Ruanda ist eines der kleinsten und zugleich am dichtesten besidelten Länder Afrikas.
Ruanda ist eines der kleinsten und zugleich am dichtesten besidelten Länder Afrikas. © Plan/Alf Berg

Ruanda im Überblick

Ruanda liegt in Zentralafrika südlich des Äquators und gehört zu den kleinsten und zugleich am dichtesten besiedelten Ländern des Kontinents. Das Binnenland wird auch das „Land der tausend Hügel“ genannt, da besonders der Nordwesten aus einer hügeligen Berglandschaft besteht. Im Westen, an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, liegt der große Kivu-See. Es herrscht tropisches Hochlandklima.

Einwohner 11,8 Mio. (Deutschland: 82,7 Mio.)
ø Lebenserwartung 64 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit* 52 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
BNE** pro Kopf 620 USD (D: 46.100 USD)
Alphabetisierungsrate*** Frauen 78 %, Männer 77 %
Landesfläche 26.340 qkm, (D: 357.050 qkm)
Hauptstadt Kigali
Landessprachen Kinyarwanda, Englisch, Französisch
Religion Christentum (95 %), Islam
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF-Report 2015, UNDP „Bericht über die menschliche Entwicklung 2015“, Auswärtiges Amt

Geschichte

Im 15. Jahrhundert wanderte das Hirtenvolk der Tutsi in das heutige Gebiet Ruandas und vermischte sich mit den dort lebenden Hutu. Mit der Entwicklung des Staates bildete sich eine herrschende Elite von Tutsi-Viehbesitzern heraus. 1884 fiel das Gebiet unter deutsche Kolonialherrschaft, nach dem Ersten Weltkrieg unter belgische. Die Tutsi wurden systematisch als herrschende Schicht unterstützt. Ab 1959 führte dies zu Auseinandersetzungen. 1962 wurde Ruanda unabhängig und in den Folgejahren gab es vermehrt Massaker an der Tutsi-Bevölkerung. 1990 brach ein Bürgerkrieg aus, der sich nach drei Jahren zunächst wieder beruhigte. Doch 1994 wurde mit dem Abschuss des Flugzeugs des Präsidenten Juvénal Habyarimana ein Völkermord ausgelöst. In drei Monaten wurden bis zu eine Million Tutsi und oppositionelle Hutu getötet. Wirtschaft und Infrastruktur Ruandas brachen vollkommen zusammen.

Situation heute

Der Völkermord, die massenhafte Vertreibung und die spätere Rückkehr von etwa 3,8 Millionen Flüchtlingen haben Ruandas Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Große Teile der Bevölkerung sind noch immer traumatisiert. Trotz bedeutender wirtschaftlicher Erfolge seit dem Genozid lebt der Großteil der Bevölkerung weiterhin in Armut. Die Präsidentschaftswahl 2010 gewann Paul Kagame zum zweiten Mal in Folge. Mit einem Anteil von 55 Prozent sind in Ruandas Parlament weltweit die meisten Frauen vertreten. Das Land hat eine der höchsten Bevölkerungsdichten in Afrika. Fast 50 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt.

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