Definition Kinderarbeit
Oscar lebt mit seiner Schwester und seiner Mutter in einem Plastikzelt in der Nähe einer Goldmine. © Erik Thallaug / Plan International.

Definition Kinderarbeit

Weltweit übernehmen Kinder jeden Tag kleine Aufgaben. Sie helfen zum Beispiel im Haushalt oder verrichten für ihr Alter angemessene Arbeiten nach der Schule. Diese Tätigkeiten stärken ihre persönliche Kompetenz und lehren sie, Verantwortung zu tragen. Doch ab wann spricht man von Kinderarbeit? Und was sind die verschiedenen Erscheinungsformen der Kinderarbeit?

Laut Definition der UN-Kinderrechtskonvention und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO bezeichnet Kinderarbeit jegliche Arbeit von Minderjährigen, die negative Folgen für ihre geistige, soziale und gesundheitliche Entwicklung hat und die die Grundrechte der Kinder auf Bildung, Gesundheit, Schutz und Beteiligung verletzt.

Wer ist die ILO?

Die International Labour Organization ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die ihr Handeln nach bestimmten Grundprinzipien ausrichtet. Diese sind unter anderem die Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit und das Verbot der Diskriminierung im Beruf. Insgesamt besteht die Organisation aus 187 Mitgliedsstaaten.

In der ILO-Konvention 138 aus dem Jahr 1973 definierte die ILO die Grundlagen für den Begriff Kinderarbeit und legte Altersbegrenzungen fest. Diese Konvention haben bis heute 180 Staaten unterschrieben. Sie verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, die Abschaffung von Kinderarbeit sicherzustellen. Doch wo liegen die Altersbegrenzungen bei Kinderarbeit? Und welche Formen gibt es?

Arten der Kinderarbeit

Kinderarbeit wird in drei Stufen eingeteilt: leichte, allgemeine und gefährliche Arbeit.

Leichte Arbeit schadet den Kindern weder physisch noch psychisch. Sie hindert die Kinder nicht daran, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Die Kinder arbeiten in der Regel wenige Stunden in der Woche. Diese Beschäftigung ist für 13 - 15-jährige angemessen. 

Für die allgemeine Arbeit liegt das Mindestalter bei 15 Jahren. Dabei muss die Arbeit mit dem Ende der Schulpflicht zusammen passen. Denn nur, wenn Kinder eine schulische Grundbildung erhalten haben, können sie gut vorbereitet ins Arbeitsleben starten.

Die Konvention 138 wurde durch die Konvention Nr. 182 ergänzt, in der die schlimmsten Formen der Kinderarbeit definiert werden - gefährliche Arbeiten. Dazu gehören alle Tätigkeiten, die Kinder physischem, psychischem oder sexuellem Missbrauch aussetzen. Das sind Arbeiten, die in gefährlichem Umfeld stattfinden, wo die Kinder zum Beispiel mit gefährlichen Maschinen oder Werkzeugen arbeiten. Dazu gehören alle Faktoren, die die Gesundheit des Kindes schädigen können, zum Beispiel eine bestimmte Lautstärke oder das Tragen schwerer Lasten.

Auch das Arbeiten über viele Stunden oder Nachtarbeit sowie jegliche Form von Zwangsarbeit wie Prostitution,  Kinderhandel und der Einsatz von Kindersoldaten. All diese Tätigkeiten wirken sich schädlich auf die Sicherheit, die körperliche und seelische Gesundheit sowie die Entwicklung des Kindes aus. Deswegen setzt die Internationale Arbeitsorganisation weltweit ein Mindestalter von 18 Jahren für gefährliche Arbeit fest.

Das Übereinkommen der ILO enthält jedoch kein Verbot gegen Kinderarbeit. Es verpflichtet aber die Mitgliedstaaten dazu, eine nationale Politik und entsprechende Maßnahmen zu verfolgen, die eine tatsächliche Abschaffung von gefährlicher Kinderarbeit sicherstellen sollen. Zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung dieser Konventionen hat die ILO ein Programm zur Beseitigung der Kinderarbeit (IPEC) ins Leben gerufen.

Wo arbeiten Kinder?

Die Mehrheit der Millionen Mädchen und Jungen, die gefährliche Arbeiten verrichten, arbeitet in der Landwirtschaft, zum Beispiel auf Kakao-und Kaffeefeldern. Dort kommen sie täglich mit giftigen Chemikalien in Kontakt, die für den Schutz der Pflanzen verwendet werden. Ebenso ist Kinderarbeit in der Teppichproduktion oder in Steinbrüchen keine Seltenheit. Auch bei diesen schweren Tätigkeiten sind die Kinder menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, die ihrer Gesundheit schaden.

Meist haben die Kinder keine andere Möglichkeit, als bei diesen gefährlichen Arbeiten ihr Leben zu riskieren. Armut ist einer der Gründe dafür. Das Einkommen der Eltern reicht oftmals nicht aus, sodass die Kinder ihre Familie unterstützen. Dass sie dadurch die Möglichkeit auf Bildung und soziale Entwicklung nicht wahrnehmen können, ist vielen nicht bewusst.

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