Unser Kinderhilfswerk setzt sich in Kolumbien unter anderem verstärkt für Kinder indigener Herkunft ein.
Unser Kinderhilfswerk setzt sich in Kolumbien unter anderem verstärkt für Kinder indigener Herkunft ein. © Plan

Patenschaft für Kinder in Kolumbien

Der Wohlstand in Kolumbien konzentriert sich zum Großteil in den Händen einer kleinen und einflussreichen Schicht und in den Großstädten, während weite Teile der Landbevölkerung in Armut leben. Besonders betroffen sind Afro-Kolumbianer und indigene Bevölkerungsgruppen. Wir von Plan International setzen uns für diese Bevölkerungsgruppen besonders ein und verhelfen ihnen zu einer besseren Zukunft.

Unser Engagement in Kolumbien

Die Länderstrategie von Plan in Kolumbien bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit. Sie wird für einen Zeitraum von mehreren Jahren erstellt und setzt verschiedene Ressourcen ein, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von bedürftigen Kindern und ihren Familien zu verbessern:

  • Programmarbeit seit 1962
  • 2015 mehr als 23.000 Patenkinder
  • Arbeitsschwerpunkte: Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Teilhabe von Kindern, wirtschaftliche Sicherheit, Katastrophenvorsorge

Ja, ich möchte in Kolumbien helfen!

Wie hilft eine Kinderpatenschaft in Kolumbien?

Plan International ist seit 1962 in Kolumbien tätig und erreicht das Umfeld von über 23.000 Patenkindern und ihren Familien. Das Kinderhilfswerk konzentriert seine Arbeit auf arme sowie strukturschwache Gebiete, in denen viele Familien afrokolumbianischer Herkunft und Binnenvertriebene leben. Die angespannte Sicherheitslage in einigen Gebieten stellt das Kinderhilfswerk vor große Herausforderungen und erfordert besondere Arbeitsansätze.

In Kolumbien engagieren wir von Plan International uns vor allem für Kinder indigener sowie afro-kolumbianischer Herkunft und setzen uns für die Belange Binnenvertriebener ein. Diese Mädchen und Jungen leben in armen und strukturschwachen Gebieten des Landes, sind vielfach benachteiligt und werden häufig diskriminiert. Wir leisten medizinische Hilfestellungen, verbessern die Bildungsangebote und stärken den Kinderschutz. Zudem setzen wir uns für die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen in ihren Gemeinden ein und helfen Familien, ihre wirtschaftliche Situation zu festigen.

Ihre Patenschaft für ein Kind in Kolumbien hilft, unsere Arbeit vor Ort zu realisieren. Unter anderem setzen wir uns für nachfolgende Entwicklungen in Kolumbien ein.

Sandra Milena - ein Patenkind aus Kolumbien erzählt

Ja, ich möchte Kindern in Kolumbien helfen!

Fürsorge und Schutz

Kolumbien hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten in Südamerika. Besonders für Frauen afro-kolumbianischer und indigener Herkunft sowie für Vertriebene besteht ein großes gesundheitliches Risiko während und nach der Schwangerschaft. Sie sind besonders arm und haben selten die Möglichkeit, medizinische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Viele können sich nicht vorgeburtlich untersuchen lassen und entbinden zu Hause. Die Kinder erkranken überdurchschnittlich oft an vermeidbaren Krankheiten, wie Atemwegs- oder Durchfallerkrankungen und sind häufiger von Mangelernährung betroffen.

Das umfassende Programm verfolgt vier Hauptansätze, um die Lebensverhältnisse besonders von Vertriebenen und jungen Müttern sowie Müttern afro-kolumbianischer Herkunft und ihrer Kinder zu verbessern. Zunächst setzt sich Plan International dafür ein, dass der Zugang zu Gesundheitsdiensten erweitert wird und Mütter die Möglichkeit erhalten, während der Schwangerschaft sowie der Geburt medizinisch betreut zu werden und ihre Kinder in der Folge regelmäßig untersuchen zu lassen. Dazu stattet das Kinderhilfswerk Gesundheitsstationen aus und schult medizinisches Personal.

Bürgerrechte und gesellschaftliche Partizipation stärken

Kinder und Jugendliche sind wenig in die gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse eingebunden. Es fehlt ihnen an den Kompetenzen, um sich an gesellschaftlichen Diskursen zu beteiligen. Besonders benachteiligt sind Kinder und Jugendliche, die aus ländlichen Regionen stammen, ethnischen Minderheiten angehören oder deren Familien vertrieben wurden. Des Weiteren sind viele dieser Kinder behördlich nicht registriert. Ohne Papiere können sie zahlreiche Dienstleistungen und Bürgerrechte nicht wahrnehmen.

Ein wichtiges Ziel ist es, gemeinsam mit den Meldebehörden dafür zu sorgen, dass Kinder und ihre Familien amtlich registriert werden, sowie Registrierungssysteme zu stärken. Plan International engagiert sich dabei besonders für Vertriebene, Familien in abgelegenen Regionen sowie ethnische Minderheiten. Durch gezielte Schulungen unterstützt das Hilfswerk Kinder und Jugendliche, sich über Jugendforen, Schülerparlamente oder auch im Rahmen seiner eigenen Projektarbeit gesellschaftlich einzubringen und ihre Ansichten öffentlich zu vertreten.

