Geschichte vom Frosch
Die Kinder in Jurao freuten sich besonders über die Geschichte vom Frosch. (Foto: Plan)
03.12.2013 - von Maike Schulz

"Jetzt wissen wir, dass wir nicht alleine sind"

Erfahrungsbericht von Fabian Böckler, Plan Deutschlands Katastrophenschutzexperten aus Leyte

Jurao ist ein Barangay (Dorf), das zur Gemeinde Julita gehört - eine von insgesamt zwölf Gemeinden in Leyte, in denen Plan seit vergangener Woche tätig ist und humanitäre Hilfe leistet. Das Barangay ist ziemlich weit abgelegen. Vom Zentrum in Julita benötigt man weitere 45 Minuten, um das Dorf zu erreichen. Es befindet sich inmitten einer Kokosnuss-Plantage. Seine Bewohner zählten bereits vor dem Taifun zu den ärmsten Bewohnern des Insel-Staates.


An den kinderfreundlichen Aktivitäten in Jurao nahmen insgesamt 57 Kinder zwischen sechs und 15 Jahren teil. Die Mädchen und Jungen hatten nach sovielen Tages des Leides nun die Möglichkeit, ihre Gefühle zu zeigen und endlich wieder das tun, was Kinder in diesem Alter tun sollten: Spielen und ihre Zeit genießen. Sichtlich viel Spaß hatten sie beim Vorlesen der Geschichte des Frosches, bei der sie aufgefordert wurden, die Szenen schauspielerisch nachzustellen. Die Moral der Frosch-Geschichte ist dabei, dass jedes einzelne Kind eine eigene Gabe und besondere Charaktereigenschaften hat. Die Eltern erhielten zeitgleich eine zweistündige Einführung zum Thema Kinderschutz in den lokalen Sprachen Tagalog und Warray.

Arlin Culas, Leiterin des Barangays und Mutter eines achtjährigen Mädchens, beeindruckte mich sehr, als sie uns nach der Verteilung der Hilfsgüter ansprach und uns ihre Dankbarkeit wissen ließ: „Ich bin sehr glücklich und sicherlich empfinden die anderen Gemeindemitglieder das genauso. Durch die Zelte, die wir bekommen haben, können wir nun wieder gut schlafen. Wir müssen keine Angst mehr haben, wenn es regnet, weil sie uns schützen. Plan International ist die einzige Organisation, die unser Barangay bisher besucht hat und uns unterstützt. Jetzt wissen wir, dass wir nicht alleine sind. Wir brauchen noch mehr Unterstützung: Nahrungsmittel, Wasser und medizinische Versorgung, aber zumindest haben wir jetzt schon einmal richtige Unterkünfte, in denen wir mit unseren Kindern wohnen können. Ich danke Plan von Herzen.“

Dankbarkeit, Gastfreundschaft, Hoffnung

Besonders gerührt war unser Team, als Arlin Culas jedem von uns nach den Aktivitäten ein Stück in Kokosnussmilch zubereitete Casava (Maniok) servierte. Trotz der Nahrungsknappheit und der begrenzten Dinge, die sie und die Menschen in Jurao haben, war es ihr so wichtig, das wenige Essen, das sie hatte, mit uns zu teilen. Und ich konnte die tiefe Ehrlichkeit fühlen, mit der sie es uns anbot. Trotz der großen Not, in der sie sich befindet, kann ihr niemand ihre Menschlichkeit und ihr großes Herz nehmen. Und auch nicht die Hoffnung, die sie in sich trägt.

Menschen wie die in Jurao sind auf die Hilfe von Organisationen wie Plan International angewiesen. Sie dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden, da sie aus eigener Hand nicht überleben können.

 

Die Nothilfe in den Philippinen könnt ihr hier unterstützen.


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