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In der Projektregion Geita ist die Arbeit von Kindern im Goldbergbau verbreitet.
In der Projektregion Geita ist die Arbeit von Kindern im Goldbergbau verbreitet. © Erik Thallaug/Plan

Maßnahmen gegen Kinderarbeit in Tansania

In und um die Goldminen von Geita arbeiten viele Kinder im Kleinbergbau – manchmal bis zu 14 Stunden am Tag. Sie können nicht zur Schule gehen und sind einem besonders hohen Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Für die Kinder in Geita bedeutet dieses Leben einen Teufelskreis aus Armut und fehlender Bildung, dem sie kaum entkommen können. Wir von Plan International engagieren uns gegen Kinderarbeit und geben Mädchen und Jungen die Chance, wieder zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen.

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Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Geita

Projektlaufzeit:
April 2015 – April 2019

Ziel:

Mädchen und Jungen vor gefährlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit bewahren

Aktionen gegen Kinderarbeit:

  • Aufbau eines Netzwerks für den Kinderschutz
  • Rund 4.000 Kindern den Schulbesuch ermöglichen
  • Berufsausbildungen für 182 Jugendliche
  • Zugang zu Spargruppen für 5.000 Familien

      Was uns in Tansania erwartete

      Viele Kinder in Tansania arbeiten anstatt zur Schule zu gehen. Auf diese Weise tragen sie zum Einkommen ihrer Familien bei. 68 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut. In der Projektregion Geita ist die Arbeit von Kindern im Kleinbergbau zur Goldgewinnung verbreitet. Manche von ihnen besuchen nie eine Schule. Im Bergbau selbst arbeiten meist Jungen. Bei der gefährlichen Arbeit riskieren sie schwere Gesundheitsschäden und sogar ihr Leben. Der Einsatz von Chemikalien und die Gefahr von Mineneinstürzen sind ständig präsent. Mädchen sind vor allem in den Bars und Restaurants beschäftigt, die rund um die Minen entstehen. Dort arbeiten sie manchmal bis zu 14 Stunden am Tag und sind darüber hinaus einem besonders hohen Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Zwar verbietet das tansanische Gesetz, dass Kinder unter 18 Jahren schwerer und gefährlicher Arbeit nachgehen – die Realität sieht jedoch anders aus: 19 Prozent der Mädchen und 23 Prozent der Jungen zwischen fünf und 14 Jahren sind laut UNICEF von Kinderarbeit betroffen. Oft haben die Familien kaum alternative Einkommensquellen, die es ihnen ermöglichen, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

      Was Plan in Tansania gegen Kinderarbeit macht

      Seit 2012 engagieren wir von Plan uns in der Region Geita, um Kinder vor der gefährlichen und ausbeuterischen Arbeit in den Minen zu schützen. Mädchen und Jungen, die dort arbeiten, sollen im Rahmen des Projektes die Chance erhalten, wieder zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen. Rund 5.000 Familien stärken wir durch Einkommen schaffende Maßnahmen. Rund 244.000 Mädchen und Jungen aus 21 Bezirken profitieren von den Projektmaßnahmen, unter ihnen ca. 20.000 Kinder zwischen fünf und 18 Jahren, die in den Goldminen arbeiten. Das Projekt wird durch die Agence Française de Développement kofinanziert.

      Was wir bisher für den Projekterfolg getan haben

      Um den Schulbesuch von Mädchen und Jungen zu fördern,  die durch Kinderarbeit gefährdet sind, haben wir zwischen Mai und Oktober Schulmaterialien an 2.000 Mädchen und Jungen verteilt. 300 Kinder erhielten zusätzlich Schuluniformen. Zu den verteilten Materialien zählten neben Schulheften, Stiften und Schultaschen auch waschbare Binden, damit Mädchen während ihrer Periode die Schule besuchen können. Um die Schülerinnen und Schüler zusätzlich für Sportaktivitäten zu begeistern, nahmen im Oktober 192 Sportlehrkräfte an Schulungen teil, in denen sie sich mit motivierenden und geschlechtssensiblen Sportaktivitäten beschäftigten.

      Im Rahmen des Projektes verbessern wir auch die Kapazitäten der Vorschulen und schulen Erzieherinnen und Erzieher in Pädagogik und frühkindlicher Förderung. Ziel ist, dass Kinder, deren Eltern in den Minen arbeiten, eine Vorschule besuchen können und besser beaufsichtigt werden.

