Neue Entbindungsstation fördert die Mutter-Kind-Gesundheit im ländlichen Laos

Foto: Plan International

Schwangere Frauen in ländlichen Gebieten in Laos haben oft einen schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung. Um die Mutter-Kind-Gesundheit im Norden des Landes zu verbessern, hat Plan International eine Entbindungsstation gebaut.

Obwohl die Säuglingssterblichkeit in Laos in den letzten Jahrzenten immer weiter zurückgegangen ist, sind die tatsächlichen Zahlen noch immer erschreckend hoch. 2015 bis 2020 hatte Laos die meisten Fälle in der Region Südostasien (39 von 1.000). Viele Frauen entbinden zuhause, weil die wenigen Gesundheitseinrichtungen zu weit entfernt sind und eine Anreise mühsam und kostspielig ist. 

In Pakbeng, einem Gebirgsbezirk im Norden von Laos, liegt das Gesundheitszentrum Singxay. Das nächste Krankenhaus ist 30 Kilometer entfernt, also ist das Zentrum auch für die Bewohner:innen der Nachbardörfer oft die einzige Möglichkeit, medizinisch versorgt zu werden. Selbst wenn sie sich die Kosten für eine Anreise leisten können, sind in der Regenzeit die Straßen schlammig oder komplett überflutet – eine Fahrt zum Krankenhaus ist dann gefährlich oder gar unmöglich.

Eine Geburtshelferin misst die Temperatur eines Säuglings, der auf dem Schoß seiner Mutter liegt.
In den ländlichen Gebieten von Laos gibt es keine ausreichende Gesundheitsversorgung.

Schlechte Versorgungslage für Schwangere und Neugeborene

Für schwangere Frauen in der Region ist das Zentrum die einzige Anlaufstelle für medizinische Untersuchungen, Vorsorge und den Erhalt von wichtigen Informationen, die ihnen helfen, die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt gut zu überstehen. Eine Entbindung mit medizinischer Begleitung war für Frauen der Region bisher kaum möglich, da das Gesundheitszentrum nur über drei Betten verfügt und nicht mit den Instrumenten ausgestattet war, die für eine sichere Geburt von Nöten sind.

Eine Frau sitzt an einem Tisch und schreibt in ein Heft. Sie sitzt einer Patientin gegenüber und lächelt in die Kamera.
Vaen arbeitet als Geburtshelferin im Gesundheitszentrum.
Eine schwangere Frau und ihr Mann sitzen auf einer Bank und lachen. Sie blättern in einer Informationsbroschüre.
Sie spricht mit Eltern über deren Fragen und vermittelt Informationen, damit sie sich selbst und ihren Säugling bestmöglich versorgen können.

„Der Platzmangel im Zentrum war ein echtes Problem, weil wir nicht viele Patientinnen und Patienten betreuen konnten. Dadurch verpassten viele Eltern wichtige Informationen darüber, wie sie vor und nach der Geburt für sich und ihr Baby sorgen können“, erklärt Vaen (27), die als ausgebildete Geburtshelferin im Zentrum arbeitet. „Ich bin auch vielen Müttern begegnet, die sich eine Fahrt zum Bezirkskrankenhaus einfach nicht leisten können und bei der Geburt auf sich allein gestellt sind.“ 

Eine neue Station für einen guten Start ins Leben

Um die Gesundheitsversorgung von Müttern und Neugeborenen zu verbessern, hat Plan International die Behörden dabei unterstützt, eine Entbindungsstation für das Gesundheitszentrum zu bauen. Die Arbeiten begannen Ende 2020 und wurden im Mai 2021 fertiggestellt. Die Station besteht aus vier Zimmern für Mütter, einem Untersuchungsraum, einem Kreißsaal und einem Zimmer für die Nachsorge und die Erholung nach der Geburt. Alle Räume sind mit den entsprechenden medizinischen Werkzeugen und Waschmöglichkeiten für die Mütter und ihre Babys ausgestattet.

Eine Gruppe Menschen in Arztkitteln und Pflege-Uniformen steht vor dem neuen Gebäude
Das Personal des Gesundheitszentrums steht vor der neuen Entbindungsstation.
Ein neues Stein-Gebäude steht vor einem bergigen Hintergrund.
Die Entbindungsstation verfügt über gut ausgestattete Räume, in denen Eltern und Säuglinge vor, während und nach der Geburt versorgt werden können.

„Das neue Gebäude ist sehr schön“, sagt die 30-jährige Somchanh, die das Zentrum als Patientin besucht. „Es ist sauber und ordentlich, und es gibt viel Platz. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben, auch weil das Personal der Entbindungsstation sehr freundlich ist. Wir werden mit Sorgfalt und Respekt behandelt. Ich habe ein gutes Gefühl bei der Aussicht, hier mein Kind auf die Welt zu bringen.“

Auch Vaen ist sehr zufrieden mit der neuen Einrichtung. Sie hat auch schon beobachtet, dass immer mehr werdende Eltern das Zentrum besuchen und auch dort entbinden wollen. „Die Zahl der Schwangeren, die zu uns kommen, ist im Vergleich zu 2020 gestiegen. Da hatten wir insgesamt 172 Frauen, die unsere Betreuung in Anspruch genommen haben, und die gleiche Zahl kam allein im ersten Halbjahr von 2021. Das ist ein schönes Zeichen, weil es bedeutet, dass das Zentrum an Bekanntheit und Vertrauen gewinnt.“

Über das Projekt

Plan International Laos begann seine Aktivitäten in der Provinz Oudomxay im Jahr 2014. Neben dem Bau von Entbindungsstationen werden im Rahmen des Projekts „Gesunder Start ins Leben“ auch Fortbildungen für Geburtshelfer:innen und Gesundheitspersonal durchgeführt, mobile Gesundheitsdienste für Schwangere und Kinder gefördert, und Wasser- und Sanitärversorgungen verbessert. Das Projekt befindet sich inzwischen schon in der zweiten Phase. 

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