Gruppenreisen mit Plan: Der Norden Thailands hat viele Gesichter

Die Plan International Mitarbeiterin Henriette Schultz-Süchting reist 3 Tage zusammen mit Paten in den Norden des Königreichs Thailands. Zusammen mit den Kollegen von Plan Thailand und den Paten besuchen sie spannende Projekte. Und sie erfährt selbst Neues über die Herausforderung des schönen Landes. Lesen nachfolgend ihren spannenden Bericht:

Herausforderungen im Norden

Wir trafen uns alle in der Hauptstadt des Nordens von Thailand,  in Chiang Mai. Die Paten, die Plan Kollegen aus Thailand und ich von Plan International Deutschland. Die Gruppe war klein und unglaublich interessiert. Chiang Mai ist eine Stadt so groß wie Hamburg und liegt im Norden von Thailand. Was mich sehr beeindruckte: Die schönen goldenen Tempel. Dies war unser Ausgangsort. Plan Thailand hat dort ein Büro. 4 Kolleginnen holten uns am Hotel ab und fuhren uns in zwei Kleinbussen noch weiter Richtung Norden. Die Straßen sind in Thailand im wirklich guten Zustand, so dass wir schon bald am Ziel waren - einem sehr schön angelegtes Ressort in der Nähe von Chiang Dao. Kurz stellten uns die Plan Thailand Mitarbeiter vor, was wir in den nächsten Tagen an Projekten sehen würden und brachten uns anhand einer Präsentation die Herausforderung Thailands nahe. Das Hauptproblem: Die fehlenden Geburtenregistrierungen vieler einheimischer Tagelöhner in den Bergen. Aber natürlich gibt es noch andere Sorgen.

Projekte in der Praxis

Aber erstmal statteten wir einer Schule in der Nähe einen Besuch ab. Plan hat hier mit den Lehrern Ideen entwickelt, wie Mädchen ihr Selbstvertrauen stärken und gleichzeitig ihr Taschengeld aufbessern können. Die ca. zehn-jährigen Mädchen weben in den Pausen wunderschöne Tücher und verkaufen diese auf lokalen Märkten oder sie bewirtschaften voller Stolz den Schul-Kiosk.

Die Armut in dem Dorf, das wir danach in den Bergen aufsuchten, lähmte uns. Hier leben die Tagelöhner von der Hand in den Mund. Viele von ihnen sind ohne eine Geburtsregistrierung keine thailändischen Bürger und haben somit keine Rechte: weder auf einen Arbeitsplatz noch auf Schulbildung usw.  Uns wurde gewahr, dass die Menschen ohne Identität keine Chance auf bessere Lebensumstände haben. Um aber die Geburtsregistrierung und Identität zu erhalten müssen die Menschen beweisen, dass sie in Thailand geboren sind... und Formulare ausfüllen, ohne schreiben und lesen zu können. Wie also soll das funktionieren? Bei diesen Formalitäten hilft Plan und motiviert auch die, die schon aufgegeben haben. Selbst DNA Analysen zahlt Plan.

Die Augen strahlten

 Am nächsten Tag haben einige der Paten ihre Patenkinder in einer Schule getroffen.  Die Patenkinder waren schüchtern und ein Junge sprach noch nicht mal Thai. Das Übersetzen wird dann wirklich eine Herausforderung: von der lokalen Sprache zu Thai, von Thai nach Englisch und von Englisch ins Deutsche. Die Kommunikation findet eindeutig intensiver statt, wenn zusammen Fußball oder Memory gespielt wird. Die Patin des schüchternen Jungen packt schließlich das Memory aus und seine Augen strahlten.   Margaritta hat mit ihrem Patenkind mehr Glück: Das Mädchen fasst schnell Vertrauen und recht bald erklärt sie ihrer Patin, wie sie ein Lotusblüten-Gesteck bastelt.  Abends haben wir alle zusammen die Gestecke mit ihren Kerzen in den Fluss gesetzt und das zauberhafte Licht in der dunklen Nacht genossen . Selbst für mich als Außenstehende: Die Paten-/Patenkind-Begegnungen sind unglaublich emotional und aufregend. Welche Freude und Neugier auf beiden Seiten! Es ist so spannend, dass alle Beteiligten am Abend danach vor lauter Erschöpfung gar nicht mehr darüber berichten oder reden wollen. Die Reaktion ist fast immer gleich: „Das war der Höhepunkt der ganzen Reise!“

Die Paten erzählen mir während unserer drei Tage über ihr zehn-tägiges Programm, das sie im Voraus mit dem Gebeco Reiseleiter zusammen erlebt haben. „Die Mischung macht‘s“ sagen sie mir. Es sei sehr hilfreich, vorher das Land und die touristischen Highlights kennengelernt zu haben, um sich dann mit mehr Verständnis den ärmeren und meist ländlicheren Plan-Gebieten zu widmen. Als wir am nächsten Tag an einer anderen Schule waren, wurde uns bewusst, welche Herausforderungen dortige Schüler und Lehrer haben: Erdrutsche. Schülern wird durch Plan und den Lehrern vermittelt, wie sie Erdrutsche verhindern können und was sie im Notfall tun können. Was wir auch sahen: Wasserauffangbehälter, die von Plan zur Verfügung gestellt werden, um ganzjährig für sauberes Wasser zu sorgen.

Meine Erkenntnis dieser Reise ist,  dass die Plan Patengruppenreise ein wunderbares Instrument ist, Arbeitsweise von Plan deutlich zu machen. Das Engagement Plans, sich für die Rechte der Kinder und deren Familien einzusetzen ist den Paten sehr bewusst geworden und sorgte für den „Aha-Effekt“. Unbedingt weiterzuempfehlen.

Henriette Schultz-Süchting

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