Weltweite Hilfe
© Plan International
Auf dem Bild sieht man Kinder, die fröhlich auf einer Schaukel sitzen. © Plan International

Gesunde Kinder trotz Klimawandel

In Guatemala hat der Klimawandel gravierende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. In den Projektregionen Baja Verapaz und Quiché haben lange Trockenzeiten die Ernährungslage verschärft. Vor allem viele Kinder sind von Mangelernährung betroffen. In diesem Projekt wollen wir ihnen ein gesundes Aufwachsen ermöglichen und die Gemeinden unterstützen, sich an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. 700 junge Frauen und Mütter lernen im Projekt, wie sie „grüne Unternehmen“ gründen.

Die Gesundheit von Kindern verbessernHelfen auch Sie!

Das Projekt in der Übersicht

Projektregionen:
Baja Verapaz und Quiché

Projektlaufzeit:
Juli 2020 – Dezember 2023

Ziele:

  • Verbesserung der Ernährungssicherheit
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels

Maßnahmen:

  • 700 junge Frauen nehmen an unternehmerischen Schulungen teil und schließen sich zu 28 Unternehmerinnen-Clubs zusammen
  • 1.000 Mütter besuchen Workshops zu gesunder Ernährung, Mutter-Kind-Gesundheit und Hygiene 
  • Workshops für 120 Lehrer:innen aus 40 Schulen zu Umwelterziehung, Risikomanagement bei Naturkatastrophen und Anpassung an den Klimawandel

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Was uns in Guatemala erwartet

Guatemala

Guatemala gehört zu den Ländern, die besonders stark durch Naturkatastrophen gefährdet sind. Hierzu zählen aufgrund der geographischen Lage Erdbeben und Vulkanausbrüche, aber auch Überschwemmungen, anhaltende Dürren und Waldbrände infolge des Klimawandels. Die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Infrastruktur des Landes sind gravierend. Armut zwingt viele Familien zu einer Übernutzung der natürlichen Ressourcen, vor allem der Wälder, was zu irrevisiblen Schäden führt und die negativen Auswirkungen des Klimawandels weiter verstärkt.

In den letzten zwei Jahren hat eine anhaltende Hitzewelle und Dürre den ohnehin kritischen Zustand der Ernährungssicherheit  in den Regionen Baja Verapaz und Quiché massiv verschärft. Die landwirtschaftliche Produktion wurde schwer geschädigt und es kam zu großen Ernteverlusten insbesondere bei den Grundnahrungsmitteln Mais und Bohnen. Die Projektgebiete Baja Verapaz und Quiché gehören zu  den ärmsten Regionen des Landes mit großen Nahrungsmittel- und Ernährungsproblemen. Besonders alarmierend ist die Zunahme chronischer Mangelernäh ung bei Kindern unter fünf Jahren. Sie hat fatale Folgen für die Kinder, denn sie kann zu verzögerter geistiger und körperlicher Entwicklung, Lernproblemen und einem erhöhten Krankheitsrisiko führen.

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

Kein Hunger
Hochwertige Bildung
SDG3
Gesundheit und Wohlergehen
SDG5 Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichheit
SDG11
Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG13
Massnahmen zum Klimaschutz

Unsere Ziele und Maßnahmen

Mit diesem Projekt verbessern wir die Lebensbedingungen der Familien in den ländlichen Projektgebieten von Baja Verapaz und Quiché. Wir fördern die Ernährungssicherheit und Mutter-Kind-Gesundheit und  unterstützen vor allem junge Mütter, ihren Lebensunterhalt zu verbessern und ihren Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Projektgemeinden setzen wir Strategien zur Bewältigung der negativen Folgen des Klimawandels um und fördern die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.

Auch in Guatemala hat die Covid-19-Pandemie erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheitssituation und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Unter strengen Auflagen – wie der Pflicht, Masken zu tragen, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu desinfizieren – konnten die Projektaktivitäten ab Januar 2021 fortgeführt werden. Dabei fanden die Treffen sowohl virtuell als auch persönlich statt. Für Veranstaltungen in Präsenz wurden die Teilnehmenden in kleine Gruppen mit höchsten zehn Personen eingeteilt.

Im Februar und März 2021 führten wir eine Analyse zur Ernährungssituation in den Gemeinden durch. Sie zeigte, dass viele Familien erhebliche Schwierigkeiten haben, ihren Grundbedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse luden wir 1.000 Frauen ein, deren Kinder ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung haben, an Workshops zu Ernährung und Kindergesundheit teilzunehmen. 945 Frauen und 30 Männer nahmen an den Workshops teil. Dort lernten sie, wie sie Mangelernährung vorbeugen und Gemüsegärten anlegen und wie wichtig regelmäßige Gesundheits-Check-ups der Kinder sind.

