Gegen Kürzungen im Bundeshaushalt

Plan International protestiert mit weiteren Hilfsorganisationen vor dem Kanzleramt

Rund 60 Vetreter:innen von 20 Entwicklungs- und Hilfsorganisationen haben am Montag vor dem Kanzleramt gegen die geplanten Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der Stagnation in der Humanitären Hilfe protestiert. Dabei zeigten sie, darunter auch Mitarbeitende von Plan International Deutschland, ein Zeichen gegen den „Ausverkauf von Menschenwürde“. Sie betonten dabei die gravierenden Auswirkungen, die die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe für das Leben der Menschen haben. 

Hintergrund der Aktion war der Kabinettentwurf der Bundesregierung. Dieser sieht Kürzungen um 580 Millionen Euro auf 9,5 Milliarden Euro in der Entwicklungszusammenarbeit vor. Gleichzeitig stagnieren die Ausgaben in der Humanitären Hilfe, nachdem diese im Jahr 2024 um die Hälfte auf eine Milliarde Euro zusammengestrichen wurden. 

Plan International Deutschland kritisiert angesichts der großen internationalen Krisen und Herausforderungen die Ausrichtung des Haushaltsentwurf der Bundesregierung. Rund 400 Millionen Kinder leben weltweit in extremer Armut – häufig ohne ausreichende Ernährung, sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen oder eine sichere Unterkunft. Mehr als 473 Millionen Kinder – etwa eines von sechs Kindern weltweit – wachsen in Regionen auf, die von bewaffneten Konflikten geprägt sind. Gerade Mädchen sind hier oftmals von sexualisierter Gewalt, Kinderheirat und fehlender Bildung betroffen.

Marcel Dreibholz, Referent für Entwicklungsfinanzierung bei Plan International Deutschland, weist darauf hin, dass die Einsparungen seit 2024 gerade einmal einen halben Prozentpunk betragen, während der Bundeshaushalt 2027 gegenüber dem Vorhjahr erneut um rund 6 Prozent auf gut 555 Milliarden Euro anwächst. „Die Kürzungen im heute beschlossenen Kabinettsentwurf tragen kaum zur Konsolidierung des Bundeshaushalts bei“, so Dreibholz. „Für nur rund 0,5 Prozent Einsparungen werden Menschenleben von Millionen Menschen weltweit gefährdet. Das ist eine politische Verschiebung von Prioritäten, die Menschenwürde zum Ausverkauf stellt.“

Marcel Dreibholz, Referent für Entwicklungsfinanzierung bei Plan International Deutschland, und Theresa Wilhelm, Werkstudentin Advocacy, vor dem Kanzleramt

Was Entwicklungszusammenarbeit bewirkt

Plan International ist eine Kinderrechtsorganisation und arbeitet seit mehr als 85 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. Ziel ist es, Kinder und junge Menschen – besonders Mädchen – zu stärken und ihre Rechte zu schützen. Dazu gehören Projekte zu Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Gleichberechtigung und Einkommenssicherung. Plan arbeitet langfristig mit lokalen Partnerorganisationen, Gemeinden und Behörden zusammen. Diese Erfahrung zeigt: Wenn Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe gekürzt werden, hat das direkte Folgen für Kinder und Familien weltweit.

Was ist Entwicklungshilfe?

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