In alternativen Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter.
In alternativen Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter. © Plan International

Mädchen vor Beschneidung schützen

In Guinea sind 97 Prozent der Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die Praktik stellt eine gravierende Verletzung der Menschenrechte dar und geht mit schweren körperlichen und seelischen Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen einher. In Guinea setzen wir uns bereits seit 2007 für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung und den Schutz von Mädchen ein. Dabei klären wir über die schweren gesundheitlichen und psychischen Folgen auf und richten Beratungszentren ein, damit gefährdete und betroffene Mädchen die notwendige Unterstützung erhalten.

Unsere Projekterfolge

Die Erfolge

  • 19 Gemeinden haben die weibliche Genitalverstümmelung abgeschafft.
  • 1.040 Mädchen wurden durch alternative Initiationsriten in die Gesellschaft der Frauen aufgenommen.
  • Sensibilisierungsveranstaltungen haben mehr als 70.000 Menschen erreicht.
  • In zwei Beratungszentren können nun Fälle von Beschneidungen, Gewalt, Frühverheiratung oder anderen Kinderrechtsverletzungen gemeldet werden.

Prüfung und Bewertung

Trotz der Erfolge des Projekts besteht für viele Mädchen weiterhin die Gefahr der Genitalverstümmelung. Für die langfristige Abschaffung der Praxis fehlt es bisher an der Durchsetzung der nationalen Gesetze. Im Projektverlauf wurde zudem deutlich, dass die Frauen, die mit der Beschneidung ihren Lebensunterhalt verdienen, Alternativen benötigen. In einem Folgeprojekt, welches im August 2018 beginnt, schaffen wir deshalb unter anderem auch neue Einkommensmöglichkeiten für Beschneiderinnen.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Kissidougou, Guéckédou und Conakry

Projektlaufzeit:
Dezember 2013 – November 2018

Ziel:
Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung in möglichst vielen Projektgemeinden.

Maßnahmen:

  • Aufklärungsveranstaltungen in 50 Projektgemeinden
  • Durchführung alternativer Initiationsriten ohne Beschneidung
  • Lobbyarbeit auf politischer Ebene, damit das Verbot der Beschneidung von Mädchen auf allen Ebenen durchgesetzt wird

    Was wir erreicht haben

    Weltweit sind mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die Praktik, welche eine teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien umfasst, stellt eine grundlegende Kinder- und Menschenrechtsverletzung dar. In Guinea sind laut nationaler Erhebungen rund 97 Prozent der Mädchen und Frauen beschnitten.

    Bereits seit 2007 setzen wir uns in der Projektregion für den Schutz der Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung ein. In einer ersten Projektphase von 2007 bis 2009 konnten wir erreichen, dass elf Gemeinden die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung erklärten. In diesem Projekt konnten wir nun dazu beitragen, dass weitere 19 Gemeinden die grausame Praxis offiziell beendet haben. 1.040 Mädchen haben an alternativen Initiationsriten teilgenommen, durch die sie in die Gesellschaft der Frauen aufgenommen wurden, ohne dass sie die Beschneidung erleiden mussten. Stattdessen wurden die Mädchen während der Zeremonien über ihre sexuellen Rechte und ihre Gesundheit informiert. Rund 166 Mütter und Frauen aus den Gemeinden gaben dabei ihr Wissen an die Mädchen weiter. Insgesamt konnten wir durch Aufklärung in den Gemeinden sowie Radiospots, Film- und Theatervorführungen und politische Lobbyarbeit rund 174.200 Menschen erreichen.

    Helfen auch Sie

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    Der Abschlussbericht

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