Eine Mindmap auf einem Plakat mit dem Wort "Teilhabe" als Zentrum. Weitere Schlagworte auf dem Plakat sind Selbstbestimmung und Jugendgremium.

MYRA: My Space, Your Rights, Our Agency

Im Modellprojekt „MYRA: My Space, Your Rights, Our Agency“ werden schutzsuchende Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 24 Jahren, die in Unterkünften für geflüchtete Menschen leben, dabei unterstützt, ihre Lebensumgebung – sowohl in ihrer Unterkunft als auch im sozialen Nahfeld – aktiv mitzugestalten. Sie werden befähigt, ihren Alltag selbstbestimmt zu organisieren, ihre Anliegen klar zu äußern und mit Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts sollen anderen Unterkünften nach Projektende in Form von Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt werden, sodass die erfolgreichen Ansätze weitergenutzt werden können.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Hamburg und Leipzig

Projektlaufzeit:
01.07.25 – 28.02.27

Ziele:

  • Schutzsuchende Jugendliche und junge Erwachsene in all ihrer Diversität werden in ihrer Selbstbestimmung und Teilhabe gestärkt.

Maßnahmen:

  • Schutzsuchende Jugendliche und junge Erwachsene in all ihrer Diversität werden in ihrer Selbstbestimmung und Teilhabe gestärkt.
  • Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen setzen sich mit Themen wie Gleichberechtigung, Vielfalt und Rollenbilder auseinander. Dadurch entwickeln sie mehr Selbstvertrauen, Klarheit über ihre eigenen Werte und die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen.
  • Sie erhalten Zugang zu altersgerechten Räumen, Freizeitangeboten und kulturellen Aktivitäten. Das stärkt ihr psychisches und physisches Wohlbefinden sowie ihre Teilhabe.
  • Sie werden ermutigt, ihre Meinung zu äußern und aktiv an Entscheidungen mitzuwirken – in ihrem Alltag, in der Unterkunft und darüber hinaus.
  • Die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene in den Unterkünften werden nachhaltig verbessert.

Was wir für den Projekterfolg tun

Für den Projekterfolg besteht das Projekt aus drei Komponenten:

1. Stärkung der persönlichen Handlungsmöglichkeiten: In Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit wichtigen Fragen rund um das eigene Leben und Miteinander. Dabei geht es um Themen wie Gleichberechtigung, Vorurteile, Diskriminierung, Zukunftsvisionen, Rollenbilder von Männern und Frauen sowie darum, eigene Entscheidungen zu treffen und an sich selbst zu glauben. Die Inhalte der Workshops werden gemeinsam mit den Jugendlichen so gestaltet, dass sie zu ihrer Lebenssituation passen.

2. Zugang zu Freizeit und kultureller Teilhabe fördern: Gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird ein Raum in der Unterkunft so gestaltet, dass er ihren Bedürfnissen entspricht – ein Ort, an dem sie sich wohlfühlen, austauschen und ihre Freizeit selbstbestimmt planen und verbringen können. Betreut wird dieser Raum von jeweils zwei pädagogischen Fachkräften. Neben offenen Angeboten vor Ort, gibt es auch Ausflüge in die Umgebung, wie zum Beispiel ins Kino oder Theater. Ziel ist es, den jungen Menschen neue Zugänge und mehr Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Insbesondere für schutzsuchende Jugendliche ist der Zugang zu solchen Aktivitäten entscheidend, um Ausgrenzung und sozialer Marginalisierung entgegenzuwirken. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bringen sich aktiv und selbstbestimmt in die Planung und Umsetzung der Angebote ein.

3. Mitbestimmung im Alltag stärken: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden eine eigene Gruppe in der Unterkunft gründen, um ihre Interessen zu vertreten. Dabei geht es zum Beispiel darum, Sprachrohre zu entwickeln, um gebündelt Interessen und Wünsche an die Betreibenden der Unterkünfte heranzutragen. Zusätzlich gibt es regelmäßige Treffen mit Jugendbotschafter:innen (Youth-Advocates), die sich mit ihrer Stimme in das gesellschaftspolitische Geschehen in Deutschland einbringen. Durch diese Form der aktiven Mitgestaltung werden demokratische Prozesse erlebbar gemacht und das sozialpolitische Engagement der jungen Menschen gestärkt.

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend