Kinderleben schützen – HIV/Aids verhindern

Kinderleben schützen – HIV/Aids verhindern

Im Distrikt Kamuli im Osten Ugandas gibt es nur wenige Gesundheitseinrichtungen. Viele Kinder leiden an behandelbaren Krankheiten, wir Durchfall, Malaria oder Lungenentzündung. Auch HIV und Aids sind weit verbreitet. Trotz großer Fortschritte in der Eindämmung der Krankheit, lag die Infektionsrate 2015 bei rund 7 Prozent. Auch wir von Plan unterstützen seit vielen Jahren Programme zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie zur HIV-/Aids-Prävention und -Behandlung in dem ostafrikanischen Land. Hierzu zählen unter anderem Therapien für infizierte Schwangere, um dadurch die Übertragung des Virus auf das Kind zu verhindern.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Kamuli

Projektlaufzeit:
April 2013 – April 2017

Ziele:

  • Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Kinder, Schwangere und Mütter
  • Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV

Maßnahmen:

  • Schulungen für medizinisches Personal
  • Ambulante Gesundheitsdienste
  • Verbesserung der Beratung und Testmöglichkeiten
  • Bereitstellen von Fahrradambulanzen
  • Informationsveranstaltungen

Was wir in Uganda erreicht haben

Mit diesem Projekt haben wir zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Kamuli beigetragen, besonders für Kinder, Schwangere und Mütter, die in entlegenen Regionen leben. Wir haben die lokalen Gesundheitsdienste gestärkt, damit sie in der Lage sind, erkrankte Kleinkinder professionell zu versorgen. Im Verlauf der vier Projektjahre kam es zu 500.000 Krankheitsfällen unter Kleinkindern, die von den Gesundheitsteams oder in den Gesundheitsstationen behandelt wurden. Vielen Mädchen und Jungen konnte so das Leben gerettet werden.

Auch die Erwachsenen profitierten von der besseren Gesundheitsversorgung und dem besseren Zugang zu HIV und Aids-Behandlungen sowie Präventionsmaßnahmen. Wir erreichten mit diesen Maßnahmen knapp 70.000 Frauen und Männer. Mehr als 60 medizinische Fachkräfte sowie 298 ehrenamtliche Gesundheitshelferinnen und -helfer aus 75 Gemeinden vertieften in Kursen ihr Wissen zu integriertem Gesundheitsmanagement, HIV-/Aids-Beratung und Kindergesundheit. Wir informierten die Gemeindemitglieder per Radio, auf Plakaten und bei Veranstaltungen über ihre Patientenrechte und unterstützten sie, diese auf Gemeinde und Distriktebene einzufordern.

Unsere Projekterfolge

Die Erfolge

  • Geschulte Gesundheitsteams mit 298 Mitgliedern haben 402.409 Fälle von Malaria, Lungenentzündung oder akutem Durchfall bei Kindern unter fünf Jahren erfolgreich behandelt.
  • Rund 50.000 Kleinkinder haben im Rahmen ambulanter Dienste von Impfungen, Entwurmungen oder Untersuchungen zu ihrem Ernährungszustand profitiert.
  • 48.960 Gemeindemitglieder haben an HIV-Tests und Beratungen teilgenommen.

Prüfung und Bewertung

Wir führten mit Abschluss des Projekts eine ausführliche externe Evaluierung durch. Die Wirksamkeit des Projekts wurde positiv bewertet, da die Gesundheitsdienstleistungen für Mütter und Kinder gestärkt wurden. Die Selbsthilfekapazitäten der Gemeinden im Distrikt Kamuli verbesserten sich deutlich. Teilweise wurden die Projektziele sogar übertroffen und es konnten weit mehr Frauen und Kinder erreicht werden als ursprünglich geplant.

