Mit 14 Mutter, mit 18 Studentin

Foto: Plan International

Als Teenager wird Aitana schwanger und ihr Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen. Zwischen Angst, Unsicherheit und neuen Herausforderungen muss sie ihren eigenen Weg finden.

Aitana* (18) wächst in Cusco im Süden Perus auf. Sie geht gern zur Schule, verbringt viel Zeit mit ihren Freund:innen und träumt davon, später Sängerin zu werden. Ihre Zukunft scheint voller Möglichkeiten.

Dann verändert sich ihr Leben plötzlich. Mit 14 Jahren erfährt sie, dass sie schwanger ist. Die Nachricht trifft sie unvorbereitet. „Als ich herausfand, dass ich schwanger war, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich hatte Angst und wusste nicht, wie ich reagieren sollte“, erinnert sie sich.

 

*Name zum Schutz der Identität geändert

Aitana im Haus und ist als dunkle Silhouette im Profil zu erkennen
Aitana* (18) wurde mit 14 Jahren schwanger Plan International

„Ich hatte Angst und wusste nicht, wie ich reagieren sollte.“

Aitana (18), über den Moment, als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr
Aitana steht draußen am Rand eines Feldes und schaut in die Ferne
Aitana entschied sich dafür, ihre Ausbildung fortzusetzen und an ihren Zukunftsplänen festzuhalten Plan International

Aitana hält an ihren Zielen fest

Die Schwangerschaft bringt ihren Alltag völlig durcheinander. Neben den körperlichen und emotionalen Veränderungen beschäftigt Aitana vor allem eine Frage: Wird sie ihre Schulbildung fortsetzen können? Der Schulalltag fällt ihr zunehmend schwer. Obwohl sie zuvor gute Leistungen erzielt hat, fühlt sie sich den Anforderungen zeitweise nicht mehr gewachsen.

„Als mir die Schulaufgaben zu schwer fielen, bat ich meine Eltern, mich auf eine andere Schule zu schicken, weil ich dachte, dass ich das nicht schaffen würde“, erzählt sie.

Trotz aller Unsicherheit trifft sie eine Entscheidung. „Aber ich musste weitermachen.“ Mit Unterstützung ihrer Familie gelingt es ihr, die Schule abzuschließen. Für Aitana steht fest: Bildung soll weiterhin Teil ihrer Zukunft bleiben.

Eine Herausforderung für viele Mädchen

Aitanas Erfahrungen teilen viele Mädchen in Peru. Jedes Jahr werden mehr als 1.500 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren Mutter. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an verlässlichen Informationen über sexuelle und reproduktive Gesundheit. Gesellschaftliche Vorurteile und fehlende Unterstützung erschweren es vielen Mädchen zusätzlich, ihre Ausbildung fortzusetzen.

Eine Umfrage von Plan International zeigt zudem, dass jede vierte Person frühe und erzwungene Verbindungen akzeptabel findet, wenn eine Schwangerschaft vorliegt. Diese gesellschaftlichen Normen erschweren es Mädchen zusätzlich, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Ausbildung fortzusetzen

Aitana sitzt in ihrem Zuhause und lernt am Laptop für ihr Studium
Aitana setzt ihren Bildungsweg fort und ist heute bei zwei Studiengängen eingeschrieben Plan International
Lernunterlagen begleiten Aitana auf ihrem Weg durch das Studium
Bildung ist für Aitana ein wichtiger Schritt, um neue Perspektiven für sich und ihre Tochter zu schaffen Plan International

Auch Aitana hat diese Herausforderungen erlebt. „Mit 14 Mutter zu werden, hatte sehr schwerwiegende Folgen. Ich hätte beinahe die Schule abgebrochen und fühlte mich abgelehnt, weil mir wichtige Informationen fehlten“, sagt sie.

Heute ist sie überzeugt, dass frühzeitige Aufklärung einen entscheidenden Unterschied machen kann. „Deshalb ist es so wichtig, dass diese Themen in Schulen angesprochen werden. Mädchen brauchen Informationen und Unterstützung, bevor sie mit einer frühen Schwangerschaft konfrontiert sind.“

„Mädchen brauchen Informationen und Unterstützung, bevor sie mit einer frühen Schwangerschaft konfrontiert sind.“

Aitana (18), Teilnehmerin an Bildungs- und Unterstützungsangeboten von Plan International

Neue Wege in die Zukunft

Nach ihrem Schulabschluss eröffnen sich Aitana neue Möglichkeiten. Mit 16 Jahren nimmt sie an einem Jugend-Unternehmerwettbewerb von Plan International teil. „Ich habe Preise gewonnen, die unserem Familienunternehmen geholfen haben“, erzählt sie. „Dadurch konnten wir ein kleines Unternehmen aufbauen, das Milch verkauft.“

Die Erfahrung stärkt ihr Selbstvertrauen und zeigt ihr, dass sich neue Wege eröffnen können. Heute lebt Aitana mit ihrer Tochter in Lima. Sie arbeitet, ist bei zwei Studiengängen eingeschrieben und gestaltet ihren Alltag eigenständig. „Alle meine Anstrengungen konzentrieren sich darauf, mir hier mit meiner Tochter ein Zuhause aufzubauen“, sagt sie.

Aitana arbeitet in einem Familienbetrieb für Milchprodukte
Aitana arbeitet im Familienunternehmen und sammelt Erfahrungen auf ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit Plan International

Mit Zuversicht nach vorn

Wenn Aitana heute auf die vergangenen Jahre zurückblickt, denkt sie nicht nur an die Schwierigkeiten, die sie bewältigen musste. Sie möchte dazu beitragen, dass andere Mädchen bessere Voraussetzungen haben als sie selbst damals. Für die junge Mutter bedeutet dies: Jungen Menschen frühzeitig Zugang zu verlässlichen Informationen zu geben sowie Mädchen auch in schwierigen Lebenssituationen dabei zu unterstützen, ihre Ausbildung fortzusetzen und ihre eigenen Ziele weiterzuverfolgen.

Genau hier setzt die Arbeit von Plan International in Peru an: Mädchen und junge Frauen sollen ihre Rechte kennen und selbstbestimmt Entscheidungen für ihre Zukunft treffen können. Dazu gehören Angebote zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit, Programme zur Stärkung von Mädchen und jungen Frauen sowie Unterstützung für Jugendliche, damit sie ihre Schulbildung fortsetzen und neue berufliche Perspektiven entwickeln können.

Die Geschichte von Aitana wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Peru erstellt.

Mädchen stärken, Zukunft ermöglichen

Jedes Mädchen sollte die Chance haben, selbst über seine Zukunft zu entscheiden – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Lebenssituation. Plan International setzt sich dafür ein, dass Mädchen und junge Frauen Zugang zu Bildung, verlässlichen Informationen und Unterstützung erhalten, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und ihren eigenen Weg gehen können.

Mit Ihrer Spende für den Mädchen-Fonds unterstützen Sie weltweit Plan-Projekte, die Mädchen stärken, sie vor Gewalt und Benachteiligung schützen und ihnen neue Bildungs- und Zukunftsperspektiven eröffnen. Seit 2003 trägt der Mädchen-Fonds dazu bei, Benachteiligung, Armut und Gewalt nachhaltig zu bekämpfen.

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