Die Flüchtlinge haben meist keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen. Mahmud / Map / Plan International
Die Flüchtlinge haben meist keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen. Mahmud / Map / Plan International
25.10.2017

Rohingya: Katastrophale Zustände in den Flüchtlingscamps

Update 24.10.: etwa 600.000 Royingya sind bereits geflohen.

19.10.2017: Etwa 515.000 Royingya sind seit August dieses Jahres vor der eskalierenden Gewalt in Myanmars Rakhine Staat in das benachbarte Bangladesch geflohen.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die in den Flüchtlingslagern rund um die Stadt Cox's Bazar im Süden des Landes ankommen, sind Kinder - knapp ein Drittel von ihnen ist unter 5 Jahren. Viele von ihnen kommen alleine und ohne Familienangehörige. Das Risiko, dass sie Opfer von sexuellen Übergriffen, Zwangsheirat, Gewalt oder Kinderhandel werden, ist dadurch extrem hoch.

In einem Bericht der UN Menschenrechtsagentur (OHCHR) schildern Zeugen, wie Sicherheitskräfte in Myanmar ganze Dörfer anzündeten. Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen, Folter und Angriffe auf Zivilisten sind keine Seltenheit. „Die Sicherheitskräfte umzingelten unser Haus und begannen zu schießen. Es herrschte Panik - sie erschossen meine Schwester vor meinen Augen. Sie war erst sieben Jahre alt“, berichtet ein 12-jähriges Mädchen aus dem Township Rathedaung in Myanmar. „Wir hatten keine medizinische Hilfe und sie blutete so sehr, dass sie nach einem Tag starb. Ich habe sie selbst begraben."

Neuankömmlinge leben in spontanen Siedlungen, in denen der Bedarf an humanitärer Hilfe zunimmt. Die meisten Flüchtlinge leben von nur einer Mahlzeit pro Tag und haben keine Einkommensquelle. Der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist stark begrenzt, die Menschen trinken von Reisfeldern und anderen unsicheren Wasserquellen im Freien. Für Mädchen ist die Gefahr von sexueller Gewalt besonders groß. „Ich fühle mich nicht sicher. Wenn ich das Zelt verlasse, starrt mich jeder an. Deshalb bleibe ich meistens drinnen“, sagt die 13-jährige Nurkaida, die zusammen mit ihrer Mutter aus ihrer Heimat nach Bangladesch geflohen ist.

Zwar geht die Anzahl der Menschen, die täglich in den Camps eintreffen, langsam zurück - doch ist wahrscheinlich, dass tausende Flüchtlinge an der Grenze zu Bangladesch darauf warten, sie überqueren zu dürfen. Zudem hat das Militär in Myanmar Landminen verlegt und Dörfer niedergebrannt, um zu verhindern, dass die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren.

Plan International setzt Nothilfe-Maßnahmen ein, damit die Menschen mit Trinkwasser, Hygieneartikel und sanitären Anlagen wie etwa Latrinen versorgt werden. Dazu werden Schutzzonen für Kinder eingerichtet, um ihnen ein Stück Normalität mit Spielmöglichkeiten und psychologischer Betreuung zu ermöglichen.

Mit unserem Nothilfe-Fonds wird es möglich, Kindern und ihren Familien in Notsituationen schnell und unbürokratisch mit Hilfsgütern zu helfen.

Ihre Spende hilft! Unser Spendenkonto:
Plan International
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