5 Fakten über Malaria
Der Welt-Malaria-Tag am 25. April macht jährlich auf die Gefahren der Tropenkrankheit sowie auf Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung und Prävention aufmerksam. Trotz neuer Werkzeuge und wichtiger Fortschritte bleibt Malaria eine große globale Herausforderung.
Der Welt-Malaria-Bericht 2025 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht die Ernsthaftigkeit der Erkrankung deutlich: Im Jahr 2024 gab es weltweit etwa 282 Millionen Malariafälle – rund neun Millionen mehr als im Jahr zuvor. Etwa 610.000 Menschen starben an der Krankheit.
Der afrikanische Kontinent trägt weiterhin die Hauptlast der Krankheit: Rund 95 Prozent der Todesfälle treten dort auf, die meisten Opfer sind Kinder unter fünf Jahren. Gleichzeitig gibt es aber auch Fortschritte: Neue Impfstoffe, verbesserte Moskitonetze und Präventionsprogramme tragen dazu bei, die Krankheit besser zu bekämpfen.
Die weltweiten Maßnahmen zur Behandlung und Eindämmung von Malaria zeigen also Wirkung, auch wenn die Fortschritte zuletzt langsamer vorankommen. Auch Plan International engagiert sich im Kampf gegen Malaria. Die Plan Post-Redaktion hat fünf Fakten über die Tropenkrankheit zusammengestellt und erklärt, welche Unterstützungsarbeit die Kinderrechtsorganisation leistet.
Der afrikanische Kontinent trägt die Hauptlast der Krankheit.
1. Malaria tritt in verschiedenen Formen auf
Malaria – früher auch „Wechselfieber“ genannt – tritt in drei Formen auf: Malaria tropica, Malaria tertiana und Malaria quartana. Übertragen an den Menschen werden sie alle von der weiblichen Mücke der Gattung Anopheles.
Bei betroffenen Personen kommt es typischerweise zu Fieberschüben. Bei der gefährlichsten Form, der Malaria tropica, treten diese diese Schübe unregelmäßig auf. Die Tropenkrankheit kommt vor allem in Afrika vor, aber auch in Teilen Asiens und Lateinamerikas. Weitere Symptome sind unter anderem Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost sowie Abgeschlagenheit. Wichtig: Wer sich in einem Malaria-Risikogebiet aufgehalten hat und sich krank fühlt, sollte umgehend medizinischen Rat einholen.
2. Es gibt Fortschritte im Kampf gegen Malaria – aber auch neue Bedrohungen
In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden weltweit große Fortschritte erzielt: Seit dem Jahr 2000 konnten rund 2,3 Milliarden Malariafälle und etwa 14 Millionen Todesfälle verhindert werden.
Auch bei der Eliminierung der Krankheit gibt es Erfolge: Bis 2025 wurden 47 Länder von der WHO als malariafrei zertifiziert. Neue Instrumente im Kampf gegen die Tropenkrankheit zeigen Wirkung. Dennoch bleibt Malaria eine große Herausforderung – auch durch eine neue Bedrohung: Resistenzen. Sowohl gegen Malaria-Medikamente als auch gegen häufig eingesetzte Insektizide. So wurde beispielsweise in 48 Ländern eine Resistenz gegen chemische Insektizide nachgewiesen, was sie Wirksamkeit vieler Moskitonetze beeinträchtigt.
3. Das wichtigste Mittel bei der Prävention von Malaria
Ein zentraler Bestandteil der Malariaprävention sind mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze. Sie schützen besonders effektiv, da die Malaria übertragenden Moskitos überwiegend nachts stechen.
In vielen Regionen kommen inzwischen Moskitonetze mit zwei Wirkstoffen zum Einsatz, die auch gegen resistente Mückenpopulationen besser wirken sollen. Wichtig ist zu beachten, welche Resistenzen in welchen Gebieten herrschen, um das richtige Mittel gegen die Mücken zu wählen. Da Mückenstämme lokal existieren, können sich die Resistenzen je nach Gebiet unterscheiden.