      Zwischen Mai und Oktober 2018 besuchten 214 Erzieherinnen und Erzieher Auffrischungskurse zu kinderfreundlichen Lehrmethoden und Kinderschutz. Zu den Themen zählten die gesunde Entwicklung von Kindern, Kinderpsychologie, die Betreuung von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen sowie die Einbindung der Eltern in die frühkindliche Förderung. 107 Vorschulen statteten wir mit Lern- und Spielmaterialien aus, darunter Springseile und Bälle, von denen insgesamt rund 4.180 Jungen und 5.820 Mädchen profitieren. Das Spielzeug fördert die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder und damit langfristig ihren späteren Schulerfolg.

      Seit Beginn des Projektes haben wir 37 Kinderschutzteams gegründet, die die Schutzstrukturen in den Gemeinden verbessern. Mit Hilfe von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie den Kinderschutzteams konnten zwischen Mai und Oktober insgesamt 1.005 Fälle von Kinderarbeit an die zuständigen Behörden gemeldet werden. 496 dieser Fälle betrafen Mädchen und 509 betrafen Jungen.

      Zwischen Mai und Oktober 2018 wurden der Polizei sowie den Jugend und Sozialbehörden im Distrikt Chato 169 Fälle von Gewalt und Kinderrechtsverletzungen gemeldet, darunter elf Vergewaltigungen, 69 körperliche Angriffe, sechs Körperverletzungen, 70 Teenager-Schwangerschaften sowie sieben Fälle von Kindesvernachlässigung. 65 Straftäter wurden verhaftet und 55 vor Gericht gebracht.

      Die Mitglieder der Kinderschutzteams berichten, dass inzwischen mehr Fälle von Kinderrechtsverletzungen gemeldet werden und dass vor dem Projekt die meisten Fälle im Verborgenen blieben. Um das Bewusstsein der Gemeinden für Kinderrechtsverletzungen und Kinderschutz noch weiter zu stärken, fanden zwischen Juli und Oktober 17 Informationsveranstaltungen statt. 6.550 Gemeindemitglieder nahmen daran teil und informierten sich über die Kinderschutzstrukturen in ihren Gemeinden, die negativen Folgen von Kinderarbeit und die Bedeutung von Schulbildung.

      Damit Jugendliche Zugang zu Aufklärungsangeboten in einem geschützten Rahmen haben, haben wir drei jugendfreundliche Beratungsstellen in bestehenden Gesundheitszentren eingerichtet. Hier erhalten Mädchen und Jungen Informationen zu sexueller Gesundheit, reproduktiven Rechten und Familienplanung. Auch Mädchen, die frühzeitig schwanger werden, erhalten hier Unterstützung.

      Zwischen Mai und Oktober 2018 nahmen 233 Gesundheitshelferinnen und -helfer sowie Sozialarbeitende an Schulungen teil, in denen sie sich mit sexueller und reproduktiver Gesundheit und der Beratung von Jugendlichen beschäftigten. Um die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen zusätzlich zu unterstützen, verteilten wir 56.600 Broschüren mit Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Kinderschutz an den Projektschulen.

      Seit Projektbeginn wurden insgesamt 174 Spargruppen für Erwachsene mit 4.437 Mitgliedern und 31 Spargruppen mit 310 Jugendlichen gegründet. Die Spargruppen ermöglichen es den Familien, Guthaben anzusparen und kleine Kredite für Investitionen zu erhalten. 2.100 Spargruppenmitglieder nehmen zudem an Einkommen schaffenden Maßnahmen teil, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder Geflügelzucht.

      Anpassung der Projektaktivitäten

      Das Projekt erhält weiterhin viel Unterstützung von den Projektpartnern, der Regierung und den zuständigen Behörden. Weil einige Aktivitäten später umgesetzt wurden als ursprünglich geplant, wurde das Projekt um sechs Monate bis April 2019 verlängert. Das Budget für die Projektaktivitäten bleibt unverändert. Während der gesamten Laufzeit finden regelmäßige Treffen aller beteiligten Partner statt, um sich über die Projektfortschritte sowie mögliche Herausforderungen auszutauschen.

      Projektberichte

      Exemplarische Projektkosten

      20 EUR:
      Schulmaterialien für eine ehemalige Minenarbeiterin oder Minenarbeiter

      203 Euro:
      Bücher und Spielzeug für einen Kindergarten

      261 Euro:
      Schulung eines Polizisten in Kinderschutz

      Ihre Hilfe kommt an!
      • Projektausgaben (80,91%)
      • Werbeausgaben und Öffentlichkeitsarbeit (14,04%)
      • Verwaltungsausgaben (5,05%)
      • DZI Spendensiegel
      • TÜV NORD
      • Beste Website des Jahres 2016 in der Kategorie Wohltätigkeitsorganisationen
      • Transparenzpreis von PricewaterhouseCoopers 2012
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