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Mit diesem Projekt schützen wir Kinder vor Missbrauch im Internet.
Mit diesem Projekt schützen wir Kinder vor Missbrauch im Internet.

Schutz vor Kindesmissbrauch im Internet

Digitale Gewalt ist ein weitverbreitetes Problem – auch in Vietnam. Obwohl dort viele Menschen regelmäßig das Internet und soziale Medien nutzen, fehlt es an gesellschaftlicher Aufklärung zu Sicherheitsrisiken sowie wirksamen Schutzmechanismen. Darunter leiden vor allem Kinder und Jugendliche, da sie besonders häufig von Online-Missbrauch betroffen sind. Deshalb verbessern wir im Rahmen dieses Projekts die digitalen Kompetenzen von Mädchen und Jungen und klären sie über ihre sexuellen Rechte auf.

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Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Quang Binh und Kon Tum

Projektlaufzeit:
August 2021 – Juli 2024

Budget: 
1.916.571€

Ziele:

  • Kinder und Jugendliche vor digitaler Gewalt schützen und ihnen eine sichere Internetnutzung ermöglichen

Maßnahmen:

  • Schulungen für Lehrer:innen zu Kinderschutz im Internet und Sexualerziehung
  • Aufklärung von Eltern und Jugendlichen über Cybersicherheit sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte
  • Etablierung von wirksamen Schutz- und Meldemechanismen
  • Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden, Netzbetreibern und Social-Media-Unternehmen

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Was uns in Vietnam erwartet

Vientam

Vietnam ist eines der Länder mit der höchsten Internet-Nutzungsrate weltweit. Ein Großteil der Bevölkerung sind aktive Social-Media-Nutzer:innen, darunter auch viele Mädchen und Jungen. Besonders infolge der Covid-19-Pandemie sind Jugendliche verstärkt auf die Nutzung von Social-Media- Plattformen wie Facebook oder Instagram angewiesen. Sie nutzen die Kanäle, um sich auszutauschen und zu informieren. Doch neben Chancen bietet das Internet auch eine Reihe von Sicherheitsrisiken – vor allem für Kinder und Jugendliche. Sie werden dort besonders oft Opfer von Missbrauch und Gewalt. Ein Grund dafür ist die fehlende jugendgerechte Aufklärung zur sicheren Nutzung des Internets und zu sexuellen Rechten. Verstärkt wird dieses Problem durch bestehende gesellschaftliche Strukturen und Tabus.

Da geschlechtsbasierte Gewalt in Vietnam weit verbreitet ist, werden gerade Mädchen und junge Frauen oft zur Zielscheibe von Online-Belästigung. Aus Angst vor Stigmatisierung und aufgrund fehlender Meldemechanismen zeigen sie die  Fälle jedoch oft nicht an. Auch ethnische Minderheiten sind durch Sprachbarrieren und fehlenden Zugang zu Informationen einem hohen Risiko von Diskriminierung im Internet  ausgesetzt. Es fehlen bisher die nötigen Strukturen, um Mädchen und Jungen Fähigkeiten für eine sichere Internetnutzung zu vermitteln.

Unsere Ziele und Maßnahmen

Mit diesem Projekt wollen wir 5.285 Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren, insbesondere Mädchen und Angehörige ethnischer Minderheiten, dazu befähigen, sich frei und  sicher im Internet zu bewegen. Dafür ist es wichtig, auch Lehrkräfte und Eltern in die Projektaktivitäten miteinzubeziehen. Sie sollen Kinder und Jugendliche über eine sichere Internetnutzung aufklären und über Risiken informieren. Doch dafür müssen zunächst bestehende Tabus zu Sexualität abgebaut und ein grundlegendes Verständnis für sexuelle und reproduktive Rechte in der Bevölkerung geschaffen werden.

In diesem Zusammenhang schulen wir Lehrkräfte zu Sexualerziehung und zum Thema Kinderschutz im Internet. Ihr Wissen geben sie anschließend an ihre Schüler:innen und deren Eltern weiter. Um wirksame Schutzund Meldemechanismen zu etablieren, arbeiten wir zudem mit Regierungsbehörden, Telekommunikationsunternehmen und Social-Media-Plattformen zusammen. 

Wir wollen Mädchen und Jungen befähigen, sich vor Cyber-Mobbing und geschlechtsspezifischer Gewalt im Internet zu schützen. In diesem Zusammenhang schulen wir 900 Lehrkräfte zu Kinderschutz im Internet und der Vermittlung digitaler Medienkompetenzen. Zu den Inhalten der Schulungen zählen Datenschutz, die Weitergabe privater Informationen sowie grundsätzliche Kommunikationsfähigkeiten. Dazu stellen wir den Lehrer:innen Schulungsmaterialien wie Infobroschüren zur Verfügung.

