Weltweite Hilfe
Plan-Projekte im Südsudan fördern zum Beispiel Programme zum Schutz von geflüchteten Kindern. © Plan International
Plan-Projekte im Südsudan fördern zum Beispiel Programme zum Schutz von geflüchteten Kindern. © Plan International

Hilfe für Kinder im Südsudan

Südsudan ist der jüngste Staat auf dem afrikanischen Kontinent. Im Januar 2011 entschied sich die große Mehrheit der Südsudanese:innen in einem Referendum für eine Abspaltung vom Norden und damit für die Gründung eines eigenen Staates. Der Sezession vorausgegangen war ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg mit dem Sudan, der erst 2005 durch einen Friedensvertrag beendet werden konnte. Der Krieg mit dem Nordsudan hat die Wirtschaft und Infrastruktur des Landes schwer beschädigt. Immer wieder kommt es zu langen Dürre- und Hungerperioden. Darüber hinaus kehren immer mehr Südsudanes:innen aus dem Nordsudan in ihre alten Heimatregionen zurück. Sowohl in den Grenzregionen zum Sudan als auch im Landesinneren finden nach wie vor bewaffnete Auseinandersetzungen statt, die Tausende zu Flüchtlingen werden lassen. Unser Kinderhilfswerk setzt sich im Südsudan für die Gesundheit und Bildung von Kindern ein und stärkt die Rechte von Mädchen und Frauen. Wir gehen davon aus, dass die Lage im Südsudan auch mittelfristig unübersichtlich bleiben wird. Daher können wir auf absehbare Zeit mit dem Patenschaftsmodell im Südsudan nicht arbeiten. Unterstützen Sie unsere Nothilfe-Maßnahmen mit Ihrer Spende.

Unser Engagement im Südsudan

Die Länderstrategie von Plan International bildet den Rahmen für unsere Programmarbeit. Sie wird für einen Zeitraum von mehreren Jahren erstellt und setzt verschiedene Ressourcen ein, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von bedürftigen Kindern und ihren Familien zu verbessern.

  • Programmarbeit seit 2006
  • Arbeitsschwerpunkte: Gesundheit, Bildung, Kinderschutz, Teilhabe von Kindern und Frauen, wirtschaftliche Sicherheit, Katastrophenvorsorge und humanitäre Hilfe

Wie hilft Plan International im Südsudan?

Die uns für den Südsudan bereitgestellten finanziellen Mittel setzen wir für elementare Nothilfemaßnahmen ein. Die Projektgebiete befinden sich in verschiedenen Gemeinden im Südosten des Landes; in den Bundesstaaten Jonglei, Lakes, Central Equatoria und Eastern Equatoria. Dabei legen wir den Fokus auf Ernährungssicherheit, Gesundheit, Kinderschutz und Bildung. Die Maßnahmen sind Teil eines übergreifenden und landesweiten Nothilfeplans.

Im Bereich Ernährungssicherheit verteilen wir Nahrungsmittel an Menschen, die unter Mangelernährung leiden. Darüber hinaus bieten wir Schulungen für Bäuer:innen an, um ihre landwirtschaftlichen Praktiken zu verbessern. Sie erhalten Saatgut und Arbeitsgeräte und somit eine erste Arbeitsgrundlage. Es finden Screenings von Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern statt, anhand derer geschultes Personal bestimmen kann, ob sie unterernährt sind, um sie dementsprechend behandeln und beraten zu können.

Da Kinder in Konflikten am stärksten betroffen sind, erhalten sie von uns in diesen Situationen besondere Unterstützung. Beispielsweise stärken wir den Kinderschutz, indem Kinderschutzgruppen etabliert und ausgebildet werden. Weiter führen wir grundlegende Lern- und Spielaktivitäten für Kinder durch, um sie auch in Zeiten der Krise zu fördern. Dafür wird ihnen Material zur Verfügung gestellt wie Stifte oder Fußbälle. Weitere Bildungsmaßnahmen finden vor allem im Bereich Grund- und Sekundarbildung statt.

Aktuelle Programme: Hilfe im Südsudan

Erfahren Sie nachfolgend mehr über unsere aktuellen Projekte im Südsudan.

Das Plan-Programm sieht vor, lokale Gesundheitssysteme zu stärken und Präventionsprogramme zur Vorbeugung von Malaria, Durchfall und anderen Krankheiten umzusetzen. In Schulen und Gemeinden veranstalten wir Gesundheitskampagnen, in denen Kinder zum Beispiel wichtige Grundregeln der Hygiene erlernen – ein Wissen, welches sie anschließend an Freund:innen und in der Familie weitergeben.

