Gute Neuigkeiten Juni 2020

Heute blicken wir gemeinsam mit Ihnen nach Tansania. Viele Kinder in dem ostafrikanischen Staat arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen, um zum Einkommen ihrer Familien beizutragen. Zwar verbietet dies das tansanische Gesetz, die Realität sieht jedoch anders aus: 29 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen fünf und 17 Jahren sind dort von Kinderarbeit betroffen.

Mit Ihrer Hilfe konnten wir in Tansania nachhaltig viel bewegen und Tausenden Kindern die Chance auf ein sicheres und gesundes Leben geben.

Wir informieren: Projekt aus dem Sonderprojekt-Fonds

4.000 Kinder gehen jetzt in die Schule, statt in die Mine

 

Projektregion:

Geita

 

 

Projektstart:

April 2015

 

Ziel:

Mädchen und Jungen vor gefährlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit bewahren

Massnahmen:
  • Aufbau eines Netzwerks für den Kinderschutz
  • Rund 4.000 Kindern den Schulbesuch ermöglichen
  • Berufsausbildung für 182 Jugendliche
  • Zugang zu Spargruppen für 5.000 Familien

Die Lage war dramatisch

In Geita, einer Bergbau-Region in Tansania, besuchten viele Kinder nie eine Schule. Stattdessen arbeiteten sie, um zum Einkommen ihrer meist in Armut lebenden Familien beizutragen. Jungen waren bei der Arbeit zur Goldgewinnung schweren Gesundheitsschäden ausgesetzt und riskierten täglich ihr Leben. Mädchen waren vor allem in Bars und Restaurants rund um die Minen beschäftigt, wo ihnen oft auch Gewalt und Missbrauch drohte. Die Kinder arbeiteten bis zu 14 Stunden am Tag.

Das wollten wir ändern

Bereits seit 2012 engagieren wir uns für die Kinder in Geita. Um die ausbeuterische und lebensgefährliche Kinderarbeit in den Minen nachhaltig zu beenden, starteten wir 2015 dieses umfangreiche Projekt. Unser Ziel: Mädchen und Jungen schützen. Wir wollten ihnen aber auch die Chance geben, eine Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu machen, um die Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu erhalten. Dafür benötigten auch ihre Familien Hilfe durch Einkommen schaffende Maßnahmen. Rund 244.000 Kinder aus 17 Bezirken sollten von dem Projekt profitieren.

 

Was wir getan haben

Wir schlossen uns mit Behörden und lokalen Entscheidungsträgerinnen und -trägern für den Kinderschutz zusammen. Schulungen dienten der Aufklärung und Sensibilisierung. Wir entwickelten Mechanismen, um Fälle von Kinderrechtsverletzungen besser verfolgen und ahnden zu können. Regelmäßige Kontrollbesuche mit dem Bergbau- und Arbeitsministerium stellten sicher, dass in den Minen keine Kinder beschäftigt wurden.

Bei den Minenbetreibenden thematisierten wir arbeitsrechtliche Vorschriften und nationale Bestimmungen zum Kinderschutz. Es fanden Fortbildungen in Umweltschutz und Sicherheitsmaßnahmen statt. Zudem wurden Personalregister eingeführt, um das Alter aller Arbeiterinnen und Arbeiter zu registrieren.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützten die Kinder, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und wieder zur Schule zu gehen. Wir stellten Schulmaterialien bereit und förderten die Arbeit von vorschulischen Einrichtungen durch Fortbildungen, Lehr- und Spielmaterialien. Wir ermöglichten Kindern den Besuch von Vorschulen, während ihre Eltern in den Minen arbeiteten.

Jugendliche erhielten die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in ihrer Gemeinde zu absolvieren. Frauen und Männer wurden in Einkommen schaffenden Maßnahmen geschult und Spargruppen gegründet. Familien konnten kleinere Kredite für Investitionen erhalten. So wurde der Anteil der Kinder, die zum Familienunterhalt beitragen müssen, gesenkt.