4. Es gibt eine Impfung gegen Malaria für Kinder
2021 wurde erstmals ein Impfstoff für den breiten Einsatz für Kinder in Afrika südlich der Sahara und anderen Malaria-Gebieten von der WHO empfohlen. Der Impfstoff, der auch „Mosquirix“ genannt wird, wirkt gegen die schwerste und tödlichste Form von Malaria – allerdings nur zu 30 Prozent.
Seit 2023 empfiehlt die WHO einen zweiten Impfstoff – „R21/Matrix-M“, der in Studien eine deutlich höhere Wirksamkeit gezeigt hat. Beide Impfstoffe sollen vor allem schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle bei Kindern reduzieren.
Bis 2024 haben 24 afrikanische Länder Malariaimpfungen in ihre regulären Impfprogramme aufgenommen. Impfungen sind aber nur ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets gegen Malaria, denn auch der Einsatz von Moskitonetzen, Insektiziden und Aufklärungskampagnen ist essenziell, um die Krankheit langfristig zu bekämpfen.
5. Der Klimawandel beeinflusst die Verbreitung von Malaria
Steigende Temperaturen ermöglichen es den Anopheles-Mücken, in bisher kühleren Regionen zu überleben und sich zu vermehren. Veränderte Niederschlagsmuster und erhöhte Luftfeuchtigkeit schaffen zudem ideale Brutbedingungen für Mücken. Mit der Zunahme stehender Gewässer – herbeigeführt durch Überschwemmungen oder Starkregenfälle, aber auch durch mit Müll verstopfte Flüsse – steigt auch das Übertragungsrisiko.
Im Norden Kenias beispielsweise stiegen die Malariafälle zwischen 2015 und 2020 um das Drei- bis Vierfache an. Neben den klimatischen Veränderungen bedingt durch den Klimawandel trugen hier auch Veränderungen in der Landnutzung und Abholzung zu diesem Anstieg des bei. Das ergab eine Studie des Schweizerischen Tropeninstituts und der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Forschungsinstitut Kenia. Verbesserte Infrastruktur, stärkere Urbanisierung sowie bessere Gesundheitsversorgung und Präventionsmaßnahmen führen laut der Studie andernorts jedoch zu einem Rückgang der Krankheitsfälle.
Wie hilft Plan International im Kampf gegen Malaria?
In betroffenen Programmländern verteilt Plan imprägnierte Moskitonetze an Familien. Das spielt auch bei der humanitären Hilfe eine große Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufklärung über Malaria. Speziell von Plan geschulte Gesundheitshelfer:innen aus den betroffenen Gemeinden besuchen die Menschen zuhause, informieren über Schutzmaßnahmen und können Verdachtsfälle von Malaria diagnostizieren und in einfachen Fällen direkt behandeln. Schwere Fälle werden an das nächstgelegene Gesundheitszentrum überwiesen.
In Guinea und Uganda stellt Plan Schnelldiagnose-Tests zur Erkennung von Malaria sowie präventive Medikamente für Kinder unter fünf Jahren zur Verfügung. In Simbabwe setzen sich Kinder zu Hause und in ihren Gemeinden für wirksame Maßnahmen gegen die Krankheit ein. Die Schulclubs zerstören Mücken-Brutstätten – etwa durch Abdecken offener Gruben – und engagieren sich für die ordnungsgemäße Verwendung von Moskitonetzen und traditioneller Mückenschutzmittel.
Durch den Bau von Trinkwasser- und sanitären Anlagen sowie Gesundheitsstationen trägt Plan in verschiedensten Projektländern dazu bei, dass Kinder und ihre Familien sich besser vor Malaria schützen können. Auch Schulungen zum richtigen Umgang mit Wasser, Hygiene und Umwelt spielen eine wichtige Rolle.
In Ghana etwa verbessert ein Projekt den Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen in mehreren Gemeinden und Schulen. In Togo begegnet Plan den lokalen Herausforderungen mit einer mobilen Klinik sowie frühkindlicher Bildung. In Kindergärten wird das Wissen über Malaria bereits an die Kleinsten herangetragen und Schulungen für Eltern helfen dabei, dieses Wissen in den Familien zu verankern.