Ausbilden und fördern in Kolumbien

Nur wenige Kinder, die jünger als fünf Jahre sind, haben die Möglichkeit, einen Kindergarten oder eine Vorschule zu besuchen. Die bestehenden Einrichtungen sind schlecht ausgestattet und die Kinder werden kaum gefördert. In der Vergangenheit sind die Einschulungsraten zwar landesweit gestiegen, doch in den ländlichen Regionen besuchen weniger Kinder die Grundschule als in den Städten. Die Unterrichtsqualität ist zudem ebenso wie die Ausstattung der Schulen auf dem Land unzureichend.

Plan International setzt sich dafür ein, das Bewusstsein um die Bedeutung der frühkindlichen Förderung zu schärfen. Dazu klärt das Kinderhilfswerk Eltern und Großeltern sowie Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte über kindgerechte Erziehung und den förderlichen Umgang mit Kindern auf. Ziel ist es, dass Kinder in einer friedlichen und anregenden Atmosphäre aufwachsen. Gleichzeitig setzt sich Plan International dafür ein, den Zugang zu pädagogischen Einrichtungen, wie Kindergärten, Spielplätzen oder Bücherhallen, zu erweitern und fördert sportliche oder kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche.

Berichte aus Tumaco, Kolumbien

Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage in Tumaco erhalten Paten mit Patenkindern aus diesem Projektgebiet derzeit keine Entwicklungsberichte. Über regelmäßig erscheinende Projektberichte können sie sich jedoch über die Plan-Arbeit in Tumaco informieren:

Kolumbien im Überblick

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und unterteilt sich in drei Zonen: die Tiefebenen entlang der Karibischen See und dem Pazifik, die Sierra im Zentrum mit Hochebenen und Tälern zwischen drei Andenketten sowie das östliche Flachland, das im Süden mit tropischem Regenwald bedeckt ist. Fast die Hälfte des Landes ist bewaldet. Während etwa zwei Drittel der Bevölkerung in den urbanen Zentren des Landes leben, sind weite Teile Kolumbiens nahezu unbewohnt. Die Bevölkerung setzt sich aus Mestizen, Afro-Kolumbianern sowie indigenen Volksgruppen zusammen.

Einwohner 48,3 Mio. (Deutschland: 82,7 Mio.)
ø Lebenserwartung 75 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit* 17 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
BNE** pro Kopf 7.560 USD (D: 46.100 USD)
Alphabetisierungsrate*** Frauen 99 %, Männer 98 %
Landesfläche 1.138.000 qkm, (D: 357.050 qkm)
Hauptstadt Bogotá
Landessprachen Spanisch
Religion Christentum
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF-Report 2015, UNDP „Bericht über die menschliche Entwicklung 2015“, Auswärtiges Amt

Die Geschichte des Landes

Im frühen 18. Jahrhundert bildete Kolumbien zusammen mit Panama, Ecuador und Venezuela das spanische Vizekönigreich „Nueva Granada“, das 1819 unter Simón Bolívar unabhängig wurde. 1830 schieden Ecuador und Venezuela aus „Großkolumbien“ aus. Kolumbien wurde 1886 zur unabhängigen Republik. Es kam immer wieder zu Bürgerkriegen zwischen liberalen und konservativen Lagern. Den wirtschaftlichen Aufschwung der 1960er und 70er Jahre beendete Mitte der 80er die „neue Violencia", ausgelöst durch linke Guerilla, paramilitärische Einheiten und Drogenkartelle.

Die heutige Situation in Kolumbien

Obwohl sich die Sicherheitslage in Kolumbien kontinuierlich verbessert, gefährdet neben dem seit mehr als 50 Jahren anhaltenden Bürgerkrieg vor allem der Drogenanbau und -handel die Demokratie. Kolumbien weist eine hohe Rate interner Flüchtlinge auf: Rund fünf Millionen Vertriebene – fast die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche – sind seit 2002 aufgrund des bewaffneten Konflikts auf der Flucht. Seit 2010 ist Juan Manuel Santos Calderón Präsident des Landes. Wirtschaftlich entwickelt sich Kolumbien positiv, vor allem die Menschen in den Großstädten profitieren davon. Die Landbevölkerung erreicht diese Entwicklung jedoch kaum, ein Großteil lebt nach wie vor in Armut. Besonders betroffen sind Afro-Kolumbianer und indigene Bevölkerungsgruppen.

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Prominente Unterstützer

Adele Neuhauser ist Plan-Unterstützerin.
Adele Neuhauser, Schauspielerin und Plan-Unterstützerin

„Plan spürt Missstände auf, wie zum Beispiel die Diskriminierung von Mädchen in einigen Entwicklungsländern. Doch Plan prangert nicht an, sondern hilft sensibel die schwierigen Lebenssituationen vieler Kinder zu verbessern.“

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  • Beste Website des Jahres 2016 in der Kategorie Wohltätigkeitsorganisationen
  • Transparenzpreis von PricewaterhouseCoopers 2012

Um die Verwaltungskosten möglichst niedrig zu halten, gehört das Plan-Büro in Österreich zu Plan International Deutschland e.V.. Ihre Spende ist natürlich auch in Österreich steuerlich absetzbar!

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