Außerdem beraten wir Eltern in Gesundheits- und Ernährungsfragen und informiert über Gewichts- und Wachstumskontrollen bei Kleinkindern. Im Bildungsbereich unterstützen wir Gemeinden und lokale Behörden darin, sich für das Recht ihrer Kinder auf Schulbildung einzusetzen. Schulgebäude, die während des Krieges zerstört wurden, werden neu gebaut oder renoviert. Lehrkräfte werden in kinderfreundlichen und modernen Lehrmethoden geschult.

Wir von Plan International sensibilisieren Eltern und Gemeindemitglieder dafür, wie wichtig Bildung für die Zukunft ihrer Kinder ist, vor allem für Mädchen. Wir werden daher Gemeindeschulen für Mädchen einrichten, die älteren Mädchen eine sichere und vertrauensvolle Lernumgebung bieten. Das Programm sieht ferner vor, Eltern und Verantwortliche über frühkindliche Förderung zu informieren und bessere Betreuungsmöglichkeiten für besonders bedürftige Kinder zu schaffen.

Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, Schlüsselkompetenzen zu entwickeln und an berufsbildenden Maßnahmen teilzunehmen. Daher bauten wir 2010 zwei Berufsausbildungszentren in der Region Zentral-Äquatoria. Um Jugendlichen auch aus entlegenen Gegenden die Möglichkeit zu geben, diese Schulen zu besuchen, lassen wir darüber hinaus nach Geschlechtern getrennte Wohnheime für Mädchen und Jungen bauen. Außerdem stellen wir Unterrichtsmaterial und Computer bereit sowie Bücher für die Bibliothek. Einen Großteil des Mobiliars fertigen die Schüler:innen selbst in schuleigenen Handwerksbetrieben. In Projektgruppen lernen die Jugendlichen, Disziplin und Ausdauer zu entwickeln sowie Toleranz und einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten.

Wir von Plan International setzen uns dafür ein, dass Mädchen besser geschützt werden und eine Schulbildung erhalten. In Informationsveranstaltungen werden Eltern und Familien darüber aufgeklärt, wie wichtig Lernen und Bildung für ihre Töchter ist. Auch in Musik-, Tanz- und Theateraufführungen werden die Rechte von Kindern und Mädchen thematisiert.

In Zusammenarbeit mit lokalen Radiostationen richten wir Mediengruppen für Kinder zwischen 10 und 18 Jahren ein. In eigenen Sendungen berichten sie aus ihrer Perspektive über verschiedene Themen und lernen, neue Kommunikationsmedien zu nutzen. Um die Rechte von Frauen bekannter zu machen, unterstützen wir die Gründung von Frauengruppen und helfen ihnen, sich untereinander zu vernetzen. So können sie besser gemeinsame Positionen erarbeiten und sich mit weiblichen Parlamentsabgeordneten austauschen, deren Zahl sich im neuen Parlament 2011 fast verdoppelt hat. Auf diese Weise sollen Fragen der Gleichberechtigung in die Politik hineingetragen und das Rechtssystem an die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden.  

Wir unterstützen die Rückkehrer:innen dabei, sich eine neue Lebensgrundlage aufzubauen. Sie sind für die Folgen von Naturkatastrophen besonders gefährdet, da sie keine Einkünfte haben und noch nicht genügend Zeit hatten, eventuellen Ernteausfällen vorzubeugen. Damit sie Landwirtschaft betreiben können, stellen wir ihnen Saatgut und landwirtschaftliches Gerät zur Verfügung und schulen sie in klimaangepassten Anbaumethoden.

Durch sogenannte „Food for Education“- Programme erhalten Familien in Notzeiten Nahrungsmittel, während die Kinder zur Schule gehen und dort mit Mahlzeiten versorgt werden. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden rufen wir Wasser- und Sanitärprogramme ins Leben, und bauen Brunnen und Wasserleitungen. Gemeindemitglieder schließen sich in speziellen Wasserkomitees zusammen und bleiben für die Projekte verantwortlich. In Schulungen lernen sie, wie die neuen Wassersysteme gewartet und repariert werden, sodass die Versorgung auch langfristig erhalten bleibt.

Südsudan im Überblick

Südsudan ist ein Binnenstaat im Nordosten Afrikas. Er wird von den Ländern Äthiopien, Kenia, Uganda, Demokratische Republik Kongo, Zentralafrika und Sudan umschlossen. Sein Gebiet reicht von trockenen Savannenlandschaften im Norden bis hin zu tropischen Regenwäldern im Süden. Einen großen Teil des Landes nimmt das sogenannte Sudd ein: ein Überschwemmungs- und Sumpfgebiet, das vom Weißen Nil gespeist wird und eine 55.000 qkm große Fläche umschließt. Über 65 verschiedene Volksgruppen leben in Südsudan. Große Bevölkerungsgruppen sind u. a. die Dinka und die Nuer, deren Lebensweise stark von der Rinderzucht geprägt ist. Viele Südsudanes:innen betreiben neben der Rinderzucht auch Landwirtschaft. Die Bevölkerung ist sehr jung: 50 Prozent sind unter 18 und 30 Prozent unter zehn Jahre alt. Viele Menschen leben in Armut.

