Weltweite Hilfe
Mit diesem Projekt helfen wir Mädchen dabei, ihre Städte sicher zu gestalten.
Mit diesem Projekt helfen wir Mädchen dabei, ihre Städte sicher zu gestalten. ©Hartmut Schwarzbach / argus

Sichere Städte für Mädchen

In vietnamesischen Städten gehört sexuelle Belästigung für viele Mädchen zum Alltag. Häufig findet sie auf öffentlichen Plätzen, in Bussen oder auf dem Schulweg statt. Deshalb engagieren wir uns im Großraum Hanoi bereits seit 2014 dafür, die Sicherheit für Mädchen in der Stadt zu verbessern. Mit diesem Projekt führen wir unsere erfolgreichen Maßnahmen weiter.

Mehr Sicherheit in Städten!Helfen Sie mit.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Đông Anh in der Region Hanoi

Projektlaufzeit:
Juli 2020 – Juni 2023

Budget: 
1.012.837 €

Ziele:

  • Mehr Sicherheit für Mädchen in ihrer Stadt
  • Mehr Partizipation für Mädchen bei der Entwicklung ihrer Stadt

Maßnahmen:

  • Safety Walks, bei denen Jugendliche gefährliche Orte in ihrer Stadt dokumentieren
  • Zusammenarbeit mit öffentlichen Verkehrsbetrieben für mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen
  • Mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Mädchen, damit sie Einfluss auf Politik und Stadtplanung nehmen können
  • Zusammenarbeit mit 54 Jugendclubs, in denen 3.240 Jugendliche lernen, wie sie sich für ihre Rechte einsetzen können

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Was uns in Vietnam erwartet

Unsere Arbeit in Vietnam

Geschlechtsspezifische Gewalt ist in Vietnam im Privaten und Öffentlichen weit verbreitet – mehr als die Hälfte aller Frauen in Vietnam hat in ihrem Leben bereits physische, emotionale oder sexuelle Gewalt erlebt. Mädchen haben im Vergleich zu Jungen weniger Bewegungsfreiheit und können sich seltener an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen. Dies liegt an den Sorgen der Eltern, ihnen könne etwas zustoßen, aber auch an ihrer eigenen Angst vor Übergriffen und Gewalt. Diese ist berechtigt: 31 Prozent der Mädchen, die wir im Rahmen unseres Vorgängerprojekts „Safer Cities“ in Vietnam befragten, gaben an, auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bereits sexuell belästigt worden zu sein. Die Ursachen dafür sind vor allem stereotype Geschlechterrollen und schädliche soziale Normen. In Vietnam gibt es bereits verschiedene  Gesetze und Programme, um Mädchen gleichberechtigt an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen, um Geschlechtergerechtigkeit zu verwirklichen und geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern. Dennoch besteht weiterhin großer Handlungsbedarf: Öffentliche Räume und Verkehrsmittel müssen sicherer und inklusiver werden – vor allem für junge Menschen mit Behinderungen. Auch Jugendliche, die sich als LGBTQI+ definieren, werden im Verhältnis häufig belästigt oder erleben Gewalt.

Unsere Ziele und Maßnahmen

2019 haben wir in der Region ein ähnliches Projekt sehr erfolgreich abgeschlossen – daran wollen wir nun anknüpfen. Zwischen 2014 und 2019 haben wir Aktivitäten in 55 Grundund Sekundarschulen sowie 24 Kommunen in Đông Anh durchgeführt. In fünf Bezirken in Hanoi arbeiteten wir mit öffentlichen Verkehrsbetrieben und verschiedenen nationalen Behörden zusammen. Während der fünf Jahre konnten wir insgesamt 325.000 Mädchen, 325.000 Jungen, 55.000 Eltern und Betreuer:innen, 8.000 Beschäftigte im öffentlichen Verkehrssektor und 1.000 Regierungsangestellte erreichen. Unser Projekt trug dazu bei, dass  Sicherheitskameras in 30 Bussen in Hanoi und 494 Bussen in Ho Chi Minh City installiert wurden. Zusätzlich wurden die entwickelten Trainingsmaterialien auf verschiedene lokale Kontexte zugeschnitten und vom nationalen Gender-Büro in 63 Provinzen vertrieben.

