Führende Gemeindemitglieder unterzeichnen eine offizielle Erklärung zur Beendigung der Genitalverstümmelung.
Führende Gemeindemitglieder unterzeichnen eine offizielle Erklärung zur Beendigung der Genitalverstümmelung. ©Plan/Seydou Dolo

Gemeinsam gegen Genitalverstümmelung

Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen genitalverstümmelt. Plan International engagiert sich über seine Programme für ein Ende dieser schwerwiegenden Kinderrechtsverletzung und für den Schutz gefährdeter Mädchen.

Die Arbeit von Plan International zielt darauf ab, dass die weibliche Genitalverstümmelung dauerhaft aufgegeben wird und Mädchen und Frauen darin gestärkt werden, ihre Rechte umfassend wahrzunehmen. Für eine nachhaltige Abschaffung ist es wesentlich, dass neben den betroffenen Mädchen und Frauen auch religiöse Führer, Lehrkräfte, medizinisches Personal und andere einflussreiche Gemeindevertreter in die Arbeit zum Schutz der Mädchen einbezogen werden. Nur so kann dem massiven sozialen Druck begegnet werden, unter dem Eltern ihre Töchter beschneiden lassen.

Auch in Deutschland engagiert sich das Kinderhilfswerk für die Abschaffung dieser Praktik: Wir sind Mitglied im deutschen Netzwerk gegen Genitalverstümmelung INTEGRA und gehören zu den Mitbegründern und Koordinatoren des Runden Tisches gegen weibliche Genitalverstümmelung in Hamburg. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Behörden, Nichtregierungsorganisationen und afrikanischen Gruppen wurde bisher eine gemeinsame Fachpublikation zu Interventionsstrategien erarbeitet.

Plan Studie

Aufgrund von Migrationsbewegungen sind Mädchen und Frauen mittlerweile auch in Europa von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die von Plan International durchgeführte Studie "Afrikanische Stimmen zur weiblichen Genitalverstümmelung in Hamburg: Kenntnisse, Einstellungen und Praktiken" gibt erstmals Auskunft, ob und wieweit Mädchen und Frauen in Hamburg betroffen sind.

Der Umfrage zufolge sind mindestens 30% der in Hamburg lebenden Frauen aus betroffenen Ländern beschnitten. 81% der Befragten sprechen sich deutlich gegen jegliche Art der Genitalverstümmelung aus, 3% plädieren für ihre Fortführung, 16% beziehen keine klare Stellung.

Lesen Sie hier die komplette Studie:

CHANGE Plus

Bis zu 180.000 Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund sind in Europa von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Um gefährdete Mädchen zu schützen, setzt sich die deutsche Stiftung Hilfe mit Plan gemeinsam mit Terre des Femmes und Partnern aus den Niederlanden, Frankreich und Portugal im Rahmen des von der Europäischen Kommission ko-finanzierten Projektes CHANGE Plus für die Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung in Europa ein.

In dem Projekt werden Schlüsselpersonen aus betroffenen Communities zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, die die Mitglieder aus ihren Communities über die rechtlichen, kulturellen, religiösen, sozialen und gesundheitlichen Dimensionen von weiblicher Genitalverstümmelung aufklären und sich dafür einsetzen, dass Befürworter ihre Einstellungen und ihr Verhalten ändern.

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