Sauberes Wasser für bessere Gesundheit

Foto: Plan International

Investitionen in Gesundheitszentren verbessern die medizinische Versorgung im ländlichen Kambodscha. Ganze Gemeinden profitieren von neuen Wasseranschlüssen und mehr Hygiene.

In den Dörfern der kambodschanischen Provinz Siem Reap gehört der Klimawandel längst zum Alltag. Extreme Wetterereignisse treten auch in dieser Region Südostasiens immer häufiger auf – mit direkten Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Insbesondere in den Gemeinden, die ohnehin überschwemmungsgefährdet sind, werden vermehrt Straßen überflutet und sind häufiger unpassierbar. Dadurch sind auch Krankenhäusern schlecht oder gar nicht erreichbar, an sauberem Wasser fehlt es in solchen Situationen ebenfalls. Gerade in Zeiten von Überschwemmungen sind lokale Gesundheitszentren für viele Familien die einzige Anlaufstelle: Sie sichern die medizinische Grundversorgung, von einfachen Behandlungen bis hin zu Geburten.

Auch ohne die vermehrten Extremwetterereignisse war in vielen Gemeinden eine medizinische Versorgung unsicher: Unzuverlässige Wassersysteme, veraltete sanitäre Anlagen und unzureichend ausgestattete Entbindungsräume erschwerten die Arbeit des medizinischen Personals. Während der Regenzeit kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Versorgung.

Eine Frau füllt an einem Wasserspender sauberes Trinkwasser in eine wiederverwendbare Wasserflasche.
Patientin Kut Nert füllt sauberes Trinkwasser in ihre wiederverwendbare Flasche – kostenlos und jederzeit verfügbar Plan International
Eine Frau steht vor einem Wasserfiltrationssystem in einem Gesundheitszentrum, das sauberes Trinkwasser bereitstellt.
Stellvertretende Leiterin des Gesundheitszentrums Chou Kim Cheng steht vor dem neuen Wasserfiltrationssystem, das die zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicherstellt Plan International

Gemeinsam mit dem kambodschanischen Gesundheitsministerium und lokalen Behörden stärkte Plan International gezielt Gesundheitszentren in Siem Reap. Im Mittelpunkt steht ein integrierter Ansatz, der Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen (WASH) mit Gesundheitsversorgung, Ernährung und frühkindlicher Entwicklung verbindet. Ziel ist es, widerstandsfähige Einrichtungen zu schaffen, die auch unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeiten – und so das Leben Tausender Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien nachhaltig verbessern.

Wenn sauberes Wasser rund um die Uhr verfügbar ist

Schon beim Betreten des Gesundheitszentrums von Banteaysrey, wenige Kilometer östlich der berühmten Tempel von Angkor, wird der Fortschritt sichtbar: Eine moderne Wasseraufbereitungsanlage stellt rund um die Uhr sauberes Trinkwasser bereit – kostenlos und zuverlässig.

„Heute haben unsere Patientinnen und Patienten jederzeit sauberes Wasser. Das erleichtert ihre Genesung.“

Dr. Sak Sopheak, Leiter des Gesundheitszentrums von Banteaysrey

Für Dr. Sak Sopheak, den Leiter der Einrichtung, ist das ein entscheidender Fortschritt: „Früher hatten wir zwar einen Vorrat an Trinkwasser, doch er reichte bei weitem nicht aus. Heute haben unsere Patientinnen und Patienten jederzeit sauberes Wasser. Das erleichtert ihre Genesung und senkt zugleich Kosten und vermindert Plastikmüll.“

Gerade für Familien mit geringem Einkommen ist das eine spürbare Entlastung. Kung Ya erinnert sich an ihren Aufenthalt im Gesundheitszentrum: „Während meiner vier Tage dort musste ich mehrere Flaschen Wasser kaufen. Das hat sich schnell summiert. Jetzt kann ich das Geld für Essen verwenden, und das verfügbare Wasser schmeckt.“

Patientin Kut Nert ergänzt: „Früher konnte ich kaum etwas zurücklegen, weil ich sowohl Wasser als auch Essen kaufen musste. Heute bringe ich einfach meine eigene Flasche mit. Selbst nachts bekomme ich problemlos Wasser, das ist eine große Erleichterung.“

Eine Frau legt ein neugeborenes Baby in ein modernes Bettchen.
Sicherer Start ins Leben: Eine Mutter versorgt ihr Baby, das vor wenigen Tagen im Gesundheitszentrum von Banteaysrey geboren wurde Plan International

