drei Kinder schauen in die Kamera und winken
Bye Bye 2020! In unserem Jahresrückblick schauen wir auf ein herausforderndes Jahr für die ganze Welt zurück. © Plan International
30.12.2020 - von Anne Rütten

Unser Jahr 2020

Bye Bye 2020! Wir blicken zurück auf ein herausforderndes Jahr für die ganze Welt. Doch es gab auch Grund zur Freude! Hier gibt's unsere 10 Most Memorable Moments des Jahres.


1. Plan Deutschland startet eigenen Podcast „Menschenskinder“

Im Januar hat Plan International Deutschland seinen eigenen Podcast „Menschenskinder“ gestartet, in der Moderatorin Marion Kracht Plan-Expert:innen zu spannenden und emotionalen Themen aus dem Plan-Kosmos befragt. In der ersten Folge gab Geschäftsführerin Maike Röttger einen Einblick hinter die Kulissen und erzählte, was sie auf einer Konferenz in Island über Frauen in Führungspositionen Bewegendes erlebt hatte. Die seitdem erschienenen elf Folgen gibt es überall dort zu hören, wo es Podcasts gibt.

2. Beijing25: Gleichberechtigung ist noch längst nicht erreicht!

2020 sollte DAS Jahr der Gleichberechtigung werden, denn einer der wichtigsten Meilensteine für die Gleichstellung der Geschlechter feierte in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum: die Pekinger Aktionsplattform. Darin definierten die Mitgliedsstaaten der UN strategische Ziele und Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen voran zu treiben. Anlässlich dieses Jubiläums wurde zum Weltfrauentag im März 2020 in New York durch UN-Vertretungen geprüft, wie es um die Umsetzung dieser Ziele und Maßnahmen steht. Kurz gesagt: Es könnte besser sein: Von echter Gleichberechtigung kann weltweit nach wie vor nicht die Rede sein. Bestes Beispiel dafür ist die nach wie vor bestehende Lohnlücke zwischen Mann und Frau, auf die Plan International Deutschland im Juli durch eine Kooperation mit Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, unterstützt von Ströer Media, mit einer Plakatkampagne und einer Themenwoche auf Social Media aufmerksam machte. Plan International begrüßte deshalb die Anfang Juli beschlossene und verabschiedete nationale Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung und fordert, dass diese in allen Bereichen umgesetzt wird. Alle künftigen Gesetze und Förderprogramme sollen die Gleichstellung von Frauen und Männern berücksichtigen. Ziele der Gleichstellungsstrategie sind unter anderem die Entgeltgleichheit, die bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, gleichberechtigte Karrierechancen und Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen sowie die Stärkung sozialer Berufe.

3. Ein Grund zur Freude: Plans Ausstellung „Mission 2030“ öffnet die Pforten

Von langer Hand geplant, entwickelt und konstruiert war es im März endlich soweit: „Mission 2030“, Plan Deutschlands Erlebnisausstellung rund um die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele – die so genannten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen – feierte im Museum am Schölerberg in Osnabrück Premiere. Die Mitmachausstellung vermittelt anhand von neun multimedialen Modulen die Bedeutung von ausgeglichenen Lebensverhältnissen, Chancengleichheit sowie einem schonenden Umgang mit Ressourcen für die Zukunft der Welt. Die Eröffnung fiel damit in das Jubiläumsjahr der SDGs, die am 25. September 2015 von allen UN-Mitgliedstaaten verabschiedet wurden und bis zum Jahr 2030 erreicht sein sollten.

4. Corona-Pandemie: Plan und die Welt im Krisenmodus

Und dann war alles anders: Bereits im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Spätestens im März ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden. Die Pandemie trifft insbesondere die Menschen in Ländern des Globalen Südens hart: Nicht nur sind die Gesundheitssysteme nicht vergleichbar mit denen des Globalen Nordens, auch gibt es kaum Möglichkeiten, Hygienemaßnahmen umzusetzen oder ohne schwerwiegende Folgen Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen auszuhalten. Weil sich in Krisensituationen ohnehin schon bestehende Ungleichheiten und bedrohliche Verhältnisse verschärfen, sind Mädchen und junge Frauen besonders von den Folgen der Pandemie betroffen – nicht nur kurzfristig, sondern vor allem auf lange Sicht. So befürchten Expert:innen, dass die Auswirkungen der Pandemie lokal und global die bisher erlangten Fortschritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung um Jahre zurückwerfen.
Um global effektiv auf die Krise reagieren zu können, hat Plan International innerhalb weniger Wochen weltweit seine Arbeit in allen Programmländern angepasst und angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen.
Wie aktuell der Stand in den einzelnen Ländern ist, erfahren Sie in unseren Schwerpunkt-News zur globalen Corona-Krise in Asien, Afrika und Lateinamerika.