Zudem arbeiten wir  eng mit lokalen Jugendgruppen zusammen und unterstützen sie dabei, konkrete Maßnahmen für eine jugendgerechte Aufklärung über digitale Belästigung zu entwickeln. Hierfür motivieren wir die Gruppen, kreative Ansätze zu erarbeiten, um andere Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren beispielweise in Form von Theaterstücken, Postern oder kleinen Kampagnen. Es ist geplant, dass die Jugendgruppen jedes Jahr an allen 30 Projektschulen Aufklärungskampagnen organisieren, wofür sie eine finanzielle Förderung erhalten.

Um das Tabu rund um Sexualität zu bekämpfen, ist es notwendig, gesellschaftliche Aufklärung zu betreiben. Deshalb informieren wir Lehrkräfte über sexuelle und reproduktive Rechte und vermitteln ihnen ein umfassendes Verständnis über Sexualerziehung. Die so geschulten Lehrer:innen geben das Erlernte anschließend an ihre Schüler:innen und deren Eltern weiter. Denn nur wenn Mädchen und Jungen ein grundlegendes Verständnis über ihre Rechte haben, können sie Risiken und Rechtsverstöße im Internet erkennen und sich davor schützen. Darüber hinaus veranstalten wir regelmäßige Treffen mit Schulclubs, in denen sich die Jugendlichen über diese Themen und ihre persönlichen Erfahrungen austauschen können.

Damit sich Mädchen und Jungen frei und sicher im Internet bewegen können, erlernen sie grundlegende digitale Kompetenzen.
Damit sich Mädchen und Jungen frei und sicher im Internet bewegen können, erlernen sie grundlegende digitale Kompetenzen.

Damit zukünftig besser auf Missbrauchsfälle im Internet reagiert werden kann, schaffen wir gemeinsam mit Schulen, Gemeinden und Eltern verschiedene Schutzmechanismen. In diesem Zusammenhang entwickeln wir einen Leitfaden für Eltern, Lehrkräfte und Telekommunikationsunternehmen. Dieser enthält Informationen, um Online-Belästigung und Missbrauch schneller zu erkennen und Betroffenen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.

An allen 30 Projektschulen unterstützen wir bereits bestehende Beratungsstellen dabei, ihr Angebot zu verbessern. Dazu statten wir die Beratungsräume mit kinderfreundlicher Einrichtung aus, um eine angenehme und geschützte Atmosphäre zu schaffen. Zusätzlich schulen wir 60 Schulberater:innen zum Umgang mit Fällen von digitaler Gewalt. Dabei lernen sie, angemessen auf gemeldete Vorfälle zu reagieren und Betroffene dabei zu unterstützen, sich an die Beratungsstellen und zuständigen Behörden zu wenden. Um wirksame und leicht zugängliche Meldemechanismen zu schaffen, arbeiten wir gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit und soziale Angelegenheiten am Ausbau einer Kinderschutz-Hotline. Ziel ist es, bestehende Angebote speziell um das Thema Kinderschutz im Internet zu ergänzen, sodass auch derartige Fälle angemessen betreut werden können. Dadurch können Betroffene digitale Belästigung einfacher melden und erhalten schneller Hilfe. Zum anderen können so Daten erhoben werden, um auch auf politischer Ebene die Tragweite des Problems deutlich zu machen.

Damit Mädchen und Jungen sich im Internet sicher bewegen können, ist es notwendig, auch Regierungsbehörden, Telekommunikationsfirmen und Social-Media-Plattformen in die Projektaktivitäten miteinzubeziehen. In diesem Zusammenhang organisieren wir zwei Workshops für Netzbetreiber sowie soziale Netzwerke und erarbeiten gemeinsam Maßnahmen, welche die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen erhöhen. Zusätzlich unterstützen wir Regierungsbehörden, nationale Programme und Richtlinien zu erlassen, welche die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Internet verbessern.

Beispielhafte Projektausgaben

75 EUR:
werden für ein Handbuch zu digitalen Kompetenzen für einen Schulclub benötigt

180 EUR:
kostet die dreijährige Arbeit eine:r Schulberater:in in einer Beratungsstelle

302 EUR:
brauchen wir für die Schulung von 30 Eltern und Betreuungspersonen zu Kindesmissbrauch im Internet

1.027 EUR:
kostet es, eine Jugendgruppe mit einer Starthilfe für Aufklärungskampagnen zu unterstützen