Wandel beginnt im eigenen Viertel
Lange hatte Samuel keine feste Arbeit. Er wechselte von einem Gelegenheitsjob zum nächsten – bis er mit anderen jungen Menschen eine Organisation gründete. Ihr gemeinsames Ziel, sowohl den Lebensunterhalt als auch das eigene Viertel zu verbessern: mit städtische Landwirtschaft.
Die „Echo Youth Development Group“ (dt. etwa: Echo Jugendentwicklung) baut Nutzpflanzen in einem dicht besiedelten Stadtgebiet an, in dem frische und bezahlbare Nahrungsmittel lange Zeit nur schwer zu bekommen waren. Was klein begann, ist heute eine feste Einnahmequelle – nicht nur für die Mitglieder der Gruppe, sondern auch für andere junge Menschen, die sie inzwischen ausbilden.
So unterstützt Plan International junge Menschen in Kampala
„Die meisten von uns hatten mit Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Unsicherheit zu kämpfen“, sagt Samuel. Unterstützung erhielten er und seine Mitstreiter:innen im Rahmen des „Youth Climate Accelerator“ (YCAA, dt. etwa: Jugend-Klimaaktionsprogramm) von Plan International. Seit Januar 2024 begleitet das Vorhaben insgesamt 32 von jungen Menschen geleitete Organisationen in drei Stadtteilen Kampalas. Gemeinsam mit Fachleuten werden Ideen, wie man den Folgen der Klimakrise und von Arbeitslosigkeit begegnen kann, in Workshops entwickelt – vom Geschäftsmodell über Budgetplanung bis zum Design. Danach erhalten die jungen Unternehmer:innen Mikrozuschüsse, also kleine Geldhilfen, zwischen 1.000 und 5.000 US-Dollar (ca. 900-4.400 Euro) für etwa ein halbes Jahr, um ihre Ideen umzusetzen. In dieser Zeit werden die Gruppen fortlaufend beraten.
„Durch die neuen Fähigkeiten, die wir gelernt haben, das Mentoring und die Unterstützung in der Landwirtschaft können wir jetzt eigene Lebensmittel anbauen, Geld verdienen und sogar andere darin schulen“, erklärt Samuel.
Viele Wege für viele Probleme: Wie junge Menschen kleine Lösungen schaffen
In Kampalas informellen Siedlungen, also ärmeren Stadtteilen, spüren die Menschen den Klimawandel jeden Tag. Starke Überschwemmungen treten regelmäßig auf und richten großen Schaden an – oft kommt es während einer einzigen Regenzeit mehrfach zu solchen Ereignissen. Das erschwert auch die Bedingungen am Arbeitsmarkt, sichere Jobs sind in Ugandas Hauptstadt schwer zu finden.
Immer mehr junge Menschen in Kampala suchen deshalb nach neuen Wegen, um auf die Herausforderungen in ihrer Umgebung zu reagieren: Manche konzentrieren sich dabei, wie Samuel und sein Team, auf die Landwirtschaft. In Stadtteilen, in denen die Müllabfuhr nicht richtig funktioniert und so zu Überschwemmungen und Gesundheitsrisiken beiträgt, sammeln Jugendgruppen weggeworfene Materialen, um sie wiederzuverwerten. In wieder anderen Vierteln wandeln Kleinunternehmen Essensreste und andere natürliche Abfälle in Brennstoff und Dünger um.
Die Ansätze sind vielfältig und immer auf die Bedingungen in der direkten Lebensumgebung angepasst. Allen gemein ist die Entschlossenheit, lokale Probleme in praktische Lösungen umzuwandeln. Das stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl: Die Teilnehmenden des YCAA-Projekts von Plan International tauschen Wissen aus und unterstützen sich gegenseitig bei ihren Fortschritten.
Frauen stärken: Brendas Weg zu mehr Selbstvertrauen und Einkommen
Auch Brenda erzählt eine Erfolgsgeschichte. Als junge Frau sah sie sich mit zusätzlichen Hindernissen konfrontiert: Begrenzte Möglichkeiten, finanzielle Abhängigkeit und wenig Räume, in denen sie ihre Ziele verwirklichen konnte. „Durch das YCAA-Projekt habe ich Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen wir städtische Landwirtschaft, Unternehmensführung und Buchhaltung erworben“, erzählt sie. Das habe ihr Selbstvertrauen gestärkt und ihre Zukunft grundlegend verändert.
Mit dem Einkommen aus ihrer Arbeit versorgt Brenda ihre Familie. Außerdem wird sie in Entscheidungen einbezogen, die ihr früher unerreichbar erschienen. Die Veränderung, sagt sie, sei nicht nur wirtschaftlicher Natur – sie sei zutiefst persönlich.
Was gelingt, wenn junge Menschen Unterstützung bekommen
Brendas und Samuels Geschichten zeigen: Wenn junge Menschen Wissen, Geld für den Start und beratende Unterstützung erhalten, können sie auf den Klimawandel und geringe wirtschaftliche Perspektiven mit eigenen Lösungen reagieren.
Dieser Artikel wurde mit Material aus dem ugandischen Plan-Büro erstellt.