Patenschaft für die Mädchenrechte
Schon an den Flughäfen der Karibikinsel fällt ein Banner ins Auge: „Sexuelle Ausbeutung und Missbrauch haben massive Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Verbrechen dieser Art werden mit Gefängnis bestraft“.
Die Dominikanische Republik weist eine der höchsten Raten an geschlechtsspezifischer Gewalt in Lateinamerika auf. Ursächlich dafür ist unter anderem der Machismo, eine in Lateinamerika weit verbreitete Einstellung, die es Jungen und Männern erlaubt, Mädchen und Frauen herabwürdigend zu behandeln und sich dabei auf angebliche männliche Überlegenheit zu berufen.
Die Gründe, um sich in diesem Land insbesondere für die Rechte von Mädchen und jungen Frauen stark zu machen, sind vielfältig – zum Beispiel mit einer Plan-Patenschaft, wie sie Dr. Brigitte Reutner-Doneus übernommen hat.
Im Plan Post-Interview spricht die Kuratorin der Ausstellung „Mädchen* sein!?“ vom LENTOS Kunstmuseum in Linz über ihr Engagement für ein Patenmädchen in dem Karibikstaat:
Plan Post: Ihr Patenkind lebt in der Dominikanischen Republik, wie kamen Sie zu diesem Land?
Dr. Brigitte Reutner-Doneus: Dieses Land wurde mir von Plan vorgeschlagen, weil dort der Bedarf für die Unterstützung von Kindern, auch und gerade Mädchen, besonders groß ist.
Seit wann sind Sie Patin und wie sind Sie auf Plan International aufmerksam geworden?
Ich bin seit rund fünf Jahren Plan-Patin. Aufmerksam geworden bin ich durch eine Postwurfsendung.
Was waren Ihre Beweggründe, eine Patenschaft bei Plan International zu übernehmen?
Ich habe einen Spielfilm mit Jack Nicholson gesehen; in „About Schmidt“ geht es darum, dass ein älterer Herr kurz nach seiner Pensionierung seine langjährige Ehefrau verliert. Er versucht, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben und beginnt über Plan International einen Briefwechsel mit einem afrikanischen Patenkind. Das Kind ist die einzige Person, dem er seine wahren Gefühle mitteilen kann.
Ja, die Tragikomödie aus dem Jahr 2002, in der ein Plan-Patenjunge in Erscheinung tritt …
… Ndugu aus Tansania kann mit solchen Herzensangelegenheiten nichts anfangen, da er erst sechs Jahre alt ist. Vielleicht kann sich der Protagonist gerade deswegen diesem Kind gegenüber so öffnen. Die Beziehung zu diesem Patenkind wird zusehends wichtiger für sein Leben.
Schreiben Sie ihrem eigenen Patenkind? Und was?
Ich selbst schreibe meinem Patenkind keine Briefe, indem ich ihm – es ist ein Mädchen – meine innersten Gefühle mitteile, aber ein paar Details aus meinem Leben habe ich schon mitgeteilt. Umgekehrt freue ich mich sehr über Zeichnungen von ihr.
„Es freut mich, dass ich dieses Mädchen in einer sehr prägenden Zeit ihres Lebens unterstützen kann.“
Was finden Sie schön daran, Patin zu sein?
Ich lerne sehr viel über Empathie. Es freut mich, ein Mädchen zu kennen, das auf der anderen Seite des Atlantiks aufwächst, und dass ich dieses Mädchen in einer sehr prägenden Zeit seines Lebens unterstützen kann. Ich hoffe, damit etwas zum ,Empowerment‘ von Mädchen beizutragen. Und es freut mich jedes Mal, wenn ich Neuigkeiten von meinem Patenkind erfahre.