Mit unserem Projekt helfen wir in Togo, dass Kinder und ihre Familien im Krankheitsfall eine medizinische Versorgung erhalten.
Mit unserem Projekt helfen wir in Togo, dass Kinder und ihre Familien im Krankheitsfall eine medizinische Versorgung erhalten. © Plan/Sigrid Spinnox

Krankenversicherungen für Familien in Togo

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Sotouboua und Sokodé

Projektlaufzeit:
Juli 2012 – Juni 2016

Ziel:
Mit diesem Projekt verfolgen wir von Plan International einen umfassenden Ansatz, der bewährte Methoden der Armutsbekämpfung mit Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung verbindet.

Maßnahmen:

  • Gründung von Spargruppen
  • Informierung über die Vorteile von Mikroversicherungen (z.B. bei Krankheit)
  • Aufklärung über die Leistungen der örtlichen Gesundheitsstationen sowie über Kinderkrankheiten

Was uns in Togo erwartete

Die Rate der Kindersterblichkeit in Togo ist hoch. Mehr als 10 Prozent der Kinder sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – viele von ihnen an behandelbaren Krankheiten wie Durchfall oder Malaria. In Haushalten mit geringem Einkommen haben Menschen ein besonders hohes Risiko, krank zu werden. Dabei fehlen ihnen die Mittel für eine medizinische Behandlung. Dies führt dazu, dass sie auch schwere Erkrankungen selbst therapieren oder traditionelle Heiler aufsuchen. Entscheiden sich Familien für eine Behandlung in einer Gesundheitsstation oder einem Krankenhaus, müssen sie in der Regel 50 Prozent der Kosten selber tragen. Oft sind sie gezwungen, private Kredite mit überhöhten Zinsen aufzunehmen, ihr Vieh oder ihre Lebensmittel zu verkaufen, um die Behandlungskosten zu decken.

In den ländlichen Programmgebieten Sotouba und Sokodé leben drei Viertel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Der Großteil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Sparkonten, Krediten oder Versicherungen. Zwar gibt es in Togo einige Finanzdienstleister, die auch Mikroversicherungen anbieten, ihre Angebote erreichen die ländliche Bevölkerung jedoch nicht und entsprechen nicht ihren finanziellen Möglichkeiten und Bedürfnissen.

2008 gründeten Partner-Organisationen von Plan mit Unterstützung des staatlichen Gesundheitsdienstes zwei gemeindebasierte Krankenversicherungen in den Programmgebieten Sotouba und Sokodé. Diese Mikroversicherungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Geringverdienern abgestimmt sind, sollten den Gemeindemitgliedern zu einer qualitativen gesundheitlichen Versorgung verhelfen. Plan-Untersuchungen zeigten jedoch, dass bisher weniger als 10 Prozent der lokalen Bevölkerung die Versicherungen nutzen und viele Familien nach wie vor nicht in der Lage sind, kontinuierlich ihre Beiträge zu zahlen.

Die Projektziele

Mit diesem Projekt verfolgt Plan einen umfassenden Ansatz, der bewährte Methoden der Armutsbekämpfung mit Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung verbindet. In einem auf vier Jahre angelegten Projekt unterstützt das Kinderhilfswerk 23.000 Gemeindemitglieder in 200 Dörfern der Programmgebiete Sotouba und Sokodé, damit sie Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten. 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Auf diese Weise will das Kinderhilfswerk besonders armen und benachteiligten Familien die Möglichkeit geben, Krankenversicherungen abzuschließen und so im Krankheitsfall medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können.

Da die Haushalte im ländlichen Togo im Durchschnitt fünf Familienmitglieder umfassen, multipliziert sich die Zahl derer, die von den Projektaktivitäten profi tieren, auf rund 115.000. Durch die Teilnahme an Spargruppen können die Familien ihre Einkommensmöglichkeiten verbessern und so ihre Existenzgrundlagen sichern. Außerdem ist es Ziel des Projektes, dass rund 70 Prozent der 23.000 Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Krankenversicherung abschließen.

Was wir für den Projekterfolg tun

Weltweit gelten Spargruppen auf lokaler Ebene als effektives Instrument, um besonders den ärmsten Bevölkerungsgruppen und Frauen den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. In 150 Dörfern werden Plan und seine Partner insgesamt 1.050 neue Spargruppen gründen, sieben in jedem Dorf. In 50 Dörfern, in denen das Kinderhilfswerk bereits tätig ist, das Angebot an Spar- und Kreditprogrammen aber noch nicht ausreicht, werden ebenfalls zwei neue Spargruppen pro Dorf gebildet. In jeder Gruppe schließen sich 20 Gemeindemitglieder zusammen. Sie treffen sich regelmäßig, um das Prinzip des gemeinsamen Sparens und der Kreditvergabe zu erlernen und ihre Sparbeiträge einzuzahlen. Über die Kreditvergabe wird gemeinschaftlich entschieden. Auch die Verzinsung wird gemeinsam festgelegt, sie liegt deutlich unter dem, was lokale Geldverleiher üblicherweise berechnen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt können die Mitglieder kleinere Kredite aus dem angesammelten Guthaben erhalten, welche innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zurückgezahlt werden müssen. Nach einer bestimmten Zeit wird das gesamte Ersparte zuzüglich der erzielten Zinseinnahmen an die Mitglieder ausgeschüttet.

Für die Gruppenmitglieder bedeuten die Kredite und die Einnahmen aus dem angesammelten Sparguthaben, dass sie neue Investitionen tätigen können, zum Beispiel um ihre landwirtschaftlichen Erträge zu erhöhen. Außerdem können sie das Risiko von Verdienstausfällen durch Trockenheiten, Überschwemmungen und Ernteausfällen reduzieren. Auf diese Weise tragen die Spargruppen zur langfristigen Existenzsicherung der Familien bei. Bereits in der Vergangenheit hat Plan in Togo mit diesem Projektansatz gute Erfahrungen gemacht und Spargruppen mit rund 28.000 Mitgliedern gegründet.

Die Spargruppen dienen als Einstieg in das lokale Krankenversicherungssystem. Während der gemeinsamen Sitzungen werden die Gruppenmitglieder über die Vorteile der Mikroversicherungen informiert, die ihnen und ihren Kindern im Krankheitsfall eine angemessene gesundheitliche Versorgung ermöglichen. Durch die Versicherungen können die Familien auch in Krisenzeiten, in denen sie kein Geld zur Verfügung haben, eine medizinische Versorgung in einer Gesundheitsstationin Anspruch nehmen. Dabei ermöglicht ihnen die Teilnahme an den Spargruppen die Zahlung der jährlich anfallenden Versicherungsbeiträge für sich und ihre Kinder. In den gemeinsamen Treffen informieren Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter über verschiedene Themen in Bezug auf Kindergesundheit und werben für die medizinische Behandlung von gesundheitlichen Problemen in den lokalen Gesundheitsstationen.

Projektbeschreibung

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