Dorothee Ritz in Benin
© Plan International
05.02.2019 - von Plan Redaktion

Der Schlüssel zur Zukunft heißt Bildung

Ein Betrag von Frau Dr. Dorothee Ritz – General Manager Microsoft Österreich und Vorstandsmitglied Plan International

Die Vision von Microsoft lautet „EMPOWER EVERYONE to achieve more” – eine ehrgeizige Vision, die uns in unserer täglichen Arbeit antreibt. Wir können sie verfolgen, weil es uns als Unternehmen sehr gut geht und wir privilegierte Lebensumstände genießen. Nicht alle haben so viel Glück. Je nach Lebensrealität kann unsere Vision unterschiedlichste Bedeutungen haben. Daher haben wir neben Initiativen wie Microsoft Technology for Social Impact die großartige Möglichkeit, unsere Vision auch im Rahmen von Microsoft Volunteer-Tagen in gemeinnützigen Projekten Realität werden zu lassen.

Im Januar durfte ich wieder die Arbeit des Kinderhilfswerks Plan International in Benin, Westafrika, hautnah miterleben. Plan hat sich der Förderung von Kindern und ihren Familien verschrieben, um den Teufelskreis von Armut, schlechtem Zugang zu Nahrung, Trinkwasser, medizinischer Versorgung und Bildung zu durchbrechen. Dass mich Microsoft in meinem sozialen Engagement als Vorstand von Plan International DACH fördert, empfinde ich als bestes Empowerment, das ich mir vorstellen kann.

Drei Tage lang konnte ich mir in Benin ein Bild von den Lebensumständen der rund 30.000 Plan International Patenkinder und den Projekten vor Ort machen – in der Hauptstadt Cotonou und landeinwärts in der Umgebung von Bohicon. Eines wurde mir dabei wieder besonders klar: Bildung ist Zukunft.

Benin hat 10 Millionen Einwohner. Die Lebenserwartung liegt bei 60 Jahren, die Kindersterblichkeit ist mit 98 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeborenen hoch (zum Vergleich: in Österreich sind es 4 pro 1.000). Die Alphabetisierungsrate beträgt bei Männern 64 Prozent, bei Frauen nur 41 Prozent. Über die Hälfte der erwachsenen Frauen können also weder lesen noch schreiben.

Bei Plan gibt es daher viele Projekte, die besonders Mädchen fördern, ausbilden und ihnen eine Zukunft geben. Um den Kreislauf von Kinderheirat, Gewalt, Frühschwangerschaften und mangelnder Gesundheit zu durchbrechen, werden Mädchen ermutigt, zur Schule zu gehen und Unabhängigkeit in einem eigenen Einkommen zu suchen. Die wichtigsten Ziele sind eine gute (Aus-)Bildung und die Teilnahme an der Wirtschaft.

Eine Stunde Fahrt von Bohicon entfernt, in Djidja, befindet sich eines der Ausbildungszentren von Plan: fünf offene Häuser rund um einen großen Sandplatz. Derzeit werden dort rund 300 Kinder, darunter 80 Mädchen, in den Bereichen Landwirtschaft, Bau, Mechanik, Kochen, Schneidern oder Schreinern ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt allerdings auch heute noch ohne Elektrizität. Der Direktor möchte nächstes Jahr den Lehrgang Solaranlagen und -Betrieb starten – ein Lehrgang mit Zukunft, denn Solarpanele gibt es viele, aber kaum jemand kann sie einbauen oder betreiben. 

Mit Solarenergie könnte die Schule auch endlich an den Strom angeschlossen und mit PCs ausgestattet werden. Damit stünde einer IT-Ausbildung nichts mehr im Wege. Heute gibt es zwar in jedem noch so entlegenen Dorf Handys und mobiles Internet ist fast überall in Afrika verfügbar, aber es mangelt an Wissen und flächendeckender Bildung, wie man die neuen Technologien einsetzen kann. Digitale Fähigkeiten werden weltweit immer stärker nachgefragt, für die Menschen in Benin wäre das ein weiterer Schritt in eine bessere Zukunft.

Damit sich die Menschen in Benin eine Zukunft aufbauen können, ist das Djidja Vocational Training Center auch Heimat eines Entrepreneur-Clubs. Die 30 Mitglieder unterstützen sich gegenseitig, ein kleines Geschäft aufzubauen und erhalten im Trainingscenter entsprechende Fortbildung. Es sind junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, die z.B. gelernt haben, sich gegenseitig Geld zu leihen – erst waren es 2000 CFR, heute über ein Microfinanz Institut bis zu 200.000 CFR (300 €). Dank der Gemeinschaft und dem Erfahrungsaustausch können heute viele ihre Familie versorgen und sogar Männer und Frauen aus der Gemeinde einstellen. 

Eine von ihnen ist Annemari, eine junge Frau, Mutter von drei Kindern und Besitzerin eines IT-Shops: „Ich kann heute meine Familie ernähren. Das gibt mir Unabhängigkeit und Achtung von meinem Mann“, erzählte sie mir mit einem breiten Lächeln. Annemari hat gelernt, Mais anzubauen und auf dem Markt zu verkaufen. Von dem Geld hat sie sich ein Motorrad gekauft und ist aus der Lehmhütte mit ihrer großen Familie in ein Steinhaus gezogen. Mit der Hilfe des Sparclubs hat sie gelernt, Mobiltelefone zu reparieren und hat einen IT-Shop im nächsten Ort eröffnet. Heute kann sie ihre Kinder zur Schule schicken. Das macht sie sehr stolz.

Es sind die Stärke, die Energie und der Wille der Menschen und ganz besonders der Frauen, die mich jedes Mal auf diesen Reisen mit Plan International beeindrucken. Ich hoffe, dass viele Menschen wie Annemari durch unseren Einsatz bei Microsoft Zugang zu IT und Bildung bekommen – und damit die Chance auf eine bessere Zukunft. Verdient haben sie es allemal.

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