Weltweite Hilfe
Projekt in Uganda: Kinder brauchen Bildung!
Wir helfen Kindern in Uganda dabei, Zugang zu Bildung zu erhalten, wie auch diesem Mädchen aus dem Tororo Distirkt. © Plan International

Kinder brauchen Bildung!

Wie viele Länder in Subsahara-Afrika steht auch Uganda vor großen Herausforderungen, wenn es um den Zugang zu hochwertiger Bildung für Kinder und Jugendliche geht. Nur eines von vier Kindern, die die Grundschule besuchen, schafft es bis zur weiterführenden Schule und nur 40 Prozent der Schüler:innen können nach sieben Jahren Grundschule lesen und schreiben.

Kindern gute Bildung ermöglichen!Helfen auch Sie in Uganda

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
West Nile

Projektlaufzeit:
Juli 2021 - Juni 2024

Ziele:

  • Gleichberechtigter Zugang zu Grundschulbildung

    Maßnahmen:

    • Bau von sieben Klassenzimmern und 72 Schultoiletten
    • Tische und Stühle für 24 Klassenzimmer
    • Lehrmaterialien für 7.000 Kinder
    • Fortbildung von Lehrkräften in kinderfreundlichen Lehrmethoden
    • Aufklärung zu den Rechten von Mädchen, Menstruationshygiene, sexueller Gesundheit und geschlechtsspezifischer Gewalt
    • Schulevents, Radiosendungen und Schulungen zum Thema Kinderschutz

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      Was uns in Uganda erwartet

      Uganda Karte

      130 Kinder in einem einzigen Klassenraum – das ist Alltag in den Projektschulen der Distrikte Nebbi und Madi Okolo in der Projektregion West Nile. Lediglich 12 Prozent der Mädchen und 26 Prozent der Jungen beenden die Grundschule nach den vorgeschriebenen sieben Jahren. Es gibt nur wenig Angebote zur frühkindlichen Förderung. Das Verhältnis von Lehrkräften zu Schüler:innen in den Projektschulen in Nebbi liegt bei 1:74 und in Madi Okolo bei 1:85 – dies ist weit über dem landesweiten Durchschnitt von 1:40. Nicht selten findet der Unterricht im Freien statt, da die wenigen Klassenzimmer erhebliche bauliche Mängel aufweisen.

      Zu den Herausforderungen im Schulwesen zählen neben überfüllten Klassenzimmern auch schlechte Ausstattung, fehlendes und veraltetes Lehrmaterial sowie nur unzureichend ausgebildete Lehrkräfte. In den meisten Schulen fehlen zudem Toiletten, die an die Bedürfnisse von Mädchen oder Kindern mit Behinderungen angepasst wären. Für Mädchen kommt erschwerend hinzu, dass sie aufgrund von Teenagerschwangerschaften oder Kinderheirat die Schule oft frühzeitig abbrechen müssen, was erhebliche Nachteile für ihre Gesundheit und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten mit sich bringt. Oftmals ist den Eltern auch nicht bewusst, wie wichtig frühe Förderung besonders für Mädchen ist.

      Projektaktivitäten: Juli – Dezember 2021

      Aufgrund der Pandemie blieben die Schulen in Uganda seit März 2020 mit Ausnahme von wenigen Monaten im Jahr 2021 vollständig geschlossen. Erst im Januar 2022 sollen die Schulen wieder geöffnet werden, was die geplante Durchführung einiger Projektaktivtäten erschwert. Dennoch konnten wir bereits einige vorbereitende Maßnahmen durchführen. So fanden beispielsweise bereits eine Auftaktveranstaltung zur Vorstellung des Projekts sowie Schulungen für Lehrkräfte statt. Auch die sechs Projektschulen wurden bereits ausgewählt.

      Im November 2021 organisierten wir eine Auftaktveranstaltung, um den Gemeinden die Projektaktivitäten und -ziele vorzustellen. Insgesamt nahmen 50 Personen, darunter Schuldirektor:innen, Gemeindevorsteher:innen und Mitglieder von Eltern-Lehrkräfte-Vereinigungen sowie von lokalen Behörden, daran teil. Ziel der Veranstaltung war es, die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen zu fördern und ein gemeinsames Verständnis für die erfolgreiche Umsetzung der Projektaktivitäten zu schaffen.

      Ein besonderer Fokus lag zudem darauf, die Teilnehmer:innen dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, Mädchen, die während der Pandemie schwanger wurden, die Rückkehr in die Schule zu ermöglichen. Denn aus aktuellen Zahlen geht hervor, dass allein im Distrikt Nebbi zwischen 2020 und 2021 3.600 Mädchen schwanger wurden. Um die Reichweite der vermittelten Botschaften zu erhöhen, verteilten wir zudem T-Shirts und Banner mit der Aufschrift „Bildung ist ein Recht! Bildung für Jungen und Mädchen!“.

      Die Corona Task Force stattet die Schulen vor der Wiedereröffnung mit Hygienematerialien wie Seife und Desinfektionsmittel aus.
      Die Corona Task Force stattet die Schulen vor der Wiedereröffnung mit Hygienematerialien wie Seife und Desinfektionsmittel aus.

      Um sicherzustellen, dass die Mädchen und Jungen bestmöglich geschützt sind, sobald die Schulen wieder öffnen, führten wir vorab einige Sicherheitsmaßnahmen durch. In diesem  Zusammenhang wurde eine Corona Task Force gegründet, die in jeder Projektschule Handwaschstationen installiert und alle Schulen mit Fieberthermometern, Desinfektionsmittel, Flüssigseife  und Erste-Hilfe-Kästen ausgestattet hat. Zudem haben wir bis Dezember 2021 bereits 18 neue Lehrkräfte für die sechs Projektschulen eingestellt, davon sechs in Madi Okolo und zwölf in Nebbi. Alle erhielten zunächst einen Einjahresvertrag.

