Wir mit unserem Patenkind Sengly und ihrer Schwester Sreratt.
Wir mit unserem Patenkind Sengly und ihrer Schwester Sreratt.

Strahlende Gesichter empfangen uns

Nach unserer Schiffsreise von Indien nach Bangkok haben wir endlich den Flug nach Kambodscha angetreten. Im Hotel angekommen, haben wir unsere Ankunft im Plan-Büro bestätigt. Am nächsten Morgen pünktlich um 8 Uhr hat uns Mr. Tino an der Hotelrezeption abgeholt. Schon bei der Begrüßung stand eine sehr angenehme Aura im Raum.

Patenbesuch bei Sengly

Kaum in den Jeep eingestiegen, wurde von Mr. Tino das Notebook aufgeklappt und er vermittelte uns, was durch Plan in diesem Projektgebiet bereits ermöglichwurde. Unser erster Eindruck  war sehr positiv, der sich noch verstärkte, als wir bemerkten, dass Mr. Tino ein besonders engagierter Mitarbeiter mit viel Gefühl für die Bedürfnisse der Kinder und deren Familien ist. Wir waren auf den Weg von Siam Reap stadtauswärts zu unserer ersten Station, einem Kindergarten. Schon im Eingangsbereich und im Hof tummelten sich viele lächelnde, winkende, aufgeweckte Kinder. Wir betraten den Kindergarten, wo schon eine junge, nette Betreuerin mit ihrer Gruppe auf uns wartete. Alle bestaunten uns neugierig, manche etwas schüchtern. Im Anschluss bildeten die Kinder mit ihrer Betreuerin einen Halbkreis und sangen uns voller Inbrunst ein paar Lieder vor. Es war wirklich herzergreifend.

Nähmaschinen und Computerschule

Der Fahrer wartete bereits und brachte uns zur nächsten Station, wo Mädchen zwischen acht und vierzehn Jahren auf Zeitungen lernten gerade Linien zu ziehen und anschließend, auf der Nähmaschine uns stolz ihr Können vorführten. Dort waren die Mädchen aufgeschlossen und lustig; eine fragte sogar nach meinen Namen. Ich war verwundert wie gut sie ihn aussprechen konnte. Wir verteilten Schreibsets und verabschiedeten uns. Auch hier stellten wir fest, wie gut man die Jugendlichen beschäftigt. Weiter ging die Fahrt an einem gestifteten Jugendzentrum vorbei. Unser Ziel ist eine Computerschule. Für uns Europäer sozusagen schon etwas in der Wildnis gelegen. Mich faszinierte, dass alles wie in einem Großraum Büro installiert war. Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren waren ganz in ihren Lernprozess vertieft und horchten angestrengt ihren vortragenden Lehrer. Mein Lebensgefährte kommt aus der IT –Branche und war beeindruckt, mit welcher Akribie die Kinder auf der europäischen Tastatur versuchten, mittels eines gezeichneten Plans mit Khmer Schriftzeichen schreiben zu lernen. Im Khmer-Alphabet gibt es für jeden Buchstaben bis zu drei verschiedene Zeichen. Wir denken, dass dies nicht ganz einfach ist.

Treffen mit Ms. Liv

Unser Reisetrip führte uns weiter zum Plan Büro von Ankor Chum, wo die persönliche Betreuerin der Familie, Ms. Liv, bereits auf uns wartet. Ich kenne Sie bereits namentlich vom Briefverkehr mit Sengly. Wir sind erfreut, Sie persönlich kennen zu lernen. Wir erfahren, dasMs. Liv einmal im Monat die Familie besucht und alle drei Monate mit den Kindern ein Gespräch über die jeweilige Situation führt. Unser Weg führt noch einige Zeit über eine gut befestigte Sandstraße wir lassen unseren Blick über die Landschaft schweifen.  Es sieht aus wie in einer Savanne mit einige Sumpftümpel wo Kinder sich im Nass wälzen.

Über Stock und Stein

Es ist mittlerweile kurz vor Mittag und sehr warm geworden. Wir biegen nochmals ab und fahren weiter in das Landesinnere. Über Stock und Stein, die Straße besteht jetzt fast nur mehr aus Schlaglöchern und ist ausgewaschen. Wir passieren noch ein paar kleine Dörfer  und es ist schon zu sehen wie die Hütten einfacher werden. Wie weit mag es noch sein bis zu unseren Patenkind? Ah, ein Ruck und der Jeep bleibt unter einen Busch stehen. Wir blicken aus dem Auto, niemand zu sehen, nur ein Einfahrtsbereich mit Brunnen und ein kleines gemauertes Haus, dahinter eine Holzhütte.

