Gute Neuigkeiten November 2020

Wir informieren: Projekt aus dem Sonderprojekt-Fonds

Kinderhandel stoppen, Mädchen und Jungen schützen!

Projektregion:

Östliche Visayas, Mindanao und Caraga

 

Projektstart:

November 2017

 

Ziel:
  • Wirksame Schutzstrukturen für Kinder und Jugendliche 
  • Unterstützung für Kinder, die Opfer von Menschenhandel geworden sind
  • Wiedereingliederung der Kinder in die Gesellschaft
Massnahmen:
  • Aufbau von Schutzstrukturen in den Gemeinden
  • Betreuung und Unterstützung der Opfer von Kinderhandel
  • Schulung von Jugendlichen, damit sie gegen Kinderhandel aktiv werden können

Die Ausgangslage

Auf den Philippinen lebt fast jeder dritte Mensch unterhalb der Armutsgrenze. Die wirtschaftliche Not trägt dazu bei, dass 5,5 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren frühzeitig die Schule abbrechen. Viele von ihnen werden in menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse oder in den Kinderhandel gedrängt. Häufig werden sie sogar in andere Teile des Landes oder Nachbarländer wie Malaysia gebracht, um hier unter teils lebensgefährlichen Bedingungen zu arbeiten. Laut Studien werden zusätzlich jährlich zwischen 60.000 und 100.000 Kinder zur Prostitution gezwungen. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher.

Im November 2017 startete das umfassende Projekt in 24 philippinischen Dörfern und Städten. Hauptziel ist es, die Gemeinden für die Themen Kinderhandel und Kinderschutz zu sensibilisieren, um so der Verschleppung von Kindern vorzubeugen und Opfer von Menschenhandel zu integrieren und zu rehabilitieren. Insgesamt profitieren rund 80.000 Kinder und Jugendliche von den Projektmaßnahmen.

Was wir getan haben

Umfassende Informations- und Bildungskampagnen sensibilisieren die Gemeinden für das Gefahrenpotenzial für Kinder. 5.310 Erwachsene, Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Thema waren die Bedeutung der Kinderrechte, sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet, Kinderhandel und Kinderarbeit. In allen 24 Projektgemeinden wurden spezielle Kinderschutz-Gruppen ins Leben gerufen, in denen die Teilnehmer:innen lernten, wie sie ihre Gemeinden vor Menschenhandel schützen und betroffenen Kindern helfen können. 

Behörden, Lehr- und Polizeikräfte sowie Einrichtungen aus dem sozialen Bereich wurden in Trainings darin geschult, mit Fällen von Kinderhandel umzugehen und Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und auf diese richtig zu reagieren. An stark frequentierten Orten wie Häfen oder Bahnhöfen wurden Informationsschalter eingerichtet. Hier kann ein Verdacht gemeldet werden. 129 Personen wurden dafür als Personal geschult und auf alle Situationen vorbereitet.

Plan International führte zusätzliche Kampagnen zur Geburtenregistrierung durch, da besonders Kinder, die nicht behördlich registriert sind, häufig Opfer von Menschenhandel werden. 449 Mädchen und Jungen erhielten mit unserer Unterstützung ihre staatliche Geburtsurkunde.

Betreuungszentren ermöglichen Opfern des Kinderhandels den Weg zurück in ihr soziales Umfeld mithilfe von psychosozialer Unterstützung. Die Zentren erhielten zur Unterstützung Hygieneartikel und Medikamente sowie Schulmaterialien. Kinder mit schweren traumatischen Erlebnissen können alternative Lernangebote in Anspruch nehmen und werden von geschulten Fachkräften begleitet. Außerdem werden Gelder bereitgestellt, damit Opfer von Kinderhandel rechtliche Schritte gegen Täter:innen einleiten können.

Plan International rief mehrere Schulungen ins Leben, in denen Kinder und Jugendliche sensibilisiert und zum aktiven Schutz ermutigt wurden. Außerdem wurden mehrere Jugendgruppen gegründet, die sich in den Gemeinden für die Rechte von Kindern starkmachen.

Gemeinsam haben wir viel erreicht

Die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden in den Projektgemeinden verlief sehr erfolgreich. Diese bieten inzwischen auch in anderen Gemeinden Schulungen und Maßnahmen gegen Kinderhandel an. Sie haben bereits eigene Budgets für den Schutz vor Kinderhandel bereitgestellt. Ein wichtiger Schritt für die Nachhaltigkeit der Projektaktivitäten, die nicht zuletzt dank Ihrer Hilfe ins Leben gerufen werden konnten.

Dafür sagen wir DANKE!

Persönliche Geschichten aus unserem Projekt

„Als Kind von Menschenhandel betroffen kämpfe ich jetzt für den Schutz anderer“

Die 24-jährige Carmela aus den Philippinen und ihre zwei jüngeren Schwestern hatten eine schwere und schmerzhafte Kindheit. Ihre gewalttätige Mutter zog sie alleine auf, sodass sie zu Hause niemand vor deren Verhalten schützen konnte. Carmela erinnert sich gut an den schicksalhaften Tag vor zehn Jahren, als sie und ihre Schwestern von den örtlichen Behörden gerettet wurden, nachdem ihre Mutter versucht hatte, sie an einen Pädophilenring in der Stadt zu verkaufen.