5. Plan fordert menschenwürdige EU-Migrationspolitik

Die europäische Migrationspolitik gab Plan in diesem Jahr gleich mehrfach Anlass zur Besorgnis. Im März eskalierte die Situation an der türkisch-griechischen Grenze und die Lage der Geflüchteten dort spitzte sich dramatisch zu. Plan forderte die Bundesregierung auf, schnellstmöglich insbesondere Kinder und Jugendliche mit ihren Familienangehörigen aufzunehmen und ermahnte die EU, gemeinsam mit Griechenland das Recht auf Asyl umgehend wieder zu gewähren und faire Asylverfahren zu ermöglichen. Im Zuge der sich auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie zuspitzenden Situation der Geflüchteten im griechischen Lager Moria, das schließlich im September abbrannte, forderte Plan sowohl Deutschland als auch die EU mehrfach auf, die Unterkunft zu evakuieren und ein europaweites humanitäres Aufnahmeverfahren umzusetzen, um die schnelle Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in die Mitgliedsstaaten zu gewährleisten. Um insbesondere deren Situation zu verbessern, startete Plan International gemeinsam mit sieben weiteren NGOs in Griechenland, Deutschland, Spanien sowie den Niederlanden das länderübergreifende EU-geförderte Projekt PROUD. Mit einem neuen ganzheitlichen Konzept soll die Unterbringung, die schulische und berufliche Bildung sowie die Integration von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Zukunft besser, sicherer und partizipativer gestaltet werden.

6. Die Katastrophen in der Katastrophe: Plan leistet weltweit Nothilfe

Als wäre die globale Corona-Krise nicht schon genug gewesen, gab es leider auch in diesem Jahr wieder einige Naturkatastrophen und Krisen, in denen Plan zusätzlich Nothilfe geleistet und die Menschen in den Programmländern unterstützt hat. So gab es bereits Anfang des Jahres eine schlimme Hungerkrise im südlichen Afrika. Im August erschütterte eine gewaltige Explosion im Hafen die libanesische Hauptstadt Beirut, wodurch die Schwierigkeiten des ohnehin schon krisengebeutelten Landes zusätzlich verschärft wurden. Außerdem wurden einige der Plan-Programmländer von zerstörerischen Wirbelstürmen getroffen: So erreichte Zyklon Amphan im Mai die Küsten von Indien und Bangladesch, Zentral-Vietnam wurde im Oktober gleich dreifach von den Wirbelstürmen Linfa, Nangka und Saudel getroffen und Taifun Goni hinterließ im November auf den Philippinen eine Schneise der Verwüstung. Zuletzt richteten die Super-Taifune Eta und Iota in Lateinamerika große Zerstörung an. Plan International hat in den betroffenen Regionen die humanitären Hilfsmaßnahmen unterstützt - mit Lebensmitteln, Hygieneutensilien und Notfall-Sets. Im Fokus stand dabei immer der besondere Schutz der Kinder in den betroffenen Regionen.

7. Plan verstärkt Arbeit zum Kinderschutz in deutschen Unterkünften für Geflüchtete

Auch in Deutschland hat Plan International die Arbeit zum Kinderschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen in diesem Jahr verstärkt. Gemeinsam mit Kooperationspartner Papilio wurde im April ein Kinderschutzprogramm initiiert, das sich gezielt an Kitas richtet: Das Pilotprojekt „Gemeinsam stark durch den Start“ wird gefördert vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Im Juni konnte Plan International Deutschland nach intensiver Vorbereitungszeit in zwei ausgewählten Hamburger Unterkünften für geflüchtete Menschen im Rahmen eines Covid-19 Response-Einsatzes wieder tätig werden. So konnte Plan einen Beitrag zur Vorbeugung der Übertragung von Covid-19 in Unterkünften für geflüchtete Menschen leisten und die durch Kontakteinschränkungen ausgelösten psychosozialen Auswirkungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien lindern. Außerdem traf Plan Deutschland-Geschäftsführerin Maike Röttger im August Dr. Arne Nilsson, Geschäftsführer des langjährigen Kooperationspartners fördern und wohnen, um die Zusammenarbeit bei dem gemeinsamen Ziel, geflüchtete Familien in die Lage zu versetzen, in unserer Gesellschaft ein selbstbestimmtes Leben zu führen, zu bekräftigen. Im November veranstaltete Plan Deutschland einen digitalen Fachtag zum Thema „Kinderrechte stärke – Integration fördern“ und sprach mit seinen Gästen über die Voraussetzungen zur gleichberechtigten Teilhabe geflüchteter Menschen.

