Weltweite Hilfe
In Projektschulen werden Sportclubs gegründet, in denen 30 bis 40 Kinder regelmäßig trainieren und ihr Selbstbewusstsein stärken.
In Projektschulen werden Sportclubs gegründet, in denen 30 bis 40 Kinder regelmäßig trainieren und ihr Selbstbewusstsein stärken. © Plan International / Nic Kinloch / Bild stammt aus einem ähnlichen Projekt in Vietnam.

Sport schafft sichere Schulen in Hanoi

In Hanoi in Vietnam erleben viele Kinder Gewalt – in der Familie, in der Schule oder auf dem Schulweg. Mädchen werden häufig diskriminiert. Diskriminierung hindert Mädchen auch daran, Sport zu treiben. Deshalb fördern wir in diesem Projekt Sportangebote für Mädchen und Jungen an 20 Sekundarschulen im Stadtgebiet Hanoi. Dabei stärken die Kinder ihr Selbstbewusstsein, lernen, was Gleichberechtigung bedeutet, und wie sie sich gegen Gewalt und Diskriminierung einsetzen können. Rund 20.800 Schülerinnen und Schüler profitieren von diesen Aktivitäten.

Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Hanoi

Projektlaufzeit:
November 2018 – Oktober 2021

Budget: 
767.045 €

Ziele:

  • Gleichberechtigter Zugang zu Sportangeboten für Mädchen und Jungen (11-15 Jahre)
  • Förderung der Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit an Schulen
  • Verbesserter Kinderschutz

Maßnahmen:

  • Gründung von Sportclubs an 20 Projektschulen
  • Aufbau von kindgerechten und sicheren Sportstätten
  • Schulungen für Lehrkräfte zu geschlechtersensiblen und inklusiven Lehrmethoden im Sportunterricht
  • Sensibilisierung von Eltern für die Bedeutung von Sport und Gleichberechtigung

Ja, ich unterstütze dieses Projekt!

Was uns in Vietnam erwartet

In der Großstadt Hanoi erfahren Kinder häufig körperliche und emotionale Gewalt. In einer Studie sagten mehr als zwei Drittel der Kinder, dass sie Gewalt in der Familie erleben. Aber auch in den Schulen finden körperliche und seelische Verletzungen, Diskriminierung und sexuelle Übergriffe statt. Besonders Mädchen sind gefährdet. 

Diskriminierung hindert Mädchen auch daran, Sport zu treiben. So denken sie oft sogar selbst, dass sie nicht stark oder schnell genug sind, um beispielsweise Fußball oder Basketball zu spielen. Diese Ansichten sind auch unter Eltern und Lehrkräften verbreitet und führen dazu, dass nur wenige Mädchen an Sportangeboten teilnehmen. Insgesamt gibt es in Hanoi nur selten gut ausgestattete Turnhallen oder Sportplätze. 

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

SDG3
Gesundheit und Wohlergehen
Hochwertige Bildung
Hochwertige Bildung
SDG5 Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichheit
SDG 10
Weniger Ungleichheiten

Unsere Projektziele

In diesem Projekt fördern wir Sportangebote für Mädchen und Jungen an 20 Sekundarschulen der Distrikte Ba Vi und Ha Dong im Stadtgebiet Hanoi. Bei verschiedenen Ballsportarten stärken die Kinder ihr Selbstbewusstsein. Gleichzeitig lernen sie, sich gegen Gewalt, Mobbing und Diskriminierung einzusetzen. Bei großen Sportveranstaltungen der Schulen werden Gleichberechtigung, Kinderschutz und Gewaltfreiheit thematisiert. Rund 18.000 Schülerinnen und Schüler der unteren Sekundarstufe profitieren von diesen Aktivitäten sowie rund 10.000 Kinder, die in den kommenden zwei Jahren die Sekundarstufe besuchen.

40 Lehrerinnen und Lehrer schulen wir darin, den Sportunterricht inklusiv und geschlechtersensibel zu gestalten. So erhalten insbesondere Mädchen die Chance, ihre sportlichen und persönlichen Fähigkeiten zu entwickeln. 39 Vertrauenslehrerinnen und -lehrer nehmen an Fortbildungen zu Kinderschutz und Gewaltprävention teil. 28.100 Eltern schulen wir zur Bedeutung von Sport und Gleichberechtigung. 

Projektaktivitäten: November 2019 - April 2020

Zur Förderung eines gendersensiblen und kindgerechten Sportunterrichts führten wir vier Fortbildungen für insgesamt 107 Lehrer:innen der 20 Projektschulen durch.

Diese dienten sowohl dazu, den Lehrkräften eine Plattform zu bieten, auf der sie sich über ihre Erfahrungen austauschen können, als auch, ihr Wissen zur Prävention von sexuellem Missbrauch, Belästigung und Ausbeutung zu erweitern. Wegen der in Vietnam geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden zwei der Fortbildungen online abgehalten.

23 der bereits geschulten Lehrkräfte gaben ihr Wissen zu Geschlechtergerechtigkeit und Fußballtechniken in zehn Schulungen an 532  Klassenlehrer:innen weiter. Auch das erarbeitete Handbuch für gendersensiblen und kindgerechten Sportunterricht wurde an die Lehrkräfte aller 20 Projektschulen verteilt. Nach einer Erprobung des Handbuches erhielten wir viele positive Rückmeldungen. Die angebrachten  Verbesserungsvorschläge, die zu einer besseren bildlichen Darstellung der Inhalte führen sollen, werden wir noch einarbeiten.

