Die schwersten Fluten seit einer Generation
[Letzte Aktualisierung 30.01.2026]
Schwere Regenfälle sorgen auch und gerade in Mosambik seit dem 24. Dezember 2025 für Überschwemmungen. Besonders betroffen sind die südlichen und zentralen Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala. In den Gebieten können fast 250.000 Kinder nicht in das neue Schuljahr starten, denn die Wassermassen haben auch vor den Schulen nicht Halt gemacht: 318 Schulen und 583 Klassenzimmer wurden schwer beschädigt, Lernmaterialen durch wochenlange unerbitterliche Regenfälle weggespült.
Luis Paulo, Landesdirektor von Plan International Mosambik, warnt: „Tausende von Kindern stehen vor einem ungewissen Start ins Schuljahr. Viele von ihnen wurden vertrieben, durch zerstörte Infrastruktur abgeschnitten und haben keine sicheren Klassenzimmer, in die sie nach den Ferien zurückkehren können. Für Familien, die bereits mit dem Verlust ihrer Häuser, Ernten und Lebensgrundlagen zu kämpfen haben, bedeutet die ungewisse Lage der Schulen eine weitere Instabilität in einer sich ohnehin rapide verschlimmernden Krise.“
„Trotz der Überschwemmungen hat das Recht der Kinder weiterhin Bestand.“
Die Situation vor Ort
Laut UN-Angaben sind bis heute fast 800.000 Menschen in Mosambik von den Überschwemmungen betroffen, davon über die Hälfte Kinder. Mehr als 4.400 Häuser wurden zerstört oder beschädigt, rund 72.000 Häuser überflutet und 30 Gesundheitszentren sind nicht mehr nutzbar. Über 70.000 Hektar Ackerland steht unter Wasser, was die Nahrungsmittelversorgung gefährdet. Landesweit wurden rund 150.000 Menschen in sichere Unterkünfte gebracht.
Plan International startet Hilfsmaßnahmen
Plan International in Mosambik arbeitet daran, akute Nothilfemaßnahmen für Kinder und Familien in den betroffenen Gebieten umzusetzen. Als Sofortmaßnahme stehen 500 Sets für Menstruationshygiene, 300 Hygiene-Kits mit Desinfektionsmitteln sowie 500 Sets mit Schulmaterialien bereit, die nach und nach an die Menschen in den Notunterkünften verteilt werden.
Hinderlich dabei sind die teilweise unterbrochenen Straßenverbindungen zu den am stärksten betroffenen Gebieten; der Transport von Hilfsgütern ist auf dem Landweg in den besonders betroffenen Provinzen nicht möglich. Sobald die Zugänge wieder hergestellt sind, werden die Lieferungen vergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt von Plans Arbeit vor Ort liegt auf Schutzmaßnahmen für Kinder, insbesondere Mädchen. Denn Krisen verstärken bestehende Ungleichheiten – und erhöhen das Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt. In den provisorischen Unterkünften hat Plan International sichere Räume eingerichtet, in denen Kinder geschützt spielen und emotionale Unterstützung erhalten können.
„Trotz der Überschwemmungen hat das Recht der Kinder weiterhin Bestand, und Plan International wird weiterhin mit der Regierung und Partnern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder zur Schule gehen können“, betont Luis Paulo. „In der Zwischenzeit dienen unsere kinderfreundlichen Räume als wichtiger Anlaufpunkt für psychologische und psychosoziale Unterstützung, um sicherzustellen, dass Kinder die emotionale Betreuung erhalten, die sie dringend benötigen.“
Die Kinderrechtsorganisation unterstützt zudem lokalen Behörden dabei, gefährdete Gemeinden vor drohenden Gefahren zu warnen sowie Familien in Sicherheit zu bringen.
Gefahr vor Krankheiten
Die Infrastruktur ist zerstört, die Versorgungsketten unterbrochen und der Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung begrenzt. Dies erhöht das Risiko für die Bevölkerung: Durch schmutziges Trinkwasser können Krankheiten wie Cholera, Durchfall und andere Infektionen übertragen werden. Diese sind insbesondere für kleine Kinder und ältere Menschen eine tödliche Gefahr.
Kein Ende in Sicht
Die humanitäre Lage in Mosambik verschärft sich täglich: Die Regenzeit schreitet voran – und die Zyklonsaison steht bevor (Februar-März 2026). Eine groß angelegte Ausweitung der humanitären Hilfe ist dringend erforderlich, um insbesondere Nahrung, sanitäre Einrichtungen und sicheres Trinkwasser (WASH), medizinische Versorgung, Bildung und Schutzmaßnahmen für Kinder sicherzustellen.
Wichtiger Hinweis: Derzeit sind keine Patenkinder und ihre Familien betroffen. Sollten uns konkrete Informationen zu Ihren Patenkindern vorliegen, melden wir uns bei Ihnen.