Durch umfangreiche Sensibilisierungsmaßnahmen in Gemeinden, Schulen und Jugendclubs sowie im Radio und Fernsehen wurde über die Folgen von Kinderarbeit informiert und die Bedeutung von Bildung für die Zukunft der Kinder verdeutlicht. Schulungen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit halfen Mädchen, ihre Rechte auf selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung zu schützen.

Wir haben es geschafft!

Mit einem Gesamtbudget von 2.009.180 € konnten wir die Situation vor Ort verändern. Menschen wurden zum Umdenken bewegt, die Voraussetzungen zum Schutz wurden getroffen und viele Kinder erhielten die Chance auf ein besseres Leben. Mit 1.259.180 € konnten wir von Plan International durch die Unterstützung unserer Projektpatinnen und -paten dazu beitragen. Dafür sagen wir DANKE!


Tansania, Phase 2: Mit Ihrer Hilfe schaffen wir noch mehr!

 

Projektregion:

Geita

 

Projektstart:

Juli 2019

Ziel:

Kinderarbeit und Gewalt gegen Kinder beenden + Verbesserung der Gesundheit und des Lebensumfelds von Kindern

Massnahmen:

  • Kinderschutzkomitees und Aufklärungsarbeit
  • Förderung des Schulbesuchs und beruflicher Ausbildung
  • Prävention gegen Kinderarbeit in den Betrieben
  • Zugang zu Spargruppen für 4.800 Gemeindemitglieder

Warum wir weitermachen

Wir konnten in der Projektregion Geita viele Mädchen und Jungen vor Kinderarbeit schützen und ihnen Zugang zu Bildung ermöglichen. Mehr als 5.470 Mädchen und Jungen haben wir seitdem dabei unterstützt, sich aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu befreien. 6.000 Gemeindemitglieder haben Zugang zu Einkommen schaffenden Maßnahmen erhalten. So konnten wir die Armut vieler Familien, eine der Hauptursachen für Kinderarbeit, reduzieren.

Um Mädchen und Jungen dauerhaft vor Kinderarbeit zu schützen, haben wir dieses Nachfolgeprojekt ins Leben gerufen. Es wird durch die Agence Française de Développement gefördert und erreicht insgesamt mehr als 329.000 Menschen in der Projektregion.

Diese Ziele verfolgen wir

In 63 Gemeinden der Bezirke Geita, Chato und Nyangwale richten wir Kinderschutzsysteme ein. Insgesamt werden 82 Komitees mit 2.050 Mitgliedern gegründet. Sie alle nehmen an Schulungen teil, in denen sie sich mit Kinderrechten, Kinderschutz und Gewaltprävention beschäftigen. Zusätzlich werden Verweissysteme etabliert, damit Betroffene wissen, an wen sie sich bei Fällen von Kinderrechtsverletzungen wenden können. Wir veranstalten öffentliche Gemeindetreffen, in denen wir an die Verantwortung der Eltern appellieren und auf Gefahren hinweisen. In 63 Grund- und 15 Sekundarschulen gründen wir zudem Kinderclubs, in denen sich rund 4.100 Mädchen und Jungen für ein sicheres Umfeld an ihren Schulen einsetzen.

Mädchen und Jungen, die von Kinderarbeit betroffen sind, ermutigen wir, den Schulbesuch wieder aufzunehmen. Dabei helfen zum Beispiel Sportveranstaltungen. Zusätzlich verbessern wir das Lernumfeld an den Schulen, stellen neue Lernmaterialien bereit und bilden Lehrkräfte fort. 1.625 Jugendliche erhalten in beruflichen Trainings die Möglichkeit, eine Ausbildung  zu machen. Um Familien finanziell zu stärken, unterstützen wir die Gründung von Spargruppen. Insgesamt sollen 130 Spargruppen für Erwachsene und 65 Gruppen für Jugendliche entstehen. Sie werden rund 4.800 Mitglieder umfassen.