Die Projektteilnehmer:innen arbeiteten zudem an der „Mobile Safe Journey Application“ mit, die von Plan International Vietnam entwickelt wurde. Die Smartphone-App versorgt Jugendliche, insbesondere Mädchen und junge Frauen, mit Informationen dazu, wie sie sich in ihren Städten sicher bewegen können. Geplant ist nun, diese App an die Vietnam Youth Union zu übergeben, damit sie auch landesweit stärker vertrieben werden kann. Zusammen mit Regierungspartnern und einem Verlag hat Plan sechs Bücher zu Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtsspezifischer Gewalt veröffentlicht, die auf Trainingsinhalten des Projekts basieren.

Im Projekt arbeiten wir mit Partnerorganisationen auf Stadt-, Distrikt- und Landesebene zusammen. Wir kooperieren mit dem nationalen Gender-Büro, der Frauenunion in Đông Anh, der Behörde für öffentliche Verkehrsmittel in Hanoi und lokalen Organisationen, die uns bei der Umsetzung und Durchführung der Aktivitäten unterstützen. Insgesamt nehmen an unseren Aktivitäten 1.620 Mädchen und 1.620 Jungen aus insgesamt 54 Jugendclubs teil; außerdem 650 Lehrer:innen aus 26 Schulen, 25 Journalist:innen, 16.000 Eltern, 945 Bedienstete im öffentlichen Verkehrssektor sowie 150 Regierungsbeamt:innen. Darüber hinaus erreichen wir Hundertausende Kinder, Jugendliche und Eltern in der Region Hanoi.

Wir arbeiten in diesem Projekt auch mit Jugendlichen des Vorgängerprojekts weiter. Mit ihnen vertiefen wir nun die öffentliche Einflussnahme, damit sie sich aktiv an der sozioökonomischen Entwicklung ihrer Region beteiligen können. Einige der Jugendlichen werden ihre Stimme bei wichtigen nationalen Strategien einbringen, wie der nationalen Gender- Strategie, dem Programm gegen geschlechtsspezifische Gewalt und dem sozioökonomischen Entwicklungsplan bis 2025.

In ihrer politischen Einflussarbeit stützen sich die Jugendlichen auf die Ergebnisse sogenannter Safety W alks. Während dieser Sicherheitsrundgänge dokumentieren sie – schriftlich und mit Kameras ausgerüstet – die Straßen und Plätze in ihrem Stadtteil, die sie als unsicher oder gefährlich einstufen. So erstellen sie Karten ihres Wohngebiets und melden der Polizei die Brennpunkte, die sie dabei entdecken.

Mit Hilfe von Bewertungsbögen dokumentieren die Jugendlichen und andere Gemeindemitglieder regelmäßig die Qualität der städtischen Dienste im Hinblick auf den Schutz und die Sicherheit von Mädchen. So kann das  Projektteam Fortschritte beobachten und Vorschläge für weitere Verbesserungen machen. Die so gesammelten Daten fließen in einen Bericht für öffentliche Entscheidungsträger:innen. Zusätzlich tragen Kampagnen das Thema weiter in die Öffentlichkeit. So wurden im Vorgängerprojekt beispielsweise Busse und Bushaltestellen mit Slogans bedruckt. Durch solche Kampagnen werden Gemeindemitglieder mobilisiert, sich ebenfalls für mehr Sicherheit in ihrem Stadtteil und den Schutz von Mädchen und Frauen einzusetzen.

Programm: Safer Cities for Girls

Dieses Projekt ist Teil unseres Programms „Safer Cities for Girls“ (dt.: Sichere Städte für Mädchen), das in verschiedenen Metropolen weltweit mehr Sicherheit für Mädchen in ihrem Wohnumfeld sowie an öffentlichen Orten und in öffentlichen Verkehrsmitteln schafft. Dabei fördern wir die politische Beteiligung von Mädchen und jungen Frauen, die aktiv in die Gestaltung und Entwicklung ihres Stadtteils mit eingebunden werden. Plan
International Deutschland unterstützt die Projektaktivitäten in Vietnam sowie in den ägyptischen Städten Assiut und Alexandria, in der indischen Metropole Delhi sowie in Lima, Peru.

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