Rund um die Uhr für die Kinderrechte unterwegs
Die Sonne ist eben erst hinter den üppig grünen Hügeln im Osten Ruandas erschienen, da macht sich Christine Mumporeze fertig für ihren Arbeitstag. Im Bezirk Gatsibo will sie zu Menschen in einem Lager für Geflüchtete fahren. Gebracht wird die Kinderschutzbeauftragte von ihrem Kollegen, Bonaventure Kubwayo. Schlag 9 Uhr früh starten die beiden in den Tag und auf eine neue Mission.
Für das Lächeln der Kinder
Christine Mumporeze unterstützt seit mehr als einem Jahrzehnt Flüchtlingsgemeinschaften in Lagern überall in Ruanda. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Prävention und Bekämpfung von Kindesmissbrauch sowie ihrer Vernachlässigung und Ausbeutung. Für die Sozialarbeiterin kommt zudem die Stärkung von einheimischen Familien nicht zu kurz. Mädchen und Jungen sollen auch im häuslichen Umfeld besser geschützt sein.
„Ich bin stolz darauf, Kinderrechtsverletzungen zu beseitigen.“
„Es gibt nichts, was mir mehr Freude bereitet, als ein Kind lächeln zu sehen“, sagt Christine Mumporeze. „Ich bin stolz darauf, mich bei meiner Arbeit für Veränderungen einzusetzen – insbesondere, wenn ich Lösungen finde, um Kinderrechtsverletzungen zu beseitigen. Sei es in den geflüchteten Familien, bei denen ich tätig bin, oder darüber hinaus.“
Der Bedarf an Unterstützung ist groß, nicht nur bei schutzsuchenden Menschen aus den Nachbarländern Kongo und Burundi, sondern auch innerhalb der gastgebenden ruandischen Gemeinden mit vielen eigenen Herausforderungen.
Der Ansatz der Kinderrechtsexpertin zeichnet sich durch Geduld und Beharrlichkeit aus. Immer wieder kehrt sie zu betroffenen Familien zurück, um im Dialog mit ihnen und der Gemeinschaft für die Rechte ihrer Töchter und Söhne einzustehen. Bei kritischen Fällen, etwa häuslicher Gewalt, sorgt sie für Überweisungen an Schutzinstitutionen, die bei Bedarf einen Fall nachverfolgen können. „Stets stehen die Rechte der Kinder im Vordergrund“, sagt Christine Mumporeze.
Die Rechte der Kinder stehen im Vordergrund
„Ich habe mich für die humanitäre Arbeit entschieden, weil ich den Menschen helfen will, ihre Hoffnung wiederzufinden. Die Anfänge [jeder Zusammenarbeit] sind schwierig. Aber mit der Zeit wurde mir klar, dass es kein größeres Ziel gibt, als jemandem, der sich hoffnungslos fühlt, dabei zu helfen, wieder an sich selbst zu glauben.“
„Es gibt kein größeres Ziel, als jemandem zu helfen, wieder an sich selbst zu glauben.“
Dass Projekte für und mit Menschen durchgeführt werden können, die auf ihrer Flucht oder zu Hause Unrecht erfahren haben, hat auch mit Plan-Mitarbeitern wie Bonaventure Kubwayo zu tun. Seit fünf Jahren ist er als Fahrer für die Kinderrechtsorganisation in dem ostafrikanischen Land tätig. Es sind auch für ihn oft lange Arbeitstage, bei denen zum Teil unwegsames Gelände passiert werden muss. Sandige Piste oder in der Regenzeit verschlammte Strecken, über die er den Allradwagen steuert. Allesamt Einsätze, bei denen er die Plan-Fachleute und Ausrüstung dorthin bringt, wo diese gebraucht werden. „Ein pünktlicher Transport ist entscheidend, um Menschen in Not dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Wenn ich das tue, bin ich glücklich“, sagt Fahrer Kubwayo.
Ein pünktlicher Transport ist entscheidend, um Menschen in Not zu helfen
„Ich bin stolz, wenn die Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt.“
Von der Bewältigung der Corona-Pandemie bis hin zur Unterstützung von Notfalleinsätzen hat er selbst die Herausforderungen erlebt, die sich aus der Arbeit für eine Nichtregierungsorganisation ergeben. Eines wurde ihm schon bald klar: Wie schnell sich die Umstände seiner Arbeit durch äußere Umstände ändern können und wie wichtig gerade dann zuverlässige Transportmöglichkeiten sein können. „Ich gehe meine Arbeit mit großer Leidenschaft an, weil ich weiß, dass ich den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft diene, insbesondere bei Notfällen“, so Kubwayo. „Ich bin stolz, wenn die Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt.“
Zur richtigen Zeit startet jetzt auch die heutige Fahrt für seine Kollegin, die Kinderechtsexpertin Christine Mumporeze, die für ihren nächsten Einsatz in einem Schutzzentrum für Mädchen und Jungen erwartet wird. Trotz ihrer unterschiedlichen Aufgaben geht es beiden – Christine Mumporeze und Bonaventure Kubwayo – um ein Ziel: Hoffnung greifbar zu machen, sowohl praktisch am Steuer über viele Straßenkilometer, als auch im direkten Kontakt mit Kindern und ihren Familien in Ruanda.
Da rollt der Wagen mit dem blauen Plan-Logo an der Tür auf das Gelände eines Gemeindezentrums. „Mein größtes Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass jedes Kind heute sicherer ist als gestern“, sagt Christine Mumporeze beim Aussteigen.
Der Beitrag wurde mit Material aus dem ruandischen Plan-Büro erstellt.