Mädchen vor Beschneidung schützen
In vielen Gemeinden wurde mit der Hilfe von Plan die menschenrechtsverletzende Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung abgeschafft. © Plan / Seydou Dolo

Mädchen vor Beschneidung schützen

In weiten Teilen Malis wird die menschenrechtsverletzende Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung praktiziert. Rund 90 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind beschnitten. Deshalb haben wir in diesem Projekt die Menschen in 180 Gemeinden für die schwerwiegenden Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung sensibilisiert. In regelmäßigen Gesprächsrunden insbesondere mit lokalen und religiösen Autoritäten wurden bestehende Tabus aufgebrochen und der offene Dialog gefördert. Bis Projektende unterschrieben 62 Gemeinden offizielle Abkommen zur Abschaffung der grausamen Praxis.

Unsere Projekterfolge

Die Erfolge

  • Mehr als 40.000 Menschen haben an Aufklärungsveranstaltungen über die Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung teilgenommen.
  • 62 Projektgemeinden haben Abkommen zur offiziellen Abschaffung der Praktik unterzeichnet.
  • 360 traditionelle Autoritäten und einflussreiche Gemeindemitglieder arbeiten als Mediatorinnen und Mediatoren, um sich auch weiterhin für die Rechte von Kindern und Frauen und die Abschaffung der Genitalverstümmelung einzusetzen.

Prüfung und Bewertung

Die schweren politischen Unruhen in Mali beeinträchtigten bereits in den ersten beiden Projektjahren die Durchführung der Aktivitäten, sodass im Rahmen der ursprünglichen Laufzeit bis März 2015 keine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen gewährleistet werden konnte. Dank einer Zuspende von Plan Schweiz um 150.000 US-Dollar konnten die Projektaktivitäten jedoch intensiviert und die Laufzeit um 14 Monate verlängert werden. Das Projekt wurde anschließend erneut verlängert, bis Dezember 2016. Zwischen Januar und April 2017 wurde das Projekt an Plan International Niederlande übertragen, die es in eine verlängerte Abschlussphase überführten. Dadurch konnten noch ausstehende Maßnahmen, die durch eine Endevaluierung identifiziert worden waren, umgesetzt werden. 

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Kayes, Koulikoro, Sikasso, Ségou und Mopti in den Plan-Programmgebieten Kangaba, Kati, Kita Kourou und Barouéli

Ziel:

Verringerung der Zahl weiblicher Genitalverstümmelungen und die offizielle Abschaffung der Praktik in möglichst vielen Gemeinden.

Projektlaufzeit: 
April 2010 – April 2017

Maßnahmen:

  • bewusstseinsbildende und aufklärende Maßnahmen in 180 Gemeinden über die Rechte von Kindern und Frauen und die schwerwiegenden Folgen der Genitalverstümmelung

 

    Was wir in Mali erreicht haben

    In weiten Teilen Malis wird die menschenrechtsverletzende Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung praktiziert. Immer noch befürworten viele Gemeinden die Beschneidung von Mädchen, da sie nach ihrer Auffassung einen wichtigen Teil der Initiationsriten darstellt. Bereits von 2004 bis 2009 haben wir in Mali erfolgreich ein Projekt zum Schutz von Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung umgesetzt. Auf den dabei gemachten Erfahrungen konnten wir in diesem Projekt aufbauen. Durch Informationsveranstaltungen und bewusstseinsbildende Maßnahmen in 180 Gemeinden konnten wir die Bevölkerung für die schwerwiegenden Folgen der weiblichen Beschneidung sensibilisieren.

    Mehr als 40.000 Gemeindemitglieder besuchten Veranstaltungen und Videovorführungen zu diesem Thema. 360 traditionelle Autoritäten unterstützten die Projektmaßnahmen, indem sie in ihren Gemeinden den Dialog über die Rechte von Frauen und Kindern förderten. An den verschiedenen Aktivitäten waren zudem Angestellte der Sozial- und Bildungsbehörden, Gemeinde- und Kinderorganisationen sowie lokale Nichtregierungsorganisationen beteiligt. Die Anzahl der Gemeinden, in denen die Genitalverstümmelung offiziell abgeschafft wurde, erhöhte sich durch diese Maßnahmen bis Projektende von 25 auf 62 Gemeinden. 

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    Der Abschlussbericht

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