Endlich habe ich mein Patenkind Heshani in Sri Lanka besucht - ein unvergessliches Erlebnis.
Endlich habe ich mein Patenkind Heshani in Sri Lanka besucht - ein unvergessliches Erlebnis.

Eine Bananenpalme in Anuradhapura

Um 9 Uhr morgens holte uns ein freundlicher Mitarbeiter und Fahrer von PLAN Sri Lanka von unserer Unterkunft in Anuradhapura ab und brachte uns zum regionalen PLAN Büro. Dort wurden wir herzlich empfangen.

Patenbesuch bei Heshani

Eine Angestellte zeigte uns eine informative PP - Präsentation und berichtete uns über die verschiedenen PLAN Projekte auf Sri Lanka. Danach fuhren wir in den nordwestlichen Teil der Provinz Anuradhapura,  wo mein Patenkind lebt.  Wir wurden von einem spürbar sehr engagierten „District Officer“ begleitet, der uns über die PLAN Initiativen in diesem, durch den Bürgerkrieg sehr schwer betroffenen Teil Sri Lankas, berichtete und uns am Weg liegende, verschiedene PLAN unterstützte Einrichtungen, wie eine Kind- und Mutterfreundliche Polizeistation, die von einer weiblichen Beamtin geleitet wird, ein entstehendes Gesundheitszentrum und die ebenfalls PLAN unterstützte Vorschule zeigte. Diese Art von Polizeistation ist eine große Errungenschaft zum Schutz von Kindern und Frauen in dieser Region.

In der Vorschule

Bei der Vorschule machten wir kurz Halt, unterhielten uns mit der Lehrerin und bewunderten die vielen Zeichnungen und kleinen Kunstwerke der Kinder, die sie hauptsächlich aus Naturmaterialien anfertigten. Stolz wurde uns vom District Officer auch die Schachtel mit neu erworbenem Montessori - Spielmaterial gezeigt, mit dem die größeren Kinder bereits sehr geschickt umgingen. Zur Verabschiedung sangen uns die Kinder noch ein Lied und klatschend und stampfend hatten wir noch viel Spaß zusammen, bevor es weiter ging.

Das persönliche Treffen

Danach freute ich mich schon sehr, endlich Heshani persönlich kennenzulernen. Heschanis hübsche Mutter mit warmherzigen Augen, ihre kleine Schwester und Heshani standen schon beim Gartentor und hießen uns herzlich willkommen. Natürlich musste anfänglich eine gewisse Schüchternheit von beiden Seiten überwunden werden. Heshanis Großmutter, die auch anwesend war, verwöhnte uns mit selbst gebackenen, sri lankischen Süßigkeiten. Bald kamen auch noch Kinder und Frauen aus der Nachbarschaft. Heshani ist ein sehr ernstes, künstlerisch talentiertes Mädchen, das schon schwere Schicksalsschläge erleben musste. Ich wünschte, ich hätte noch viel mehr Zeit mit ihr verbringen können.

Heiterkeit und eine spürbare Wärme

Ein für die Insel typischer Tanz den Heshani uns zeigte und der Gesang, den die Mutter und Großmutter und die inzwischen hinzu gekommenen Frauen aus der Umgebung anstimmten, berührte uns sehr, umso mehr, nachdem wir dessen Bedeutung vom District Officer erklärt bekamen. Heshani schenkte mir drei ihrer schönen Zeichnungen, in denen auch ein Stück ihrer Geschichte zu sehen ist. Die Lebensumstände der Familien sind schwierig, ihr Schicksal oft sehr hart. Trotzdem gibt es viel Heiterkeit und spürbare Wärme, nicht nur durch das Klima.

Aktivitätskalender

Unsere beiden Begleiter zeigten uns auch einen Jahres-Aktivitäts-Kalender, der von und für die Kinder, die Eltern der Kinder und die gesamte lokale Gemeinde gestaltet wird. Darin werden brennende Probleme und Fragen behandelt und während des gesamten Jahres durch die Kinder und lokale MitarbeiteInnen ergänzt. Es werden Themen, wie zum Beispiel Gewalt gegen Kinder, Kindesmissbrauch, Diskriminierung, Vernachlässigung, Kinderarbeit und vieles mehr angesprochen und die Kinder werden ermutigt und unterstützt bei der Verbesserung ihrer Lebens- und Umgebungsbedingungen mitzuhelfen. Zeichnungen zu den Themen, die die Kinder selbst anfertigen, bereichern den Kalender.

Bananenpalme pflanzen

Am Ende unseres Besuchs wurden wir noch durch den kleinen, hübschen Garten, der das Haus umgibt, geführt. In diesem werden allerlei nützliche, örtliche Gemüsesorten, Früchte und Kräuter angebaut. Geld, um einzukaufen ist oft nicht vorhanden und ein Geschäft in weiter Ferne und für die Familien kaum erreichbar. Die Küche ist ein offener, gemauerter Feuerplatz. Einem alten Brauch folgend pflanzten Heshani und ich eine Bananenpalme, die ich nach Heshani benannte. Sie soll gut wachsen, tolle Früchte tragen und der Familie viel Glück bringen. Nachdem es spät nachmittags geworden war mussten wir uns von Heshani und ihrer Familie verabschieden und zurück in das PLAN Büro in Anuradhapura, wo uns als Geschenk ein zuvor beschriebener Jahres-Aktivität-Kalender überreicht wurde, über den wir uns sehr freuten. Zuvor hielten wir aber noch bei der Kind-und Mutterfreundlichen Polizeistation und konnten uns dort mit der leitenden Polizistin und den Polizisten angeregt austauschen. 

Abschied von einem eindrucksvollen Mädchen

Wie schon im Jahr 2000, als ich auch die Gelegenheit hatte, eines meiner Patenkinder zu besuchen, war es auch diesmal wieder ein großartiges, berührendes, eindrucksvolles und unvergessliches Erlebnis. Ich hoffe, dass ich die Möglichkeit haben werde, Heshani wieder besuchen zu können. Aber wichtiger ist, miterleben zu können, dass sie und ihre Schwester sich zu hoffentlich glücklichen und starken Mädchen entwickeln können.

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