Erdbeben in Indonesien: Hilfe für betroffene Kinder

Foto: Plan International

Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat am Montag auf der indonesischen Insel Java große Schäden angerichtet. Bei der Hilfsarbeit ist es jetzt wichtig, die Bedürfnisse der betroffenen Kinder zu priorisieren.

Am 21. November 2022 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,6 die Stadt Cianjur in Westjava. Viele der Getöteten und Verletzten waren Kinder, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in Schulen und Madrasas (traditionelle muslimische Bildungseinrichtungen) aufhielten. Tausende von ihnen wurden obdachlos, was zu Angst und Unsicherheit geführt hat. „Es ist wichtig, dass die Kinder die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten”, sagt Dini Widiastuti, Länderdirektorin von Plan International Indonesien. 

„Unser tiefes Mitgefühl gilt den Betroffenen des Erdbebens in Cianjur, insbesondere denjenigen, die Kinder verloren haben“, so Dini Widiastuti. Ein Plan-Nothilfeteam wurde in die Region entsandt, die kein Plan-Programmgebiet ist. Dennoch bereiten Plan-Teams die Vergabe von Hygienesets, Gesundheitspaketen sowie Lebensmittel und Wasser an Kinder und ihre Familien vor. „Sobald wir genauere Daten von unserem Krisenreaktionsteam erhalten haben, können wir die Bedürfnisse der von der Katastrophe betroffenen Kinder umfassender erfüllen. Wir ermitteln die Auswirkungen der Katastrophe und den spezifischen Bedarf, einschließlich der Hilfe für Kinder, die ihre Bezugspersonen verloren haben, psychosoziale Dienste, kinderfreundliche Notunterkünfte, vorübergehende Lerneinrichtungen für Kinder, die durch das Beben vertrieben wurden, und den Schutzbedarf von Kindern sowie andere Hilfeleistungen wie sauberes Wasser und Hygieneartikel.“ 

Ein Junge trägt einen Mund-Nasen-Schutz und liest in einer Broschüre
Dieses und unser Titelbild stammen aus einer Schule in Lombok, die nach mehreren Erdbeben in 2018 von Plan International mit katastrophenresistenten Bautechniken wiederaufgebaut wurde. Die Schüler:innen und Lehrkräfte erhielten dort einen Workshop für Katastrophenvorsorge, damit sie im Ernstfall wissen, was zu tun ist.Plan International

„Kinder, Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit von Katastrophen betroffen.“

Dini Widiastuti, Länderdirektorin von Plan International Indonesien

Noch ist die genaue Zahl der Todesopfer unklar. Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde (BNPB) gab es bis Dienstag (22.11.) 268 Todesopfer. Hunderte Menschen werden vermisst, 58.362 Personen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, die Schäden an der Infrastruktur in dem rund 100 Kilometer von der indonesischen Hauptstadt Jakarta entfernt gelegenen Erdbebengebiet sind weitreichend. 

Katastrophenschutz muss sichergestellt werden 

Ein großer Teil Indonesiens ist anfällig für Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Waldbrände und Vulkanausbrüche, so dass Katastrophen jederzeit eintreten können. Wenn sich ein solches Ereignis am Morgen, am Nachmittag oder am frühen Abend ereignet, sind Kinder mit größerer Wahrscheinlichkeit betroffen. Das Cianjur- Erdbeben ereignete sich um 13:00 Uhr Ortszeit. 

„Um 13:00 Uhr sind die Kinder in der Regel in den Bildungseinrichtungen. Ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Frauen sind in dieser Zeit zu Hause. Die Männer sind im Allgemeinen auf den Reisfeldern oder arbeiten im Freien. Daher sind Kinder, Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit von Katastrophen betroffen“, sagt Widiastuti. 

Aus diesem Grund fordern wir von Plan International die Regierung und alle relevanten Parteien auf, die Katastrophenschutzprogramme in Schulen und Gemeinden zu verstärken, insbesondere in Gebieten, die als katastrophengefährdet gelten, wie Cianjur. Außerdem muss sichergestellt werden, dass Bildungseinrichtungen und Gemeindegebäude in katastrophengefährdeten Gebieten gegen Erdbeben, Überschwemmungen und andere Gefahren resistent sind. Lesen Sie dazu auch unsere Geschichte über sichere Schulen in Lombok.

Nothilfe-Fonds

Weltweit nimmt die Zahl der Krisen zu: Hunger, Krankheiten, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte bedrohen Gesundheit, Lebensgrundlagen und die Zukunft von Millionen Menschen. Gerade Kinder sind in unübersichtlichen Situationen der Not oft diejenigen, die am wenigsten Beachtung finden. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, betroffene Kinder und ihre Familien zu unterstützen.

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