Unterricht ohne Klassenzimmer

Foto: Plan International

Für die 14-jährige Monica gehört Unterricht im Freien zum Alltag. Bei Regen und Wind lernen viele südsudanesische Kinder nur mit Mühe. Eine neue Schule soll für bessere Bedingungen sorgen.

Für Monica (14) ist ein schattenspendender Baum ihr Klassenzimmer. Gemeinsam mit ihren Mitschüler:innen sitzt sie im Freien, während die Tafel an einen Baumstamm gelehnt ist. In einiger Entfernung lernen weitere Klassen unter anderen Bäumen auf dieselbe Weise.

Das Schulgebäude in ihrem Dorf im Bundesstaat Lakes in Südsudan ist baufällig und bietet außerdem nicht genügend Platz für alle Kinder. Deshalb findet ein großer Teil des Unterrichts unter freiem Himmel statt. „Wenn der Wind weht, fliegt uns Staub in die Augen und in unsere Bücher“, erzählt Monica. In diesem Jahr hat der Baum wegen Dürre weniger Blätter als sonst. Dadurch sind die Kinder der Witterung noch stärker ausgesetzt. Vor allem der Sonne, die hier in Ostafrika ab dem Vormittag vom Himmel brennt.

Monica sitzt draußen und nimmt am Unterricht teil
Monica (14) nimmt im Südsudan unter freiem Himmel am Unterricht teil Plan International
Kinder lernen draußen unter einem Baum
Hitze, Wind und Regen erschweren den Schulalltag vieler Kinder im Südsudan Plan International

„Manchmal regnet es, und wir müssen nach Hause rennen. Und wenn es sehr heiß ist, sitzen wir trotzdem draußen.“

Monica (14), Schülerin aus dem Bundesstaat Lakes in Südsudan
Kinder im Freien sitzen zusammen um Unterricht zu erhalten
Im Freien lernen Kinder in Südsudan so gut es geht weiter Plan International

Warum der Schulalltag oft unterbrochen wird

Die Herausforderungen beschränken sich jedoch nicht auf die fehlenden Klassenräume: Wiederkehrende Gewaltausbrüche führen im Bundesstaat Lakes immer wieder dazu, dass Familien ihr Zuhause vorübergehend verlassen müssen. Für viele Kinder bedeutet das, dass ihr Schulbesuch unterbrochen wird oder sie zeitweise gar keinen Unterricht haben.

Zugleich sind Schulen in den betroffenen Gebieten häufig beschädigt, geschlossen oder können vorübergehend nicht genutzt werden. Auch fehlende Unterrichtsmaterialien und der Mangel an ausreichend ausgebildeten Lehrkräften erschweren vielerorts den Schulalltag.

Warum Schulen mehr als Unterricht bieten

Für Kinder ist Schule mehr als ein Ort zum Lernen. Sie bietet Struktur im Alltag und einen Ort, an dem Mädchen und Jungen soziale Kompetenzen aufbauen, Freundschaften pflegen und Zeit mit Gleichaltrigen verbringen können.

Damit Bildung auch in Krisenzeiten möglich bleibt, braucht es sichere Lernorte, ausreichend Unterrichtsmaterialien und Lehrkräfte, die ihren Unterricht verlässlich fortsetzen können.

Neu erbauter Toilettenblock für Schule in Südsudan
Der neu errichtete Toilettenblock sorgt für verbesserte Hygienebedingungen an der Schule Plan International
Neu erbaute Schule in Lake State in Südsudan
Der Bau der neuen Schule soll Kindern künftig einen sicheren und wettergeschützten Lernort bieten Plan International

Ein neues Klassenzimmer für Monicas Dorf

Um die Situation zu verbessern, entsteht in Monicas Dorf eine neue Schule. Der Bau wird von Plan International mit finanzieller Unterstützung vom globalen UN-Fonds für Bildung in Notsituationen umgesetzt. Der Fonds unterstützt Kinder, deren Zugang zu Bildung durch Konflikte, Vertreibung oder andere Krisen gefährdet ist.

Für Monica bringt das vor allem bessere Bedingungen für den Schulalltag. „Ich freue mich sehr über das neue Klassenzimmer“, sagt sie. „Wenn es jetzt regnet, müssen wir nicht mehr weglaufen. Und wenn es windig ist, sind wir drinnen in Sicherheit.“

Mit der neuen Schule sollen die Lernbedingungen langfristig verbessert werden. Darüber hinaus unterstützt Plan International Kinder in den von Konflikten und Vertreibung betroffenen Gebieten des Bundesstaates Lakes beim Zugang zu Bildung und weiteren Unterstützungsangeboten. Diese können dabei helfen, mit belastenden Erfahrungen umzugehen und den Schulalltag fortzusetzen.

Mit eigenen Zielen in die Zukunft

Monica freut sich bereits darauf, i die neue Schule zu gehen. Gleichzeitig ermutigt sie die Eltern anderer Kinder aus ihrer Gemeinde, deren Töchter und Söhne ebenfalls zum Unterricht zu schicken.

Für ihre eigene Zukunft hat die 14-Jährige bereits klare Vorstellungen: „Wenn ich die Schule abgeschlossen habe, möchte ich Präsidentin werden“, sagt Monica stolz. „Wenn ich Präsidentin werde, werde ich den Menschen in Südsudan helfen, indem ich Krankenhäuser und weitere Schulen baue.“

Die Geschichte von Monica wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Südsudan aufgeschrieben.

Der Nothilfe-Fonds

Weltweit nimmt die Zahl der Krisen zu: Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, Hunger oder Krankheiten bedrohen Gesundheit, Lebensgrundlagen und die Zukunft von Millionen Menschen. Gerade Kinder sind in unübersichtlichen Situationen der Not oft diejenigen, die am wenigsten Beachtung finden. Mit Ihrer Spende für den Nothilfe-Fonds von Plan International helfen Sie, betroffene Kinder und ihre Familien zu unterstützen.

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