Teenagerin trägt Schulrucksack und Notizblock, unterwegs in einer ländlichen Gegend. Bildung als Schlüssel für die Zukunft.
09.04.2026 - von Katharina Hofmann

Langzeitstudie von Plan International: Pubertät gefährdet Fortschritte für Mädchen

Der Abschlussbericht der Langzeitstudie „Real Choices, Real Lives“ von Plan International macht deutlich: Die Pubertät ist ein entscheidender Wendepunkt für die Chancengleichheit von Mädchen

Mit dem Abschlussbericht der Langzeitstudie „Real Choices, Real Lives“ veröffentlicht Plan International die Ergebnisse von 18 Jahren Forschung: Von 2006 bis 2024 begleitete die weltweit einzigartige Studie 142 Mädchen von der Geburt bis ins junge Erwachsenenalter in insgesamt neun Ländern: Benin, Brasilien, Dominikanische Republik, El Salvador, Kambodscha, Philippinen, Togo, Uganda und Vietnam. Ziel der Untersuchung war es, zu verstehen, welche Faktoren die Entwicklung und Chancen von Mädchen beeinflussen sowie Fortschritte und Herausforderungen aufzuzeigen. 

Die wichtigste Erkenntnis: Mädchen haben heute mehr Chancen als die Generation ihrer Mütter – vor allem durch bessere Bildung. 65 Prozent der Teilnehmerinnen besuchten zum Abschluss der Studie im Alter von 18 Jahren noch die Schule oder hatten ihre Sekundarschulbildung abgeschlossen (im Vergleich zu 28 Prozent der Mütter). 

Doch die Studie zeigt auch, wie brüchig diese Fortschritte sind. Die Pubertät erweist sich dabei als zentraler Zeitpunkt für die Mädchen, an dem ihnen oft der Weg zu gleichen Chancen versperrt wird: Die Erwartungen an sie verändern sich, ihre Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt, sie übernehmen mehr unbezahlte Care-Arbeit und tragen zunehmend Verantwortung für ihre eigene Sicherheit. Gleichzeitig steigt das Risiko für Gewalt, frühe Schwangerschaft oder Schulabbrüche.

Jenseits der Pubertät tragen noch weitere äußere, globale Faktoren dazu bei, dass die Lebensrealitäten der Mädchen zunehmend unter Druck geraten: Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheiten oder etwa ein wachsender politischer Gegenwind für Mädchenrechte bedrohen ihre hart erkämpften Fortschritte. 

„Unsere Studie zeigt eindrucksvoll: Es reicht nicht, Mädchen einen guten Start zu ermöglichen. Gerade im Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben braucht es gezielte Investitionen in Bildung, Schutz und Teilhabe, um Chancengleichheit und ihre Zukunftsaussichten nachhaltig zu sichern und Rückschläge zu verhindern“, betont Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland.

Die ausführlichen Ergebnisse von „Real Choices, Real Lives“ finden Sie auf unserer Landingpage: https://www.plan.de/presse/umfragen-und-berichte/real-choices-real-lives.html