Einwohner:innen 11,20 Mio. (Deutschland [D]: 83,80 Mio.)
Lebenserwartung 58 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit* 96 pro 1.000 (D: 4 pro 1.000)
BNE pro Kopf** 2.003 USD (D: 55.314 US$)
Alphabetisierungsrate*** Frauen 47 %, Männer 48 %
Landesfläche 619.000 km², (D: 357.050 km²)
Hauptstadt Juba
Landessprachen Englisch, Arabisch, lokale Sprachen
Religion Christentum, Naturreligionen
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen nach Kaufkraftparität
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF - The State of the World's Children Report 202, UNDP "Bericht über die menschliche Entwicklung 2020"
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  • Projektausgaben (85,41 %)
  • Werbeaufwendungen (10,18 %)
  • Verwaltungsaufwendungen (4,41 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Sinnvolle Geschenkideen in der Region:

Ruanda Dokumentarfilme Landwirtschaft

In Ruanda lebt trotz wirtschaftlichem Wachstum immernoch ein Großteil der Bevölkerung in Armut. 70% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig, die jedoch von geringer Produktivität und ineffizienten Anbaumethoden geprägt und durch den Klimawandel gefährdet ist. Plan zielt darum darauf ab, die Landwirtschaft als zukunftsträchtige Beschäftigung für junge Menschen zu etablieren. Dafür benötigt es Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung für die Möglichkeiten dieses Sektors als nachhaltige und inklusive Beschäftigung sowie den Vorteilen der klimagerechten Landwirtschaft. Um dies zu erreichen. produzieren wir eine Reihe von Dokumentarfilmen, die das nötige Fachwissen nachhaltig vermitteln.

Ruanda Gewächshäuser in Ruanda

Ruanda - schenken Sie Baumaterial für Gewächshäuser und helfen Sie Gemeinden in Ruanda beim Bau von Gewächshäusern, um die Vorteile moderner, klimaangepasster Anbaumethoden nutzen zu können. 70 Prozent der Bevölkerung Ruandas sind in der Landwirtschaft tätig. Die Produktivität ist jedoch aufgrund ineffizienter Anbaumethoden, fehlender Innovationen und des Klimawandels gering. Darum fördert Plan International mit diesem Projekt eine klimagerechte Landwirtschaft, die produktiv ist und die Ernährung der Bevölkerung sichert. So kann die Wirtschaft wachsen und Jugendlichen, jungen Frauen und Männern langfristige Einkommensmöglichkeiten bieten. Durch landwirtschaftliche und unternehmerische Schulungen stärken wir die jungen Menschen in den Projektgebieten.

Uganda Schulrucksäcke und Bücher

In Uganda können nur 40 Prozent der Kinder nach 7 Jahren Grundschule lesen und schreiben. Dabei ist die Grundschulbildung entscheidend für das Leben der Kinder. Ihnen fehlt es an Lernmaterialien, Lehrer:innen und ausgestatteten Klassenräumen. In unserem Projekt ermöglichen wir Kindern den Zugang zu hochwertigem Unterricht. Dafür statten wir in Grundschulen Kinder, Lehrer:innen und Klassenräume mit dem wichtigsten Material aus. Je nach Bedarf bauen wir Klassenzimmer, trainieren gezielt Lehrer:innen und starten Schulkampagnen.Weil viele Kinder nicht richtig lesen und schreiben können, fördern wir sie durch moderne Lese- und Lernbücher, einen Schulrucksack und Stifte. Die Bücher sind darauf ausgelegt, dass Kinder lesen so anschaulich wie möglich lernen. Um auch während der Pandemie am Ball zu bleiben, bekommen alle Schüler:innen Material für zuhause mit.

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Im Kampf gegen HIV/Aids konnten weltweit zwar große Fortschritte verzeichnet werden – doch noch ist er nicht gewonnen. Vor welchen Herausforderung steht die Weltgemeinschaft? Warum sind einige Länder stärker betroffen als andere? Und welche Faktoren erhöhen das HIV-Risiko?

Eine Gruppe Kinder tanzt, singt und klatscht in die Hände
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Dieses Jahr teilen wir an jedem Adventssonntag ein Video mit Weihnachts- und Neujahrsgrüßen von Kindern aus der ganzen Welt. Am ersten Advent zeigen unter anderem Kinder aus Ruanda, wie sie an Weihnachten tanzen und singen.

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