Ein Garten für ein eigenes Einkommen

Foto: Plan International

Nach ihrer Flucht aus dem Sudan musste Khadijah ihre Familie unter schwierigen Bedingungen versorgen. Ein kleiner Garten hilft ihr nun, Gemüse anzubauen und ein eigenes Einkommen zu erzielen.

Als Khadijah (35) in Renk im Südsudan ankam, war sie auf der Flucht vor dem Konflikt im benachbarten Sudan. Mit 35 Jahren kümmerte sie sich um 13 Kinder und ihren blinden Ehemann. Als einzige Ernährerin der Familie stand sie vor der Aufgabe, ihre Angehörigen unter den neuen Lebensbedingungen zu versorgen.

Renk liegt nahe der Grenze zum Sudan und ist seit Beginn des Konflikts ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen, die vor der Gewalt fliehen. Viele kommen mit wenig Besitz an und müssen sich in einer Umgebung zurechtfinden, in der Lebensmittel, medizinische Versorgung und andere grundlegende Dinge für viele Familien schwer bezahlbar sind. Auch Khadijah hatte ihre bisherige Lebensgrundlage verloren. 

„Nach den Kämpfen in Sudan wurde alles zu einer Herausforderung. Es war schwer, die Familie zu ernähren, und wenn wir krank wurden, gab es keine Möglichkeit, ins Krankenhaus zu gehen“, erinnert sie sich.

Khadijah steht lächelnd draußen in ihrem Garten in Renk
Khadijah (35) floh aus dem Sudan und baut sich in Renk eine neue Lebensgrundlage auf Plan International

„Nach den Kämpfen in Sudan wurde alles zu einer Herausforderung.“

Khadijah (35), über die Folgen ihrer Flucht aus dem Sudan
Geerntete Auberginen werden von Khadijah in einer silbernen Schüssel haltend gezeigt
Khadijah baut unter anderem Auberginen an, die sie für ihre Familie nutzt und auf dem lokalen Markt verkauft Plan International
Khadijah steht draußen in ihrem Garten in Renk
Khadijah in ihrem Garten, der ihr heute Gemüse für die eigene Familie und zusätzliches Einkommen liefert Plan International

Mit kleinen Einnahmen durch den Alltag

Um Geld zu verdienen, verkaufte Khadijah Gebäck, das vor Ort als „Zelabia“ oder „Mandazi“ bekannt ist. Die Einnahmen halfen ihr, den Alltag zu bewältigen, reichten aber kaum aus, um ihre große Familie zu versorgen. Lebensmittel, Schulgebühren und medizinische Behandlungen belasteten das knappe Budget zusätzlich.

Im November 2025 erhielt Khadijah im Rahmen eines von Plan International durchgeführten Nothilfeprojekts zweimal Mehrzweck-Bargeldhilfe. Das Projekt unterstützt geflüchtete Menschen aus Sudan und Familien, die nach Südsudan zurückgekehrt sind. Mit der Bargeldhilfe können Familien selbst entscheiden, wofür sie die Unterstützung am dringendsten benötigen, etwa für Lebensmittel, Unterkunft, Wasser oder medizinische Versorgung. „Ich kaufte Lebensmittel wie Mehl, bezahlte die Schulgebühren für einige meiner Kinder und verwendete den Rest zur Begleichung medizinischer Rechnungen“, sagt Khadijah.

Die Unterstützung entlastete die Familie zunächst. Doch Khadijah wollte langfristig unabhängiger werden und eine verlässlichere Einkommensquelle aufbauen.

 

Khadijah und ein Plan-Mitarbeiter stehen in ihrem Garten und reden miteinander
Khadijah spricht mit einem Plan-Mitarbeiter über ihren Garten Plan International

Aus einem kleinen Garten wird eine Perspektive

Im April 2026 erhielt Khadijah im Rahmen des Projekts Unterstützung beim Anlegen eines eigenen Gartens. Sie bekam Gemüsesaatgut und grundlegende Werkzeuge und lernte, wie sie den Garten bewirtschaften kann. Heute wachsen dort verschiedene Gemüsesorten. Einen Teil der Ernte verwendet Khadijah für ihre Familie, den Rest verkauft sie auf dem lokalen Markt. So kann sie Lebensmittelkosten sparen und gleichzeitig eigenes Geld verdienen.

„Nachdem ich etwas Gemüse geerntet habe, verkaufe ich es auf dem Markt, und den Rest essen wir zu Hause. Ich teile auch etwas mit meiner Nachbarschaft. Mein Traum ist es nun, in größerem Umfang Landwirtschaft zu betreiben, damit ich meine Familie besser versorgen kann“, sagt sie.

Durch den Gemüseverkauf verdient Khadijah durchschnittlich rund 60.000 südsudanesische Pfund, etwa acht US-Dollar, im Monat. Auch wenn das für die große Familie kein hohes Einkommen ist, trägt Khadijah damit regelmäßig zu den Ausgaben bei und kann die Versorgung ihrer Kinder besser absichern.

Khadijah mit einigen ihrer 13 Kinder steht im Garten ihres Zuhauses
Khadijah mit einigen ihrer 13 Kinder in ihrem Zuhause in Renk im Südsudan Plan International

„Zu sehen, wie meine Mutter für uns litt, war sehr schmerzhaft, und ich wünschte mir, ich könnte einen Job finden, um sie zu unterstützen.“

Hawa (17), über die Belastung ihrer Mutter und ihren Wunsch zu helfen
Hawa steht im Garten ihres Zuhauses
Hawa (17) erlebt, wie der Küchengarten das Leben ihrer Familie verändert Plan International

Hawa erlebt den Wandel mit

Auch Khadijahs 17-jährige Tochter Hawa beobachtet, wie sich die Situation ihrer Familie verändert. Sie hat erlebt, wie ihre Mutter in den vergangenen Jahren die Verantwortung für die Familie getragen hat. „Zu sehen, wie meine Mutter für uns litt, war sehr schmerzhaft, und ich wünschte mir, ich könnte einen Job finden, um sie zu unterstützen. Aber jetzt, da sie mit der Landwirtschaft begonnen hat, sehe ich eine Veränderung in unserem Zuhause und in ihrem Leben“, sagt Hawa.

Khadijah weiß, dass der Weg noch nicht einfach ist. Doch der Garten gibt ihr die Möglichkeit, selbst Einkommen zu erwirtschaften und ihre Familie mitzuversorgen. Ihr nächstes Ziel ist es, den Anbau auszuweiten und damit mehr zu verdienen. So baut sie sich Schritt für Schritt eine neue wirtschaftliche Grundlage auf.

Die Geschichte von Khadijah und ihrer Familie wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Südsudan aufgeschrieben. 

Helfen Sie Familien, sich eine neue Existenz aufzubauen

Nach ihrer Flucht aus Sudan musste Khadijah ihre Familie unter schwierigen Bedingungen versorgen. Wie viele geflüchtete Familien braucht sie neben schneller Hilfe auch Möglichkeiten, langfristig wieder für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Mit Ihrer Spende für den Nothilfe-Fonds von Plan International helfen Sie Kindern und ihren Familien in Krisen wie dem Konflikt in Sudan – mit dringend benötigter Nothilfe und Unterstützung beim Aufbau neuer Lebensgrundlagen. So können Familien Schritt für Schritt wieder selbst für ihre Zukunft sorgen.

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