      Darüber hinaus wurden in den beiden Projektdistrikten zwei Radiobeiträge ausgestrahlt. Die Beiträge thematisierten die Auswirkungen der Pandemie auf  das Bildungswesen und riefen die Eltern dazu auf, ihre Kinder, vor allem die Mädchen, wieder in die Schule zu schicken, sobald diese wieder geöffnet sind. Zudem wurde die Bevölkerung, besonders aber die Lehrkräfte, dazu aufgefordert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, um den Schulbesuch für Mädchen und Jungen so sicher wie möglich zu machen.

      Für die baldige Wiedereröffnung der Schulen wollen wir sicherstellen, dass so viele Kinder wie möglich im Projektgebiet wieder zur Schule gehen. Da erfahrungsgemäß die Schulbesuchsrate zu  Beginn des Schuljahres recht niedrig ist und wir befürchten, dass einige Mädchen und Jungen nach der langen Schulschließung nicht in die Schulen zurückkehren, weil sie beispielsweise  verheiratet wurden oder nun einer Arbeit nachgehen, organisierten wir verschiedene Kampagnen zum Schulanfang. Ziel der Aktionen war es, die Eltern davon zu überzeugen, wie wichtig der  Zugang zu Bildung für das Leben ihrer Kinder ist. In diesem Zusammenhang führten wir sechs Straßenkampagnen in den beiden Projektdistrikten durch, bei denen mit Lautsprecherdurchsagen auf  die Wiedereröffnung der Schulen hingewiesen und über die Bedeutung von Bildung für Kinder aufgeklärt wurde.

      Weiterhin organisierten wir eine Radio Talkshow mit verschiedenen  Regierungsvertreter:innen, in der das Projekt vorgestellt wurde und die Teilnehmer:innen nochmals betonten, wie wichtig es ist, auch Mädchen, die während der Schulschließung schwanger  geworden sind, die Rückkehr in die Schule zu ermöglichen.

      Wir beteiligten uns an verschiedenen Aktionen anlässlich der Internationalen Kampagne zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
      Wir beteiligten uns an verschiedenen Aktionen anlässlich der Internationalen Kampagne zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

      Zudem unterstützten wir auch die Aktivitäten im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Days of Activism Against Gender-Based Violence“, bei der jährlich vom 25. November bis 10. Dezember verschiedene Aktionen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen stattfinden. So haben wir in diesem Zeitraum in den beiden Projektdistrikten die Ausstrahlung von  jeweils vier Radiosendungen organisiert, die über verschiedene Themen in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt informierten. Beispielsweise wurde auf soziale Normen und Praktiken hingewiesen, welche  Mädchen und Frauen benachteiligen und sie dadurch anfälliger für Gewalt und Missbrauch machen. Weiterhin wurden auch die Auswirkungen von Gewalt auf Mädchen und Frauen mit Behinderungen thematisiert. In einer Diskussionsrunde hatten Hörer:innen zudem die Möglichkeit, ihre Meinung zu dem Thema zu äußern und über persönliche Gewalterfahrungen zu berichten.

      20 Lehrer:innen nahmen an einem Training zu sexuellen und reproduktiven Rechten und Genderthemen teil. Dabei befassten sich die Teilnehmer:innen mit Themen wie Kinderschutz, Sexualerziehung, Verhütungsmethoden, Familienplanung und HIV/Aids. Ziel der Schulungen ist es, dass die Lehrkräfte ihre Schüler:innen anschließend wertfrei und geschlechtssensibel über diese Themen aufklären können. Denn das Lehrpersonal spielt eine entscheidende Rolle dabei, Mädchen und Jungen über ihre sexuelle Gesundheit und Rechte zu informieren, sodass diese vernünftige und selbstbestimmte Entscheidungen über ihren Körper treffen können.

      Eigene Schultoiletten helfen Mädchen...

      Schultoiletten verändern das Leben von Mädchen

      ... ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen

      „Früher teilten sich Jungen, Mädchen und Lehrkräfte die Latrine an unserer Schule“, berichtet die 10-jährige Rosemary.1 „In den Pausen mussten wir Schlange stehen, um sie zu benutzen. Das war schrecklich! Wenn man seine Periode hatte, gab es keinen Raum um sich zu waschen und die Binden zu wechseln. Oft schwänzte ich an diesen Tagen den Nachmittagsunterricht oder blieb ganz zu Hause. Jetzt, da Plan die Toiletten für Mädchen gebaut hat, habe ich die Möglichkeit, mich in Ruhe zu waschen und meine Binden zu wechseln. Ich muss nicht mehr den Nachmittagsunterricht verpassen und habe keine Angst mehr, zur Schule zu gehen, wenn ich meine Periode habe.“

      1 Rosemary lebt im Programmgebiet East Central. Auch dort setzt Plan International Projekte zur Verbesserung der Sanitärsituation an Schulen um und stärkt die Rechte von Mädchen.

      Beispielhafte Projektausgaben

      Kinder brauchen Bildung: Beispielhafte Projektausgaben

      42 EUR
      brauchen wir, um drei Schüler:innen der ersten Klasse mit Schulheften, Lesebüchern und Büchertasche auszustatten

      125 EUR
      benötigen wir für das Monatsgehalt einer zusätzlichen Lehrkraft

      455 EUR
      kostet eine „Back to school“-Kampagne

      1.050 EUR
      brauchen wir, um ein Klassenzimmer mit 30 Stühlen und Tischen auszustatten