Masern -Nein Danke!
29.03.2019

Masern - Nein Danke!

Masern: Zahlreiche Ausbrüche aufgrund geringer Impfquoten

Impfungen sind eine der wichtigsten und effektivsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Sie schützen nicht nur den Einzelnen und die Einzelne, sondern die gesamte Bevölkerung. Wer geimpft ist, kann selbst nicht erkranken und so auch keine andere Person anstecken. Das ist vor allem relevant für Personen, die selbst nicht geimpft werden können wie beispielsweise Frühchen und Menschen mit eingeschränktem Immunsystem. Bei einer Impfquote von etwa 95% kann die so genannte Herdenimmunität erreicht werden.

Unter den Infektionskrankheiten gelten die Masern als eine der ansteckendsten Erkrankungen. In vielen Teilen der Welt sind sie Ursache für eine erhöhte Kindersterblichkeit. Das Virus wird durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Atemluft gelangen. Noch 1980 starben etwa 2,6 Millionen Menschen an den Masern, 2011 waren es bereits weniger als 90.000. Das Ziel, die Masern ganz auszurotten, schien gut erreichbar. Durch neue Entwicklungen liegt das Ziel jedoch jetzt in weiter Ferne. Alleine in der EU stieg die Quote der Infizierungen mit Masern 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 300%, eine erschreckende und gefährliche Entwicklung. Erst kürzlich mussten in Hildesheim Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer vom Unterricht ausgeschlossen werden, weil sie nicht geimpft waren. Zuvor hatte es dort mehrere Neuinfizierungen mit Masern gegeben, weshalb die Schulleitung zu dieser Maßnahme greifen musste. Nun ist auch ein Kind in einer Schule in Hannover erkrankt.

Die WHO hat Impfgegner als globale Bedrohung eingestuft und erklärt sie somit als ähnlich gefährlich wie Umweltverschmutzungen, Ebola oder zunehmende Resistenzen von Keimen gegen Antibiotika. Aber warum lassen sich viele Menschen nicht mehr impfen oder verweigern die Impfung ihrer Kinder? Sie zweifeln häufig an der Notwendigkeit, halten Impfungen nur für eine Geldmacherei der Pharmaindustrie oder sehen Impfungen als gesundheitsgefährdend an. In manchen Kreisen ist sogar die Rede davon, dass Impfungen Autismus auslösen, obwohl diese These bereits mehrfach wissenschaftlich widerlegt wurde. Auch sprechen die Fakten eindeutig für eine Impfung, hier am Beispiel der Masern:

Komplikationen der Impfung

  • weniger als als jede und jeder 10.: Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag
  • jede und jeder 1000.: Fieberkrämpfe
  • weniger als 1 aus 1 Millionen: neurologische Schäden

Komplikationen der Masernerkrankung

  • jede und jeder 20.: Mittelohrentzündung
  • jede und jeder 100.: Lungenentzündung
  • jede und jeder 1000.: Enzephalitis (Gehirnentzündung), davon bis zu 0,5% mit tödlichem Verlauf und 30% mit Nervenschäden
  • bis zu 60 von 100.000 Kindern entwickeln eine tödliche Panenzephalitis

Noch immer stirbt 1 von 1000 Masern-Erkrankten, die Wahrscheinlichkeit eines Impfschadens aber liegt nur bei etwa 0,00008%. In den vergangenen zehn Jahren hätten alleine in Deutschland durch Impfungen 190.000 Todesfälle verhindert werden können. Schon nach dieser kurzen Gegenüberstellung ist leicht ersichtlich, wie viele Vorteile Impfungen uns bieten. Es ist daher von großer Bedeutung, die Forschung auf dem Gebiet der Impfungen voran zu treiben sowie zweifelnde Menschen über die Vorteile von Impfungen aufzuklären und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Außerdem sollte über eine Impfpflicht diskutiert werden, wie sie bereits in anderen Ländern wie Frankreich und Ungarn gilt. Ihr fragt euch, wie Impfungen überhaupt funktionieren? Dann haben wir hier ein tolles Video für euch gefunden.

Text: Susan und Luisa aus dem Plan-Jugendbeirat 


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