Bessere Versorgung für Neugeborene

Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt im Entbindungsbereich. Neue, stabile und flexibel einstellbare Geburtsbetten erleichtern die Arbeit der Hebammen und schaffen mehr Sicherheit und Komfort für Frauen während der Geburt. Hebamme Doung Chanor berichtet: „Mit den neuen Betten können wir Frauen deutlich besser unterstützen. Sie sind vielseitig einsetzbar, etwa auch für Ultraschalluntersuchungen oder gynäkologische Behandlungen.“

Doch es sind nicht nur die Betten, die den Unterschied machen. Moderne Sterilisationsgeräte, Babybetten und verbesserte Hygienestandards tragen entscheidend dazu bei, Infektionen vorzubeugen und die Versorgungsqualität langfristig zu erhöhen.

Auch die sanitären Anlagen wurden im Rahmen des Gesundheitsprogramms umfassend modernisiert: Geschlechtergerechte und barrierefreie Toiletten, Handwaschstationen sowie pedalbetriebene Waschbecken reduzieren das Infektionsrisiko. Rollstühle ermöglichen es älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit Behinderungen, sich selbstständig innerhalb der Einrichtung zu bewegen. „Die Unterstützung durch Plan International geht weit über einzelne Ausstattungen hinaus“, betont Dr. Sopheak. „Auch unsere Küche wird derzeit renoviert. Künftig können Familien ihre Mahlzeiten selbst zubereiten und gemeinsam essen, das bedeutet ein großes Stück mehr Würde im Alltag.“

Vier Kinder stehen gemeinsam an einem Wasserspender und trinken sauberes Wasser
Kinder der Gemeinde haben endlich Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind so besser vor vielen Krankheiten geschützt Plan International
Eine Frau steht vor einem Wasserspender und hält ihre Wasserflasche mit sauberem Trinkwasser.
Kostenloses sauberes Wasser direkt vor Ort: Kung Ya kann ihre Flasche jederzeit kostenlos auffüllen Plan International
Eine Hebamme richtet ein neues Untersuchungsbett in einem Gesundheitszentrum für die nächste Patientin her.
Mehr Sicherheit und Komfort: Hebamme Doung Chanor bereitet ein modernes Bett für die nächste Untersuchung vor Plan International

Nachhaltige Verbesserungen für ganze Gemeinden

Weitere Fortschritte sind im Gesundheitszentrum zu beobachten: Neben der Wasserversorgung wurden auch dort neue Betten, Wiegen, Sterilisationsgeräte und ein Wartebereich für Patientinnen und Patienten bereitgestellt. Die stellvertretende Leiterin Chou Kim Cheng erklärt: „Früher hat die Sterilisation unserer medizinischen Geräte sehr lange gedauert. Die neuen Geräte verbessern unsere Abläufe deutlich.“

Die Investitionen wirken weit über den Alltag hinaus, denn je häufiger Überschwemmungen und Dürren auftreten, desto wichtiger wird eine Infrastruktur, die auch unter extremen Bedingungen stabil zur Verfügung steht.

Eine widerstandsfähige Zukunft gestalten

Die modernisierten Gesundheitszentren in der Provinz Siem Reap zeigen, wie gezielte Maßnahmen das Leben der Menschen dort nachhaltig verbessern können. Sie stärken nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Widerstandsfähigkeit ganzer Gemeinden, auch gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Gleichzeitig stellen inklusive Angebote sicher, dass niemand ausgeschlossen wird, unabhängig von Alter, Geschlecht oder individuellen Voraussetzungen. Dr. Sopheak bringt es auf den Punkt: „Im Namen aller Menschen, die unsere Gesundheitsdienste nutzen, möchte ich Plan International meinen tiefen Dank aussprechen. Diese Unterstützung verbessert nicht nur unsere Arbeit, sondern auch die Zukunft unserer Gemeinschaft.“

Die Geschichte wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Kambodscha aufgeschrieben.

Ein Arzt steht vor Wasserspendern und hält eine Wasserflasche in der Hand, die er gerade aufgefüllt hat.
Dr. Sopheak zeigt die neuen Wasserspender und ist stolz darauf, der Gemeinde sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können Plan International

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Mit einer Spende in den Sonderprojekte‑Fonds von Plan International unterstützen Sie Projekte, die Kindern und ihren Familien den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene ermöglichen – und damit Gesundheit, Bildung und Schutz nachhaltig verbessern.

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