Klima der Ungleichheiten
Anfang des Jahres führten schwere Regenfälle im südlichen Afrika zu Hunderten Todesfällen, Hunderttausenden Vertriebenen und Schäden in Milliardenhöhe. Für knapp eine halbe Million Schulkinder musste der Unterricht ausgesetzt werden. Zunehmende Hitzeperioden, Dürren und Überschwemmungen haben bereits heute gravierende Folgen, besonders für die Gesundheit, Sicherheit und Zukunftsperspektiven von Mädchen und jungen Frauen. So erschweren klimabedingte Notlagen den Zugang zu Verhütung sowie zu Schwangerschafts- und Gesundheitsversorgung. Wasserknappheit, längere Wege zu Wasserstellen und Ernteausfälle erhöhen zudem Gesundheits- und Ernährungsrisiken, insbesondere für Mädchen. Gleichzeitig steigt in Krisensituationen das Risiko für sexualisierte Gewalt und Frühverheiratung. Diese Entwicklungen betreffen Länder in Subsahara-Afrika wie Simbabwe, aber auch viele andere Regionen weltweit.
Plan International setzt auf klimabewusste Programmarbeit
Um auf die Auswirkungen der Klimakrise auf Mädchen gezielt zu reagieren, integriert Plan International klimabewusste Ansätze systematisch in die internationale Programmarbeit. Ein Beispiel ist das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Projekt in Simbabwe, das Female Entrepreneurship, Klimaanpassungsaßnahmen und Stärkung sexueller und reproduktiver Rechten miteinander verbindet. Ziel ist es, Mädchen und lokale Gemeinschaften in betroffenen Regionen dabei zu unterstützen, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und ihre Resilienz zu stärken.
„Nach Überschwemmungen mussten wir in einer Notunterkunft leben. Dort musste ich meine Binden inmitten der anderen Menschen wechseln, weil es keine Privatsphäre gab.“
Besuch aus Simbabwe: Politischer Austausch in Berlin
Mit dem Anspruch, die Arbeit von Plan in Simbabwe und Deutschland sichtbarer zu machen und die Bedeutung einer geschlechtergerechten Klimapolitik für Mädchen und junge Frauen zu unterstreichen, war Ende Februar der Landesdirektor von Plan International Simbabwe, Peter van Dommelen, zu Besuch in Berlin. Die Abteilung Entwicklungspolitik von Plan International Deutschland organisierte hierfür ein dreitägiges Programm mit verschiedenen Gesprächen und Austauschformaten mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Ministerien und Stiftungen. Ziel war es, auf die Situation in Simbabwe aufmerksam zu machen und den Zusammenhang zwischen Klimawandel und sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR) stärker in den politischen Fokus zu rücken. Gleichzeitig boten die Gespräche Raum für den Austausch über mögliche politische Handlungsoptionen und notwendige Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise.
Parlamentarisches Frühstück: Vernetzung für eine gerechte Klimapolitik
In diesem Zusammenhang organisierte Plan International ein parlamentarisches Frühstück im Deutschen Bundestag. Unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber und Sascha van Beek und moderiert von Elisabeth Falke, Büroleiterin des Berliner Plan-Büros, diskutierten mehr als 40 Teilnehmende gemeinsam mit Birgit Pickel, Abteilungsleiterin Afrika im BMZ, und Peter van Dommelen über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen, sowie über politische Handlungsspielräume. Ergänzt wurden die Beiträge durch eingespielte Stimmen von Mädchen aus Simbabwe, die eindrücklich von ihren persönlichen Erfahrungen und den Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Leben berichteten.
„Wenn sich das Klima weiter verändert, werde ich vielleicht mit einem älteren Mann verheiratet, damit die Grundbedürfnisse meiner Geschwister gedeckt werden.“
Klimawandel, Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit gehören zusammen
Neben dem Austausch über die Entwicklungen der internationalen und deutschen Entwicklungspolitik sowie Ansätze für eine gerechte, wirksame und menschenrechtsbasierte Entwicklungszusammenarbeit wurde deutlich, wie eng Klimawandel, Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit miteinander verknüpft sind und wie wichtig es ist, die Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen in die internationale Klimapolitik miteinzubeziehen.