Herzlicher Empfang

Ich steige aus, drehe mich um und sehe aufgestellt zur Begrüßung Sengly, ihre Mutter und ihren Großvater. Das strahlen in den Gesichtern lässt mein Herz höher schlagen, so eine freundliche Begrüßung haben wir nicht erwartetLangsam kommen noch ein paar Familienmitglieder. Mein Lebensgefährte ist auch ganz erstaunt und weiß zuerst nicht welche von den Mädchen Sengly ist. Ms. Liv stellt uns die Familie vor und wir gehen gemeinsam am Ziegelhaus vorbei zur Hütte der Familie. Dort stehen versammelt der Vater, die Tanten und Onkeln mit Nichten und Neffen in freudiger Erwartung.

Gemeinsames Picknick

Es wird eine Bastdecke unter der Hütte ausgerollt und ein paar Kissen aufgelegt. Wir nehmen Platz, betrachten uns gegenseitig und versuchen uns zu unterhalten. Ich kann den Blick nicht von Sengly nehmen, bin fasziniert von diesem hübschen, lebensfrohen Mädchen. Ja, überhaupt von diesen Menschen, die trotz der Lebensbedingungen so einen zufriedenen Eindruck auf uns machen freundlich und offen auf mich und meinen Lebensgefährten zugehen. Sengly‘s Vater beginnt mit dem Großvater Kokosnüsse aufzuschlagen und unser Patenkind teilt diese stolz aus. Es ist wirklich ein schönes Gefühl wie sie und ihre Familie um uns bemüht sind. Das Getränk ist erfrischend und schmeckt ausgezeichnet.

Zeit für Geschenke

Nun sind wir an der Reihe und übergeben unsere Geschenke an Sengly und ihre Schwester Sreratt. Ganz vorsichtig nehmen sie die Tüten mit Malbücher, Schreibutensilien und Süßigkeiten entgegen. Wir haben Armbänder mit ihren Namen darauf und Haarspangen mitgebracht, die Freude war groß. In Staunen versetzten aber Jung und Alt die Plüschbären,die auf Knopfdruck schnarchen können. Alle brachen in Gelächter aus, die Stimmung war von Beginn an sehr harmonisch und jetzt auch noch so fröhlich und ausgelassen. Wir hatten für alle Familienmitglieder ein kleines Geschenk dabei. Die Eltern waren hocherfreut über ihre Taschen mit Vienna-Aufdruck. Obwohl wir nachgefragt hatten, ob nun alle anwesend seien, bevor wir die letzten Schreibsets den Verwandten überreichten, kamen noch mehr Kinder hinzu. Leider hatten wir nun nichts mehr zum Verteilen. Wir versprachen noch etwas zu schicken.

Gemeinsame Erinnerungen

Später holte die Mutter die Geburtsurkunden der Familie und die Briefe, die Sie von uns bekommen hatten und zeigte uns alles ganz stolz vor. Wir schauten nochmals gemeinsam die Fotos an, die wir geschickt hatten, und Mr. Tino erklärte und übersetzte alles. Unser Patenkind und ihre Schwester schrieben auf meine Bitte hin ihren Namen auf meine Besucherinformation. Die schöne Erinnerung und den glücklichen stolzen Gesichtsausdruck der Mutter nehme ich mit nach Hause.

Wir kommen wieder!

Gegen Ende unseres Besuches durften wir auch noch den oberen Bereich der Hütte ansehen. Sengly zeigte uns, auf welcher Stelle sie schläft. Durch die Spalten des Bodens kann man die darunter liegenden Reissäcke sehen von Luxus keine Spur. Bei dieser Gelegenheit konnten wir nachfragen, was die Familie noch dringend benötigt. Der Mitarbeiter übersetzte und die Mutter wünschte sich für die Familie ein großes Moskitonetz, Seife, Zahnpaste, Zahnbürsten und Flip Flops für die Mädchen. Die Plan-Mitarbeiter haben sich bereiterklärt, alles zu besorgen und zur Familie zu bringen, obwohl der Weg dorthin weit und schlecht ist. Zu unserer Freude wissen wir, dass am nächsten Tag schon alles bei der Familie angekommen ist. Wir danken für die Unterstützung Ms. Liv und Mr. Tino. Nun war es an der Zeit an den Aufbruch zu denken. Es waren wunderschöne Stunden mit unvergesslichen Eindrücken. Wir machten noch ein paar Erinnerungsfotos, danach begleitete uns die Familie zum Auto. Eine herzliche Verabschiedung folgte und wieder haben alle gestrahlt so unglaublich. Der Jeep fuhr los und ich habe von der Rückseite des Autos noch ein letztes Foto gemacht. Sengly unser Patenkind dreht sich darauf als einzige noch einmal nach uns um; ich war happy! Bis zum nächsten Mal, - wir kommen sicher wieder!

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