8. Plan Umfrage ergibt: Keine Frau fühlt sich in ihrer Stadt vollkommen sicher

Angelehnt an eine internationale Plan-Umfrage aus dem Jahr 2018 und das „Safer Cities for Girls“-Programm führte Plan International Deutschland zu Beginn des Jahres eine Befragung zur gefühlten Sicherheit von Mädchen und Frauen in deutschen Großstädten durch. Auf der digitalen Safer Cities Map sollten Mädchen und Frauen in Berlin, Hamburg, München und Köln Orte markieren, an denen sie sich in ihrer Stadt besonders sicher oder unsicher fühlen. Die Ergebnisse veröffentlichte Plan im August im „Safe in the City?“-Bericht: Keine Frau fühlt sich in ihrer Stadt vollkommen sicher. Jede vierte Frau wurde in ihrer Stadt schon sexuell belästigt, jede fünfte wurde bereits Opfer von Gewalt, Bedrohung oder Verfolgung. Plan fordert unter anderem eine bessere Beteiligung von Mädchen und Frauen an der Stadtplanung, um das Sicherheitsgefühl in Großstädten zu verbessern. Außerdem müssen schädliche Geschlechterstereotype aufgebrochen und verändert werden.

9. Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte zum neunten Mal in Berlin verliehen

Im September hat Plan International Deutschland gemeinsam mit der Stiftung Hilfe mit Plan den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte verliehen. Mit dem Journalistenpreis werden einmal im Jahr die vier besten Berichte und Reportagen zum Thema Kinderrechte ausgezeichnet. Die Auszeichnung in der Sparte Deutschland/ Österreich erhielt Stefanie Appel für den im Auftrag des Hessischen Rundfunks produzierten KiKA-Beitrag „Bushra. Vertrieben aus Myanmar“. Der diesjährige Peter Scholl-Latour Preis, der für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten verliehen wird, ging an Dennis und Patrick Weinert für die arte Reportage „Kongo: Ebola ist zurück“. Den Preis in der Sparte International erhielt Rinith Taing aus Kambodscha für seinen Artikel „Children of the night“ („Kinder der Nacht“) in der Tageszeitung Khmer Times.

10. Zum Welt-Mädchentag fordert Plan mehr Sicherheit für Mädchen und junge Frauen in sozialen Netzwerken

Highlight war auch in diesem Jahr der Welt-Mädchentag am 11. Oktober. Zu diesem Anlass hat Plan International eine Umfrage zum Thema digitale Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen in den sozialen Medien durchgeführt und die Ergebnisse im Bericht „Free to be online“ veröffentlicht: Der Alltag von Mädchen und Frauen in den sozialen Netzwerken ist geprägt von Beschimpfungen, Drohungen, sexueller Belästigung, der Angst vor Demütigungen und häufig auch von Strategien, um solche Ereignisse zu vermeiden. Dadurch können Mädchen und Frauen ihr Recht, sich sicher und frei in den sozialen Medien zu bewegen, nicht wahrnehmen. Plan International fordert deshalb mit einem offenen Brief Social Media-Unternehmen auf, wirksame und leicht zugängliche Meldemechanismen speziell für geschlechtsspezifische digitale Gewalt zu schaffen, durch die Täter:innen zur Rechenschaft gezogen werden können. Der erste Erfolg stellte sich bereits ein: Die Social Media-Plattform Instagram startete im November zusammen Plan International auf globaler Ebene sogenannte „Listening Sessions“ zum Thema digitale Gewalt.
Diskutiert wurde das Thema bereits vor dem eigentlichen Welt-Mädchentag beim (ersten komplett digitalen) internationalen „Girls Get Equal Live Summit“, den Plan International Deutschland in diesem Jahr ausrichtete.

10 + 1: Ihre und Eure überwältigende Bereitschaft zu helfen!

Am Ende dieses Jahres erlauben wir uns einen Zusatz zu unseren Most Memorable Moments: Denn das Beste an diesem Jahr waren Sie, liebe Patinnen und Paten, Spenderinnen und Spender und freiwillig Engagierte! Ihr Verständnis dafür, dass viele Bereiche der Patenschaften aktuell nicht wie gewohnt umgesetzt und wahrgenommen werden können sowie Ihre Hilfs- und Spendenbereitschaft trotz vielleicht eigener Schwierigkeiten in diesem Jahr war unser absolutes Highlight und dafür möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken! Ob Sie eine Patenschaft abgeschlossen, über unsere sinnvollen Geschenke die Corona-Nothilfe unterstützt, unseren offenen Brief an Social Media-Unternehmen unterschrieben oder sich am Spendenlauf „Kilometerzähler“ beteiligt haben – wir haben gemerkt, dass Sie an der Seite der Kinder dieser Welt waren!
Ein großer Dank geht auch an unsere zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützenden: Ob mit einer Mini-Videoserie wie bei den Youth Advocates, der alljährlichen Pinkifizierung durch die Plan-AGs oder dem politischen Engagement des Jugendbeirats zum Lieferkettengesetz – Ihr habt uns in diesem Jahr wieder aufs Beste unterstützt! Danke!

Ohne Sie und Euch alle könnten wir unsere Arbeit nicht so gut machen! Nur gemeinsam können wir die Welt ein Stückchen besser und gerechter machen und wir freuen uns auf ein neues Jahr 2021 mit Ihnen und Euch!


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