 „Draußen war es noch dämmrig und dunkel. Meine Schwestern und ich machten eine dreistündige Busfahrt zum Flughafen, unsere Mutter saß ein paar Plätze hinter uns. Ich betete inständig, dass wir unser Ziel nicht erreichen würden. Plötzlich hielt unser Bus an. Polizeibeamte stiegen in den Bus ein und suchten nach jemandem. Ein Polizeibeamter kam auf mich zu und sagte: „Sind Sie Carmela? Wo ist Ihre Mutter?“

Carmela schöpfte vor der Busreise Verdacht, erzählte ihren Verwandten davon, die bei der Schule Hilfe suchten. Sie wandten sich an Plan International, die in der Gegend ein Projekt zur Bekämpfung des Menschenhandels durchführen. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden organisierten wir die Rettung von Carmela und ihren Schwestern.

Carmela konzentrierte sich auf ihre Schulbildung und studierte fleißig. Heute ist sie Sozialarbeiterin und setzt sich entschieden gegen den Missbrauch und die Ausbeutung von Frauen und Kindern ein.

„Meine Geburtsurkunde ist nicht nur ein Stück Papier“

Manche Leute denken, dass eine Geburtsurkunde entbehrlich und ersetzbar ist. Aber das kann man von den schätzungsweise 7,5 Millionen, die laut dem philippinischen Statistikamt nicht registriert sind, nicht behaupten.

„Ich wurde nie registriert, daher kenne ich die Nachteile, die das Fehlen einer Geburtsurkunde mit sich bringt. Ich wollte nicht, dass meine eigenen Kinder die gleichen Probleme erleben“, erzählt die sechsfache Mutter Rubelita.

Rubelita wohnt mit ihrer Familie in einer sozial benachteiligten Gemeinde am Rande der Stadt Tacloban. Aufgrund ihrer Armut hatte der Kauf von Lebensmitteln Vorrang vor der Registrierung ihrer Kinder. Das Geld reichte einfach nicht. Dank hilfsbereiter Plan-Pateneltern wurden vier ihrer Kinder kurz nach ihrer Geburt registriert, nicht aber ihre beiden jüngsten Kinder Rowena und Vicente. Ohne Geburtsurkunde bekommen diese Kinder nie einen Ausweis, können nicht zur Schule gehen, Gesundheitsdienste beanspruchen oder ein Konto eröffnen.

Ohne Geburtsurkunde sind sie in den Augen des Gesetzes unsichtbar. So werden sie zur leichten Zielscheibe für den Menschenhandel, da sie in keinem offiziellen Register erscheinen. Rubelitas einziger Ausweg war die Spätregistrierung: ein aufwendiger Prozess, der mindestens 20 Dollar pro Kind kostet. Eine enorme Summe für Rubelita, die sie einfach nicht aufbringen konnte – selbst für etwas so Wertvolles wie eine Geburtsurkunde. Im Rahmen der gemeinsamen Aktion gegen den Menschenhandel von Plan International arbeiten wir mit lokalen Standesbeamten zusammen, um Geburtsurkunden für nicht registrierte Kinder zu erhalten.

Nachdem Rowena und Vicente alle notwendigen Dokumentationsanforderungen erfüllt hatten, erhielten sie kürzlich ihre Geburtsurkunden. Rubelita ist überglücklich.

Danke. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie auch diese Projekte:

  • Ghana – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  • Ecuador – Kinder früh fördern und vor Armut schützen
  • Tansania – Kinderarbeit verhindern
  • Uganda – Mutter-Kind-Gesundheit stärken

Ausblick

In unserer nächsten Aussendung berichten wir Ihnen von unserem Projekt „Guinea – Mädchen vor Beschneidung schützen“.

Ihre Hilfe kommt an - Garantiert!

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (81,22 %)
  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65 %)
  • Verwaltungsausgaben (5,13 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Ihr Geld kommt garantiert an! Denn das Geld unserer Patinnen und Paten setzen wir zielgerichtet und effektiv ein. Dieser wirtschaftliche Ansatz stellt sicher, dass über 80 Prozent der Einnahmen als Projektausgaben zur Verfügung gestellt werden und unser Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Plan International Deutschland das DZI Spendensiegel zuerkannt und bestätigt damit die geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen. Das verschafft Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird!

Der TÜV NORD hat Plan International Deutschland 2020 im Geltungsbereich „Zufriedenheit der Paten und Spender mit dem Service und Leistungsangebot der Hilfsorganisation“ geprüft. Plan erzielte bei den Servicefaktoren eine Gesamtzufriedenheit von 1,41 sowie eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent.

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