Die 20 Jugendfußballclubs der Projektschulen mit insgesamt 1.662 Teilnehmer:innen trafen sich zwischen November 2019 und April 2020 zu insgesamt 450 Trainingseinheiten. In den Trainingseinheiten wurden Übungen aus dem erstellten Handbuch durchgeführt. Außerdem bestritten die Mädchen und Jungen insgesamt 97 Fußballspiele. Um die Sichtbarkeit der Jugendfußballclubs zu erhöhen, informierten wir Eltern und weitere Schulkinder über die Fußballaktivitäten und gestalteten Schultore und -wände mit ansprechenden Botschaften zu den Themen Sport und Gleichberechtigung.

Im Rahmen von Workshops erarbeiteten wir gemeinsam mit Eltern, Kindern und Lehrkräften von zehn Schulen im Ha Dong-Bezirk den Verbesserungsbedarf der Sportplätze sowie Aktionspläne für mehr Sicherheit an Sportstätten. Die Umgestaltungen der 20 Sportanlagen wurden im Berichtszeitraum fortgesetzt. Diese umfassen beispielsweise die Ausstattung der Sportplätze mit Fußballtoren und Kunstrasen.

453 Klassenlehrer:innen führten Aufklärungsveranstaltungen für Eltern zum Thema Geschlechtergerechtigkeit durch. Dabei wurden geschlechtsbasierte Gewalt und ungleiche Machtdynamiken im Sport besprochen. Soziale Normen, die Mädchen und Frauen benachteiligen, wurden infrage gestellt. Die Lehrkräfte warben außerdem für eine Beteiligung von Mädchen an den gendersensiblen sportlichen Aktivitäten der  Projektschulen. Durch die Aufklärungsveranstaltungen konnten insgesamt 17.037 Eltern erreicht werden.

In einem weiteren Training schulten wir Vertrauenslehrer:innen zu Gewaltprävention und Kinderschutzmechanismen an den Projektschulen. Die Lehrkräfte gestalteten daraufhin Poster mit Informationen zu sicheren und kinderfreundlichen Schulen sowie zum Meldeprozess bei Vorfällen im
Bereich des Kinderschutzes.

In Zusammenarbeit mit der lokalen Bildungsbehörde des Ha Dong-Bezirks und den Projektschulen stellten wir das Projekt im Januar 2020 an der Phu La-Schule vor. An der Vorstellung nahmen Schüler:innen aus vier Projektschulen sowie Lehrkräfte und Eltern der Phu La-Schule teil. Die  Veranstaltung umfasste Wettbewerbe zwischen den Jugendfußballclubs der vier Projektschulen zu Fußballtechniken und Themen der Geschlechtergerechtigkeit sowie ein Fußballturnier. Alle Beteiligten hatten viel Spaß und genossen das faire und freundschaftliche  Zusammenspiel.

Anwesende Reporter:innen verfassten acht Artikel zu der Projektvorstellung, wodurch ein breites Publikum erreicht wurde. So kann das Projekt zu einem Vorbild für geschlechtergerechten Sport für weitere Schulen in der Region werden.

Nguyens Traum wurde wahr

Nguyen besucht eine der Projektschulen im Ba Vi - Bezirk. Da ihre Mutter die Familie verlassen hat, als sie noch ein Baby war, lebt sie mit ihren zwei älteren Schwestern bei ihrem Vater und ihren Großeltern. Als Nguyen in die vierte Klasse kam, entdeckte sie ihre Leidenschaft für Fußball. Jedoch unterstützte sie niemand aus ihrer Familie dabei, an Fußballaktivitäten teilzunehmen.

Sie erzählt uns: „Mein Vater erlaubte mir nicht, Fußball zu spielen, und meine Großeltern machten sich Sorgen, dass ich mich verletze. Selbst meine Schwestern sagten mir, Fußball sei nur etwas für Jungs. Ich fühlte mich zunächst hoffnungslos. Doch dann wurde ein Jugendfußballclub an meiner Schule gegründet und ich konnte endlich meiner Leidenschaft nachgehen und meinen Traum verwirklichen. durch die wöchentlichen Treffen der Fußballclubs habe ich nicht nur Fußballtechniken, sondern auch wichtige soziale Fähigkeiten gelernt. Ich bin nun mutiger und selbstbewusster. Als mein Vater mich Fußball spielen sah, änderte er seine Meinung. Jetzt glaubt er, dass Fußball für alle da ist, und ist froh, dass ich einen sicheren Ort habe, um mich zu entwickeln und ich selbst zu sein.“

Prüfung und Bewertung der Projektaktivitäten

Während der gesamten Laufzeit des Projekts finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt. Dort werden die Projektfortschritte besprochen, gewonnene Erfahrungen ausgetauscht und nötige Korrekturen bei der Umsetzung der Maßnahmen vorgenommen. Nach der Hälfte sowie nach Beendigung des Projekts wird eine ausführliche Evaluierung durchgeführt. 

Unterstützende Partner

Beispielhafte Projektausgaben

120 EUR:
kosten zehn Handtücher für den Sportunterricht an Schulen

610 EUR:
werden für ein zehntägiges Training für eine Sportlehrkraft benötigt

1.500 EUR:
kostet die Organisation eines Sportevents an einer Schule

3.050 EUR:
brauchen wir für die Errichtung eines Sportplatzes an einer Schule

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  • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (13,65 %)
  • Verwaltungsausgaben (5,13 %)
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