhängt und Disziplinarverfahren veranlasst werden, die zu einer möglichen Entlassung, dem Abbruch sämtlicher Beziehungen, vertraglicher und partnerschaftlicher Vereinbarungen sowie gegebenenfalls zu angemessenen rechtlichen oder sonstigen Maßnahmen führen können.

Wie stellt Plan sicher, dass nicht auch in seinen Reihen Missbrauch geschieht?

Unsere Null-Toleranz-Politik gegen Missbrauch, Kindesmissbrauch und Ausbeutung wird unterstützt von unserer Whistle-Blowing-Policy, die es unseren Mitarbeiter:innen ermöglicht, Verstöße anzuzeigen, ohne dass sie dadurch Nachteile befürchten müssen. Auf internationaler Ebene gibt es ein klares Meldeverfahren, das auf Wunsch auch anonymisiert wird. Als Ansprechpartner steht dafür eine unparteiische Ombudsperson zur Verfügung.

Entsprechend unserer Richtlinie werden alle Hinweise sehr ernst genommen.

Wie setzt Plan Deutschland die Kinderschutzrichtlinie um?

  • Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter:innen wird ein Polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Außerdem müssen alle Mitarbeiter:innen die Kinderschutzrichtlinie unterschreiben.
  • Wir sensibilisieren und schulen alle Mitarbeiter:innen sowie alle Kinder und Jugendlichen in unseren Projekten für die Themen Missbrauch und Ausbeutung.
  • Wir veröffentlichen keine personenbezogenen Daten oder die Kontaktdaten von Kindern. Das akzeptieren auch unsere Partneroganisationen und Pat:innen.
  • Der Besuch von Patenkindern ist ausschließlich in Begleitung von Mitarbeiter:innen möglich.

Wie stellt Plan sicher, dass die Kinderschutzrichtlinie umgesetzt wird?

Die Umsetzung unserer Schutzinstrumente wird regelmäßig in jedem Plan-Büro überwacht. Mit Hilfe von festgelegten Standards wird kontrolliert, dass auf allen Ebenen der Organisation der Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bedacht wird, zum Beispiel bei der Einstellung neuer Mitarbeiter:innenr, der Arbeit in den Projekten und auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Alle Mitarbeiter:innen werden für Sicherheit und Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Missbrauch sensibilisiert und geschult, ebenso wie die Familien, mit denen wir zusammenarbeiten. Plan International hat überdies ein globales Risiko-Management-System installiert, zu dem auch die Whistle-Blowing-Policy gehört. Die Mechanismen und ihre Wirkung werden regelmäßig von unserer zentralen Koordinierungsstelle in England überprüft.

Auszeichnung für Kinderschutz für Plan International 2015

Das Kinderhilfswerk Plan International wurde als erste Nichtregierungsorganisation mit dem Level 1 Zertifikat des Netzwerkes Keep Children Safe für seine Kinderschutzrichtlinie ausgezeichnet.

Eine zügige Versorgung der Opfer von Missbrauch ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir richten die Unterstützung für betroffene Kinder und ihre Familien individuell nach deren Bedürfnissen und den Umständen der Tat aus. Zum Beispiel verweisen wir sie an Opferschutz Organisationen, wo sie unter anderem professionelle medizinische und psychologische Betreuung erhalten.

Wir möchten Kindern eine Kindheit ermöglichen. Helfen Sie uns dabei, indem Sie eine Patenschaft übernehmen. © Plan
Wie wir arbeiten

Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert: effizient, transparent, intelligent. Seit mehr als 80 Jahren arbeiten wir daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können. Dabei binden wir Kinder in über 70 Ländern aktiv in die Gestaltung der Zukunft ein.

Kinder schützen und ihre Rechts stärken
Kinderschutz

Kinder sollen ihr volles Potenzial ausschöpfen können – dazu haben wir von Plan International uns verpflichtet. Wir wollen ihr allgemeines Wohlergehen sichern in einer geschützten und unterstützenden Umgebung.

Plan International leistet Entwicklungspolitik
Advocacy- und Kampagnenarbeit

Wir von Plan International leisten Entwicklungszusammenarbeit. Unsere Programme umfassen neben der direkten Zusammenarbeit mit Kindern, Familien und Gemeinden auch die Vertretung ihrer Interessen gegenüber Regierung und Behörden. Erst die Verbindung von Anwaltschafts- und Projektarbeit macht unsere Programme nachhaltig erfolgreich, weil sie so auch auf politischer und institutioneller Ebene verankert werden.

Weiterlesen
Interessant? Weitersagen: