Wir ermöglichen Kindern einen gesunden Start ins Leben.
Wir ermöglichen Kindern einen gesunden Start ins Leben. © Plan International

Gesunder Start ins Leben

Die Gesundheit von Mutter und Kind ist vor allem während der Schwangerschaft und Geburt eng miteinander verknüpft. In den entlegenen Dörfern der Provinzen Oudomxay und Salavan haben Schwangere jedoch kaum die Möglichkeit, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen oder unter medizinischer Betreuung zu entbinden. Hinzu kommt, dass viele Schwangere und Kinder unter Mangelernährung leiden. Wir von Plan wollen die gesundheitliche Situation von Müttern und Kleinkindern in den beiden Provinzen verbessern.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Oudomxay und Salavan

Projektlaufzeit:
März 2017 – Februar 2020

Ziele:

  • verbesserte Gesundheitsdienste für Mütter und Kleinkinder
  • Verhinderung von Mangelernährung
  • Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung

Maßnahmen:

  • Neubau von 3 Gesundheitszentren inklusive Mutter-Kind-Stationen
  • Bau von Mutter-Kind-Stationen in 8 bestehenden Gesundheitszentren
  • Ausstattung der 11 Gesundheitszentren mit Mobiliar, medizinischen Geräten und Medikamenten
  • Ausbau der Wasser- und Sanitärversorgung
  • Schulungen für Geburtshelferinnen und Gesundheitspersonal

Was uns in Laos erwartet

In den entlegenen Dörfern der Provinzen Oudomxay und Salavan ist der Weg zum nächsten Gesundheitszentrum weit. Ein Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner gehört ethnischen Minderheiten an. Sie sprechen oft nur ihre Muttersprache und so fällt es ihnen schwer, sich mit dem Gesundheitspersonal zu verständigen. Da es zudem kaum Privatsphäre in den Kliniken gibt, bringen die meisten Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt, ohne medizinische Betreuung. Ferner leiden viele Schwangere und Kinder unter Mangelernährung. Während der Schwangerschaft ernähren sich die Frauen aufgrund traditioneller Ernährungsregeln oft einseitig. Viele Neugeborene werden sehr früh mit Reis gefüttert anstatt gestillt. So fehlen den Kindern wichtige Nährstoffe, die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. Untersuchungen zeigten, dass rund die Hälfte der Kinder im Projektgebiet Anzeichen von chronischem Nahrungsmangel aufweist.

Unsere Projektziele

Mit diesem Projekt wollen wir die gesundheitliche Situation von Müttern und Kleinkindern in drei Distrikten der Provinzen Oudomxay und Salavan verbessern. Denn in den entlegenen Dörfern der Projektregionen ist der Weg zur nächsten Gesundheitsstation weit. Die meisten Frauen bringen ihre Kinder zu Hause zur Welt, ohne medizinische Betreuung. Deshalb bauen wir drei neue Gesundheitszentren und erweitern acht bestehende Einrichtungen um Mutter-Kind-Stationen. So erhalten Schwangere, Mütter und Kinder einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Um die Hygienesituation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, erhalten alle elf Gesundheitszentren sowie drei Gemeinden neue Wasseranschlüsse, Sanitäranlagen und Waschgelegenheiten. Weil Schwangere und Kinder häufig unter Mangelernährung leiden, schulen wir Geburtshelferinnen, damit sie Ernährungs- und Hygieneberatungen sowie Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren durchführen. So erfahren Mütter mehr über die Bedeutung des Stillens und wie sie sich und ihre Kinder gesund ernähren können. Von den Projektmaßnahmen profitieren rund 41.000 Kinder unter fünf Jahren sowie mehr als 208.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Provinzen Salavan und Oudomxay.

Was wir bisher für den Projekterfolg getan haben

Im Zeitraum März bis August 2019 konnten die Bauarbeiten an zwei Gesundheitszentren und vier Mutter-Kind-Stationen abgeschlossen werden. Die Bauten wurden mit medizinischen Geräten und Mobiliar ausgestattet und im August feierlich eröffnet. Eines der fertiggestellten Gesundheitszentren befindet sich in der Gemeinde Namphoun in der Provinz Oudomxay. Die Räumlichkeiten des Zentrums bieten nun Frauen die nötige Privatsphäre und eine bessere Ausstattung mit medizinischen Geräten für die Geburtshilfe.

„Ich werde hier in den nächsten zwei Monaten mein Kind zur Welt bringen“, erzählt uns eine Frau aus der Gemeinde. „Mit diesen Räumlichkeiten, dieser Ausstattung an medizinischen Geräten und den professionellen Geburtshelferinnen und -helfern fühle ich mich hier sicherer als Zuhause.“

Durch Einsparungen während des Projektverlaufs kann noch ein weiteres Gesundheitszentrum mit Mutter-Kind-Station in der Gemeinde Naxiengdee gebaut werden. Es fanden bereits Beratungen zwischen unserem Projektteam, den Mitarbeitenden lokaler Gesundheitsbehörden und Regierungsvertretenden statt. Dabei wurde vor allem über die gendersensible und inklusive Konzeptionierung des Gesundheitszentrums gesprochen. In den Bauplan wurden eine Auffahrtsrampe zum Gebäude, ein Geburtsraum und ein Aufenthaltsraum mit Badezimmer für Frauen nach der Geburt integriert.

Für das Personal von sieben Geburtszentren führten wir eine 15-tägige Schulung durch. Die Themen der Schulung waren: Notfall-Geburtshilfe, die Behandlung von Neugeborenen sowie Schwangerschaftsvor- und -nachsorge. Die Teilnehmenden lernten auch, wie sie eine spezielle App zur sicheren Geburt nutzen. Diese „Safe Delivery App“ wurde von der Maternity Foundation, der Copenhagen University und der University of Southern Denmark entwickelt und ist auch in der Landessprache Laotisch verfügbar. Sie ermöglicht es den Geburtshelferinnen und -helfern, leicht und ohne Zeitverlust nützliche Informationen zur Geburtshilfe und postnatalen Versorgung zu erhalten. Die neuen Zentren bieten eine gute Betreuung rund um die Geburt.

Während der Schulung bildeten wir das Gesundheitspersonal auch zum Thema Wasser und Hygiene fort. So erfuhren sie unter anderem, wie sie Wasser auf Bakterien untersuchen und es mit einem Biosand-Filter und Chlor behandeln. So kann verhindert werden, dass Mütter oder Neugeborene durch verunreinigtes Wasser erkranken

Im Berichtszeitraum führte unsere lokale Partnerorganisation gemeinsam mit Geburtshelferinnen und -helfern in 56 Dörfern Beratungen zu Schwangerschaft und Kindergesundheit durch. Insgesamt nahmen 2.556 Gemeindemitglieder daran teil, unter ihnen 228 Schwangere. Bei 28 Frauen wurden im Zuge der Beratungen Risiko-Schwangerschaften festgestellt. Ihnen wurde deshalb eindringlich dazu geraten, die Angebote zur Geburtsvor- und -nachsorge zu nutzen und ihr Kind im Gesundheitszentrum zur Welt zu bringen. In den 56 Dörfern wurden außerdem Wachstumskontrollen bei Kleinkindern durchgeführt und die Mütter von unterernährten Kindern zur Behandlung ihrer Kinder beraten.

Verunreinigtes Wasser kann bei Kleinkindern schnell zu Durchfallerkrankungen führen und zu Unterernährung beitragen. Um dagegen vorzugehen, testeten wir das Wasser von drei GemeindeWassersystemen und vier Gesundheitszentren auf Kolibakterien. Im Wasser der vier Gesundheitszentren wurden Verunreinigungen festgestellt. Es werden nun detaillierte Vorschläge für den Umgang mit dem Wasser und Maßnahmen zur Verbesserung der Wassersysteme an den Gesundheitszentren erarbeitet.

In der Gemeinde Phouyoot organisierten wir im April und Mai 2019, in Kooperation mit der lokalen Behörde, den Bau eines neuen Wasserversorgungssystems. Es beinhaltet neben den Leitungen auch einen Tank sowie elf Wasserentnahmestellen. Die Arbeiten werden von den Gemeindemitgliedern selbst übernommen, insgesamt 672 Gemeindemitglieder profitieren von der verbesserten Wasserversorgung. In einer zweitägigen Schulung lernten die Mitglieder der lokalen Wasserkomitees, wie das Versorgungssystem instandgehalten und die Sauberkeit des Wassers gesichert werden kann. 

Gesunde Mütter und Kleinkinder

„Als das Gesundheitspersonal mir sagte, dass mein Körper noch nicht ausgereift für eine Schwangerschaft ist, bekam ich große Angst“, erzählt die 17-jährige Keophet. „Ich merkte, dass auch mein Mann sich Sorgen machte. Nachdem ich aber einige Vorsorgeuntersuchungen im neuen Gesundheitszentrum gemacht hatte, war ich zuversichtlich. Die medizinische Ausrüstung und die Hygiene in dem neuen Gebäude haben mich sehr beeindruckt. Auch dass es genügend Räume für die Mütter und Kinder gibt, die auf den Arzt warten, ist praktisch. Außerdem bieten die Räume mehr Privatsphäre, wenn der Arzt die Untersuchungen macht.“

Ihre Hilfe kommt an!
  • Projektausgaben (81,22%)
  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65%)
  • Verwaltungsausgaben (5,13%)
  • DZI Spendensiegel
  • TÜV NORD
  • eKomi Kundenauszeichnung in Gold
Interessant? Weitersagen: