Weltweite Hilfe
Mädchennetzwerke
Mithilfe von Mädchennetzwerken stärken wir indigene Mädchen und junge Frauen in Guatemala. © Plan International / Bild stammt aus einem ähnlichen Plan-Projekt in Paraguay.

Mädchennetzwerke: Gemeinsam sind wir stark

In Guatemala und Peru setzen wir uns mit diesem Projekt für die Gleichberechtigung und politische Beteiligung von Mädchen und jungen Frauen ein. Denn insbesondere indigene Mädchen und Frauen werden dort häufig diskriminiert. Das Projekt ist Teil unseres Girls-Lead-Programms, mit dem wir Mädchen und junge Frauen stärken, damit sie ihre Rechte einfordern und Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die ihr Leben beeinflussen.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Alta Verapaz, Baja Verapaz und Quiché

Projektlaufzeit:
Februar 2018 - Februar 2023

Ziele:

  • Indigenen Mädchen und jungen Frauen Mittel und Fähigkeiten an die Hand geben, damit sie ihre Rechte und politische Teilhabe einfordern können
  • Regierungen sollen die Beteiligungsstrukturen für indigene Jugendliche, insbesondere für Mädchen und junge Frauen, stärken

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Was uns erwartet

Lateinamerika gilt als eine der Regionen mit den größten Ungleichheiten der Welt. Besonders indigene Mädchen und junge Frauen werden häufig diskriminiert – wegen ihres Alters, Geschlechts oder ihrer Zugehörigkeit zu einer indigenen Bevölkerungsgruppe. Gegenüber lokalen Autoritäten oder Regierungen können sie ihre Anliegen jedoch kaum zu Gehör bringen. Denn es mangelt an entsprechenden Beteiligungsstrukturen. So fehlt ihnen die Möglichkeit, auf Missstände, wie den mangelnden Zugang zu Bildung, schlechte Berufsperspektiven, sexuelle Gewalt oder Kinderheirat, aufmerksam zu machen, damit diese gemeinsam angegangen werden.

Unsere Projektziele

Mit diesem Projekt stärken wir indigene Mädchen und junge Frauen und befähigen sie, sich für ihre Rechte einzusetzen. Sie lernen, Einfluss zu nehmen, damit politische Entscheidungsträger die Rahmenbedingungen verändern und ihnen so die Möglichkeit geben, an öffentlichen Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Für dieses Ziel kooperieren wir mit lokalen und internationalen Partnern, die sich besonders für die Rechte indigener Jugendlicher und junger Frauen einsetzen. In Guatemala sind dies auf lokaler Ebene vor allem die Jugendbewegung MOJOMAYAS sowie der Indigene Witwen- und Frauenverband CONAVIGUA. In Peru arbeiten wir mit dem Indigenen Frauenverband der Provinz Chumbivilcas sowie dem Zentrum für Indigene Kulturen CHIRAPAQ zusammen. Unsere internationalen Partner sind das kontinentale Netzwerk indigener Frauen ECMIA sowie dessen Kommission für Kindheit und Jugend.

In Guatemala nehmen 1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und in Peru 1.080 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren an den Projektaktivitäten teil. Darüber hinaus fördern wir im Rahmen des Regionalprojekts 300 indigene Jugendliche und junge Erwachsene in neun lateinamerikanischen Ländern.

Was wir für den Projekterfolg tun

In Schulungen vermitteln wir den Jugendlichen – darunter vielen Mädchen und jungen Frauen – das nötige Wissen, um die Gleichberechtigung voranzutreiben. Sie lernen, gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Rollen kritisch zu reflektieren und mit ihren Eltern, Gemeindemitgliedern und kommunalen Entscheidungsträgern zu diskutieren und politisch Einfluss zu nehmen.

 

Gemeinsam mit den Mädchen und jungen Frauen erarbeiten wir Pläne, in denen wir festhalten, welches die wichtigen Themen sind, für die sie sich politisch engagieren wollen. Danach wird festgelegt, wie diese Pläne umgesetzt und welche Partner in die politische Einflussarbeit einbezogen werden sollen. Diese sogenannten Advocacy-Pläne beginnen auf der Gemeindeebene und erreichen über die Gruppen und Interessenverbände der Mädchen und Frauen schließlich die Entscheidungsträger auf regionaler und nationaler Ebene.

Um Stereotype und Rollenzuweisungen zu beseitigen, welche die indigenen Mädchen und jungen Frauen bei der Realisierung ihrer Vorhaben einschränken, organisieren wir Dialogveranstaltungen im sozialen Umfeld der Mädchen und Frauen. So sollen insbesondere die Eltern der Jugendlichen dazu bewegt werden, die Kinder zu unterstützen und ihre Arbeit für mehr politische Teilhabe wertzuschätzen. Darüber hinaus planen und realisieren wir gemeinsam mit den Jugendlichen Aktionen und Informationskampagnen zum Thema Kinderheirat und zur Problematik der Diskriminierung und Stigmatisierung von indigenen Kulturen. Auf diese Weise soll die Öffentlichkeit für die Rechte von Frauen, Mädchen und indigenen Bevölkerungsgruppen sensibilisiert und ein Umdenken in der Gesellschaft angestoßen werden.

Wir beziehen lokale Autoritäten und Regierungen aktiv in unsere Arbeit mit ein. Gemeinsam mit ihnen und den Jugendlichen erfassen wir die Faktoren, die die politische Teilhabe von Jugendlichen behindern. Anschließend führen wir Schulungen durch, um aufzuzeigen, wie wichtig die Mitwirkung von Jugendlichen an öffentlichen und politischen Prozessen ist. Im nächsten Schritt arbeiten wir gemeinsam Möglichkeiten heraus, wie feste Mechanismen und Beteiligungsstrukturen für die Jugendlichen geschaffen werden können.

Um die Einflussmöglichkeiten der indigenen Jugendlichen und jungen Frauen zu verbessern, arbeiten wir mit den indigenen Verbänden und Organisationen MOJOMAYAS, CONAVIGUA und CHIRAPAQ zusammen. Vor allem fördern wir dieArbeit der Jugendlichen und jungen Frauen in Netzwerken, damit sie sich effektiv und nachhaltig für ihre Partizipation einsetzen können. Auf internationaler Ebene stärken wir die Arbeit indigener Frauen in dem Netzwerk ECMIA, damit sie stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und sich in internationale Gremien, Netzwerke und Diskussionen einbringen können.

Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten

Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden in regelmäßigen Treffen mit den Jugendlichen die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte der Projektlaufzeit findet eine interne Überprüfung der Projektfortschritte statt, am Ende der Laufzeit wird eine externe Evaluierung durchgeführt.

 

Aktuelle Projektbeschreibung

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