Was wir für den Projekterfolg getan haben

Um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern, nahmen 62 medizinische Fachkräfte an Schulungen zum integrierten Management von Kinderkrankheiten teil. Dort lernten sie, wie sie Lungenentzündung, Malaria und Durchfallerkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern zählen, am besten behandeln können. 60 medizinische Fachkräfte nahmen zudem an einer Fortbildung zur Diagnose und Behandlung von Unterernährung teil. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen halfen ihnen anschließend, das neue Wissen in die Praxis umzusetzen.

Ehrenamtliche Gesundheitsteams sind in Uganda ein etablierter Teil des Gesundheitssystems. Sie sind vor allem in entlegenen Regionen die ersten Ansprechpartner für Eltern, wenn ihre Kinder krank werden. 298 dieser ehrenamtlichen Gesundheitshelferinnen und -helfer wurden im Rahmen des Projekts geschult und mit medizinischem Material und Medikamenten ausgestattet. Von März 2014 bis Mai 2016 war es ihnen möglich, 402.409 Fälle von Malaria, Lungenentzündung und akutem Durchfall bei Kindern unter fünf Jahren erfolgreich zu behandeln. Etwa 13.000 besonders schwere Fälle überwiesen sie an die nächstgelegene Gesundheitsstation. Die Helferinnen und Helfer besuchten zudem 12.176 Neugeborene und kontrollierten ihre Entwicklung. 344 Säuglinge mit kritischem Gesundheitszustand überwiesen sie ebenfalls an eine Gesundheitsstation. Die Gesundheitsteams erhielten außerdem Fahrradambulanzen, um Patientinnen und Patienten in nahegelegene Gesundheitsstationen zu transportieren.

537 ambulante Gesundheitsdienste mit medizinischem Fachpersonal boten im Projektverlauf 36.345 Frauen und Männern eine gesundheitliche Beratung und Behandlung oder Informationen zur Familienplanung. Frauen nutzten in diesem Rahmen vielfach die Angebote zur Schwangerschaftsvorsorge. Rund 50.000 Kleinkinder profitierten von Impfungen, Entwurmungen oder Untersuchungen zu ihrem Ernährungszustand. Bei zusätzlichen Untersuchungen überprüften die ambulanten Dienste den Ernährungszustand von 4.855 Kindern und stellten bei 882 von ihnen eine schwere oder mittelschwere Unterernährung fest. Ihre Mütter wurden über gesunde Ernährung beraten und erhielten therapeutische Zusatznahrung für ihre Kinder.

Um das Übertragungsrisiko von HIV-infizierten Müttern auf ihre Kinder zu reduzieren, besuchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsstationen die Familien auch zuhause, um HIV-Tests durchzuführen und über Präventionsund Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Sie erreichten auf diese Weise 31.567 Frauen, Männer und Kinder. 217 Frauen und 113 Männer wurden HIV-positiv getestet und zur weiteren Behandlung an eine Gesundheitsstation überwiesen. HIV-positive Mütter und Schwangere wurden in ein Programm zur Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV aufgenommen und erhielten hierfür entsprechende Medikamente. Die Hausbesuche waren besonders hilfreich, um auch Männer zu erreichen und Paare möglichst gemeinsam zu testen. Darüber hinaus nahmen im Rahmen von ambulanten Dienste ebenfalls 17.393 Gemeindemitglieder an HIV Tests und -Beratungen teil.

Im Radio, auf Plakaten und in Veranstaltungen informierten wir die Gemeindemitglieder über ihre Rechte als Patienten und die neuen Angebote der Gesundheitszentren. Bewertungen und Verbesserungsvorschläge der Gemeinden wurden in das Qualitätsmanagement aufgenommen und entsprechende Aktionspläne entwickelt. Die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden zeigte sichtbare Erfolge: Während zu Beginn des Projekts nur 63 Prozent der Mütter mit der Qualität der Gesundheitsdienste zufrieden waren, lag die Zahl im vierten Projektjahr bei 90 Prozent.

Der Abschlussbericht

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