Sichere und inklusive Schulen

Kinderarbeit, frühe Heirat und weite Schulwege zählen zu den Gründen, warum in Nepal viele Kinder nicht zur Schule gehen. In den entlegenen Dörfern der Provinz Karnali, im Westen des Himalaya, wollen wir dies ändern und ermöglichen Kindern einen besseren Zugang zu Schulbildung.

Ziele:
  1. Kinder erhalten Zugang zu hochwertiger Bildung an sicheren und inklusiven Schulen
Maßnahmen:
  1. Baumaßnahmen für sichere, barrierefreie Klassenzimmer
  2. Bereitstellung von Lernmaterial und Ausstattung
  3. Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung
  4. Leseförderung unter Einbeziehung der Eltern
  5. Mobiler Unterricht für Kinder in abgelegenen Gemeinden
  6. Fortbildungen für Lehrkräfte
  7. Förderung der Gleichberechtigung
  8. Schulungen in Katastrophenschutz

Ja, ich unterstütze dieses Projekt!Jetzt spenden!

Was uns in Nepal erwartet

Die Provinz Karnali im Westen Nepals zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Gegend ist sehr gebirgig und hat nur wenig Infrastruktur. Vor allem im Winter sind die weiten Schulwege ein Problem. So gehen überdurchschnittlich viele Kinder in Karnali nicht zur Schule. Gründe hierfür sind aber auch Kinderheirat und Kinderarbeit. Vor allem Mädchen sind gefährdet, die Schule vorzeitig abzubrechen, weil sie oft schon in jungen Jahren verheiratet werden. Von Kinderarbeit sind laut UNICEF rund 37 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 5 und 17 Jahren betroffen. Obwohl in Nepal die Grundausbildung bis zur achten Klasse  Pflicht und bis zur zehnten sogar kostenfrei ist, gehen nur 76 Prozent der Kinder zur Schule. 2 Viele Mädchen bleiben während ihrer Menstruation dem Unterricht fern, aufgrund gesellschaftlicher Tabus, die ihnen während dieser Zeit die Teilnahme am Unterricht verbieten, und weil es für sie keine Mädchentoiletten gibt. Vor besonderen Herausforderungen stehen auch Kinder mit Behinderungen, da die meisten Schulen  nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt sind. Ein Drittel von ihnen geht nicht zur Schule.

Projektaktivitäten Jänner 2021 - Juni 2021

In Jumla und Dolpa fanden im April 2021 drei Trainings zum Thema Katastrophenvorsorge an Schulen mit insgesamt 85 Teilnehmer:innen statt. Neben Gemeindevertreter:innen, Mitgliedern des Schulmanagements und der Eltern-Lehrkräfte-Vereinigung nahmen auch Lehrer:innen von 27 Projektschulen teil. Die Trainings bestanden aus einer Kombination aus Theorieunterricht und praktischen Übungen und konzentrierten sich hauptsächlich auf Katastrophenmanagement, Risikominimierung sowie Notfall- und Rettungsmaßnahmen, die im Fall von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Erdbeben getroffen werden müssen. Um die Risiko- und Sicherheitsbereiche der Schulen zu identifizieren, führten die Teilnehmer:innen zudem eine Kartierung der Schulen durch. Außerdem erstellten die Lehrkräfte Notfallpläne, damit sie im Katastrophenfall angemessen reagieren und die Sicherheit ihrer Schüler:innen gewährleisten können.

Aufgrund der Coronapandemie kam es in Nepal vorübergehend zu einer landesweiten Schulschließung. Da nicht alle Kinder in der Projektregion gleichermaßen Zugang zu alternativen Unterrichtsformen wie den Radioklassen hatten oder aufgrund von Behinderungen nicht daran teilnehmen konnten, organisierten wir zusätzlich in allen drei Projektdistrikten insgesamt 13 Lerngruppen. Dort wurden 195 Schüler:innen einen Monat lang von lokalen Lehrkräften aus den Gemeinden unterrichtet. Zudem erhielten 24 Kinder mit Behinderungen in Kalikot Heimunterricht. Sie wurden regelmäßig von Lehrkräften zu Hause besucht und beim Lernen unterstützt. Um zu überprüfen, ob sich die Maßnahmen positiv auf den Lernerfolg der Kinder auswirken, führten wir sowohl vor als auch nach den Unterrichtsveranstaltungen eine Analyse durch. Diese ergab, dass der Lernerfolg der Mädchen und Jungen nach den Aktivitäten um 62 Prozent gestiegen war.

Um die Lesekultur in den Gemeinden zu fördern, gründeten wir insgesamt 75 Lesegruppen in allen drei Projektdistrikten. Die Gruppen wurden von 28 geschulten Mentor:innen betreut, welche die Kinder nicht nur beim Lesen unterstützten, sondern darüber hinaus auch mit ihnen malten, sangen und tanzten. So wollten wir erreichen, dass die Mädchen und Jungen Spaß am Lesen und Lernen entwickeln.

Zusätzlich erhielten alle Kinder Notizblöcke, Bleistifte, Anspitzer und Radiergummis, die das eigenständige Lernen zu Hause fördern sollen. Die 1.152 teilnehmenden Kinder wurden außerdem dazu ermutigt, ihre Mitschüler:innen beim Lesen zu unterstützen und gemeinsam in Gruppen zu lernen. Besonders erfreulich ist, dass auch Eltern aus Nachbargemeinden angefragt haben, ob ihre Kinder an Aktionen zur Leseförderung teilnehmen können. Dies bestätigt zum einen den Bedarf an lesefördernden Maßnahmen und zum anderen, dass ein Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung geschaffen werden konnte.

Die Haupteinnahmequelle der Menschen im Bezirk Dolpa ist der Handel mit den medizinischen Yarsagumba-Kräutern. Zur Erntesaison ziehen dafür jedes Jahr viele Familien in die nördlich gelegenen Sammellager, wo auch die Kinder beim Sammeln der Kräuter helfen müssen. Dadurch können viele Mädchen und Jungen nicht regelmäßig zur Schule gehen. Zudem tragen die Kinder aufgrund der Kälte und des starken Schneefalls häufig gesundheitliche Schäden davon.

Um die Eltern für die negativen Folgen von Kinderarbeit und die Rechte von Kindern zu sensibilisieren, führten wir im Berichtszeitraum zwei Aufklärungskampagnen durch. Insgesamt nahmen 51 Personen daran teil. Auch die örtliche Regierung klärten wir über die Auswirkungen von Kinderarbeit auf, woraufhin diese sich verpflichtete, die Beschäftigung von Kindern zukünftig zu verbieten. Nach der Teilnahme an den Veranstaltungen hatten die Eltern ein besseres Verständnis davon, wie wichtig Bildung für ihre Kinder ist und welchen Einfluss Kinderarbeit auf ihre schulischen Leistungen und ihren Gesundheitszustand hat.

Sunil kann wieder lachen

Sunil hat gelernt, mit seiner Behinderung umzugehen und seine Wünsche zu verwirklichen.
Sunil hat gelernt, mit seiner Behinderung umzugehen und seine Wünsche zu verwirklichen. © Plan International

Schon mit elf Jahren musste Sunil anfangen zu arbeiten: Gras und Heu schneiden für das Vieh. Eines Tages schnitt er sich tief in die rechte Hand. Die Verletzung war so schwer, dass er seine Hand verlor. Von da an verbrachte Sunil die meiste Zeit zu Hause und verfiel in eine tiefe Depression.

Dann zerstörte ein Erdbeben das Haus der Familie. Plan leistete Nothilfe und errichtete temporäre Klassenzimmer sowie ein Schutzzentrum für Kinder. Dort nahm Sunil erstmals wieder an gemeinsamen Spielen teil. Dort lernte er auch, dass seine Behinderung ihn nicht davon abhalten sollte, seine Wünsche zu verwirklichen.

„Als ich hörte, wie wichtig Bildung ist, entschloss ich mich, wieder zur Schule zu gehen“, erzählt Sunil. „Ich habe dort viele neue Freunde gefunden.“ Kürzlich hat er einen Ausweis von der Bezirksregierung bekommen. Damit kann er jetzt auch staatliche Angebote für Kinder mit Behinderungen nutzen.

Exemplarische Projektkosten

Gut lesen zu können, ist wichtig für den späteren Schulerfolg
Gut lesen zu können ist wichtig für den späteren Schulerfolg. © Sebastian Berthold / Bild stammt aus einem ähnlichen Plan-Projekt in Nepal.

55 EUR:
kostet ein Lesewettbewerb inklusive Materialien und Preisen

158 EUR:
werden für eine Kampagne gegen Kinderarbeit benötigt

237 EUR: 
kostet eine Leseecke in einer Schule

316 EUR:
brauchen wir für einen dreitägigen Workshop zu Themen der Hygiene und Menstruation


Ja, ich unterstütze dieses Projekt!Jetzt spenden!