Mit den zuständigen Behörden prüfen wir weiterhin regelmäßig, ob in den Bergbauminen Kinder arbeiten. Dies weiten wir auf Fischereibetriebe aus, in denen Kinder ebenfalls hohen Risiken ausgesetzt sind, da viele von ihnen nicht schwimmen können. 8.300 Beschäftigte sensibilisieren wir für Kinderschutz und Arbeitssicherheit. Um das Bewusstsein für den Umweltschutz zu stärken, schulen wir 4.300 Beschäftigte im Bergbau zu den Risiken genutzter Chemikalien und der daraus resultierenden Boden- und Wasserverschmutzung. Für leitende Angestellte der Fischereibetriebe führen wir Fortbildungen zu gesetzlichen Bestimmungen und umweltschonendem Fischfang durch.

In den Minen von Geita sind viele Mädchen kommerzieller sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Damit sie sich besser schützen können, führen wir umfangreiche Aufklärung zu sexueller Gesundheit, HIV-Prävention und Familienplanung durch. 60 Gemeindehelferinnen und -helfer werden geschult, damit sie dieses Wissen an Jugendliche in den Gemeinden weitergeben.

Danke. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie auch diese Projekte:

  • Guinea – Mädchen vor Beschneidung schützen
  • Ecuador – Kinder früh fördern und vor Armut schützen
  • Sauberes Wasser für Ghana
  • Philippinen – Stoppt Kinderhandel!

Ausblick

In unserer nächsten Aussendung berichten wir Ihnen von unserem Projekt „Sauberes Wasser für Ghana“.

Unsere sechs Wirkungsbereiche:

Gemeinsam mit Ihnen verbessern wir die Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in ihren Gemeinden in sechs Wirkungsbereichen:

  • Bildung: Lehrerfortbildungen, Menschenrechtsbildung, Aufnahme von Sexualkunde und Nachhaltigkeit in die Lehrpläne, Gründung von Eltern- und Schülerräten.
  • Wirtschaftliche Stärkung: Berufsförderung von Jugendlichen, Spargruppen, verbesserte Unterrichtsqualität an Berufsschulen, Förderung menschenwürdiger Arbeit und Einführung internationaler Arbeitsstandards.
  • Politische Teilhabe: Systematische Teilhabe Jugendlicher an Entscheidungsprozessen, gemeinsame Kampagnen mit globalen Jugendbewegungen, Netzwerken und Bündnissen.
  • Sexuelle und reproduktive Rechte: Sexualerziehung für Jugendliche, Abschaffung schädlicher Praktiken wie Kinderheirat, jugendfreundliche Gesundheitsdienste.
  • Schutz von Kindern vor Gewalt: Gesetze zu Kinderschutz, effektive Meldesysteme, Selbstverteidigung.
  • Gesundes Aufwachsen: Frühkindliche Förderung, gesunde Ernährung, Schutz vor Gewalt, sauberes Trinkwasser und Hygiene, Schulungen für Eltern.

Ihre Hilfe kommt an - Garantiert!

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (81,22%)
  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65%)
  • Verwaltungsausgaben (5,13%)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold

Ihr Geld kommt garantiert an! Denn das Geld unserer Patinnen und Paten setzen wir zielgerichtet und effektiv ein. Dieser wirtschaftliche Ansatz stellt sicher, dass über 80 Prozent der Einnahmen als Projektausgaben zur Verfügung gestellt werden und unser Verwaltungsaufwand so gering wie möglich gehalten wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Plan International Deutschland das DZI Spendensiegel zuerkannt und bestätigt damit die geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen. Das verschafft Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird!

Der TÜV NORD hat Plan International Deutschland 2019 im Geltungsbereich „Zufriedenheit der Paten und Spender mit dem Service und Leistungsangebot der Hilfsorganisation“ geprüft. Plan erzielte bei den Servicefaktoren eine Gesamtzufriedenheit von 1,40 sowie eine Weiterempfehlungsquote von 98 Prozent.

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