Außerdem ging es in den Workshops um Hygiene, die Bedeutung von  sauberem Trinkwasser und das gründliche Händewaschen mit Seife, um Infektionen wie Covid-19 und Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen. Alle Teilnehmer:innen erhielten Hygienekits mit Seife, OP-Masken, Besen und Kehrblechen. Das Gesundheitsministerium stellte anschließend fest, dass dank der Workshops bereits mehr Kinder zu den  Gesundheits-Check-ups gebracht werden. Weitere Familien, die aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen bisher nicht an den Workshops teilnehmen konnten, werden im nächsten Berichtszeitraum berücksichtigt.

In 37 Gemeinden wurden 120 Frauen ausgewählt, die in ihren Gemeinden die Projektaktivitäten zur Förderung der Gesundheit von Müttern und Kindern als Gruppenleiterinnen unterstützen. Die ausgewählten Frauen zeichnen sich besonders durch ihre Führungsfähigkeiten, ihr Engagement und Einfühlungsvermögen aus. Zu ihren Aufgaben zählt es, andere Mütter zur Teilnahme an den Gesundheitsworkshops zu motivieren und sie zu beraten. Außerdem sind die Frauen Vermittlerinnen zwischen den Familien und dem Plan-Team vor Ort.

Für ihre beratende Tätigkeit nahmen 30 der ausgewählten Frauen bereits an ersten Schulungen zu Hygienethemen und Umweltfreundlichkeit teil. Im Rahmen der Schulungen erhielten sie Hygienematerialien, bestehend aus einer Mehrzwecktasche, Handtüchern zum Händetrocknen, einem Handbuch mit  Beratungskarten, antibakterieller Seife, Alkoholgel und wiederverwendbaren Masken.

Um das Bewusstsein für Gesundheitsthemen in den Projektgemeinden zu stärken, entwickelten wir 26 Radiospots, die in Baja Verapaz und Quiché ausgestrahlt werden. Die Spots behandeln die Themen Kindergesundheit, Ernährung, Impfungen und Wachstumskontrollen für Kinder sowie die Bedeutung von prä- und postnataler Versorgung. Die Spots wurden auf Spanisch und in der indigenen Sprache K’iche‘ produziert. Insbesondere in Zeiten der Coronapandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen bieten die Radiospots eine gute Möglichkeit, um über diese wichtigen Themen zu informieren. Die Radiosender erreichen zusammen rund 296.000 Menschen.

Planmäßig verteilten wir im Januar 2021 Messgeräte zur Überwachung des Wachstums und der Entwicklung von Kindern unter fünf Jahren sowie zur prä- und postnatalen Kontrolle an vier Distrikte. Unser Projektpartner PROSAN schulte das Gesundheitspersonal in Baja Verapaz in der Verwendung der Messgeräte sowie der Erstellung von Protokollen bei Fällen von Mangelernährung. Auch in Quiché fanden Schulungen statt, die sich mit der Früherkennung von Mangelernährung und Wachstumskontrollen bei Kleinkindern beschäftigten. Insgesamt nahmen in den beiden Projektregionen 198 Personen, davon 140 Frauen, an den Schulungen teil.

Zusammen mit den Schulleitungen wählten wir die Jugendlichen aus, die an Schulungen nach der „Champions of Change“-Methode teilnehmen. Dabei handelt es sich um einen Ansatz, der Mädchen und Jungen nachhaltig stärkt, damit sie sich für Gleichberechtigung und die Rechte von Mädchen einsetzen können. In den Schulungen, die in mehrere Module unterteilt sind, beschäftigen sich die Jugendlichen zum Beispiel mit der Bedeutung von Geschlechternormen und wie diese dazu beitragen, Jungen zu privilegieren und Mädchen zu benachteiligen. In den Bezirken San Antonio Ilotenango, Cubulco und Salamá nahmen in diesem Zusammenhang 145 Mädchen an Schulungen teil, in denen sie ihr Selbstwertgefühl stärkten. 86 Jungen besuchten Schulungen, in denen sie Vertrauen untereinander aufbauten und über persönliche Ansichten und Wertvorstellungen diskutierten.

Video: Handwaschstationen in Guatemala

Beispielhafte Projektkosten

115 EUR
brauchen wir für die Ernährungssicherung einer Familie, die von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen ist.

483 EUR
kostet ein Workshop für 40 Lehrer:innen zu den Themen Umweltschutz, Klimawandel und Risikomanagement bei Naturkatastropehn

2.302 EUR
kostet eine Kampagne für Aufforstung und das Anlegen von Schulgärten an 40 Projektschulen

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  • Projektausgaben (82,95 %)
  • Werbeaufwendungen (12,22 %)
  • Verwaltungsaufwendungen (4,83 %)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold
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