Faszination Seifenblasen: Unser Geschenk war ein Volltreffer, der Marrion und ihre Freunde begeistert hat.
Faszination Seifenblasen: Unser Geschenk war ein Volltreffer, der Marrion und ihre Freunde begeistert hat.

Zu Gast in Marrions "Welt"

Vor zwei Jahren ging mit meinem Plan-Patenkind Marrion aus Kenia ein großer Wunsch in Erfüllung und letztes Jahr reifte in mir der Entschluss, dieses Patenkind noch vor seinem 6. Geburtstag am 2.2.13 auch persönlich kennenzulernen. So buchten mein Mann und ich vom 19.-28.1. eine Rundreise durch einen Teil Kenias, um Marrions „Welt“ schon vorab ein wenig zu erkunden und mit Hilfe von Herrn Bath von Plan Deutschland konnten wir mit den Plan-Mitarbeitern in Kenia einen Besuchstermin bei Marrion an unserem letzten Urlaubstag vereinbaren.

Patenbesuch bei Marrion

Pünktlich am Morgen fuhr der uns zur Verfügung gestellte Bus vor unserem Hotel in Nairobi vor und nach fast einer Stunde Fahrzeit in nordöstlicher Richtung stieg Eliud unser persönlicher Guide zu, mit dem wir unterwegs noch einige Lebensmitteleinkäufe für Marrions Familie und Nachbarn tätigten. Eliud konnte uns auch viele Fragen zu den persönlichen Lebensumständen von Marrion und dem Plan-Projekt in Kenia beantworten und je näher wir unserem Bestimmungsort kamen, desto mehr stieg die Aufregung, was uns erwarten würde.

Schulbesuch und herzlicher Empfang

Zuerst besuchten wir Marrions alte Schule. Alte Schule deshalb, weil Marrion, wie wir jetzt erfahren, vor kurzem nach Nairobi in eine „bessere“ Schule gewechselt hat und seither bei ihrer dort arbeitenden Mutter untergebracht ist. Die schulfreie Zeit verbringt sie nach wie vor mit ihrem kleinen Bruder bei den Großeltern, die bisher ihre Hauptbezugspersonen waren. Bei der Schule wurde unser Bus sofort von einer Kinderschar umringt, die uns unbedingt anfassen und uns die Hände schütteln wollte.

Begrüßungslieder und Seifenblasen

Der Headteacher führte uns in sein Büro und nach einem kurzen Briefing und einer Eintragung in das Besucherbuch der Schule wurden wir in Marrions Klassenraum gebracht, wo uns ihre ehemaligen Schulkameradinnen und -kameraden mit einem Lied begrüßten. Die mitgebrachten Seifenblasen waren die Attraktion vor Gummitwist, Bällen, Springschnur, Frisbee und Buntstiften. Das Plan-Projekt, ein 175 m tiefer Brunnen mit solarbetriebener Pumpe für sauberes Trinkwasser für die Schule, das uns voller Stolz präsentiert wurde, hat uns den entsprechenden Respekt abgenötigt. Die Rinnen für die Pipelines sind schon angelegt, neue Latrinen in Bau und ein paar Klassenräume sollen auch erneuert werden. Die Kinder hier gehen gerne zur Schule und nehmen dafür auch Wege bis zu 5 km und mehr in Kauf.

Marrion und ihre Familie

Nach dem Schulbesuch wurden wir dann zu Marrion und ihrer Familie gebracht, und wir waren wieder erstaunt, dass wir mit dem Wagen überhaupt durch das Gelände kamen und der Fahrer uns ohne die Orientierung zu verlieren, denn Straßen oder Markierungen waren keine zu sehen, in kurzer Zeit in Kathukini A village, das auf keiner Karte zu finden ist, absetzte. Marrions große Familie und Nachbarn waren zu unserem Empfang aufgereiht und die Begrüßung war sehr herzlich, vor allem als ich zu ihrer Überraschung mein Patenkind unter den anwesenden Kindern sofort herausfand, was für mich nicht sonderlich schwer war, weil fast alle Kinder außer „meiner“ herausgeputzten Marrion Schuluniformen trugen. Leider war diese selbst mit der Situation einigermaßen überfordert und verhielt sich sehr skeptisch und entsprechend zurückhaltend, woran weder Teddy noch T- oder Sweatshirt, sondern erst die Seifenblasen etwas ändern konnten. Die wurden gleichermaßen von Groß und Klein in die Luft geschickt.

Kennenlernen beim gemeinsamen Mittagessen

Nach einer namentlichen Vorstellrunde trugen uns die Schulkinder und vier von den Frauen Lieder auf Kikamba und Englisch vor und dann durften wir uns am gemeinsamen Mittagessen gütlich tun, wo wir uns natürlich durch alle Speisen durchkosten mussten. Nach dem Essen wurde das mitgebrachte Memory Spiel aufgelegt und ebenso turbulent und fröhlich in Angriff genommen, wie der Gummi-Twist. Beides wurde ungeachtet der herkömmlichen Spielregeln halt auf kenianisch gespielt.

Ein Korb als Andenken

Marrions Großmutter überraschte mich dann mit einem handgearbeiteten Korb als Geschenk, der in Kenia Kyondo genannt wird und meine große Freude war auch die ihre und wurde von Eliud auf einem Foto festgehalten. Auch einige offizielle Fotos wurden geschossen, einmal mit der großen Familie, einmal mit den engsten Familienmitgliedern, zu denen wir damit aufgestiegen waren, bevor es ans Abschiednehmen ging.

Abschied im Wien-Sweater

Im Bus zurück nach Nairobi, mit dem auch Marrion, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder mitfuhren, war dann das Eis zwischen ihr und mir schon endgültig geschmolzen. Zwischen meinem Mann und mir sitzend schlief sie schon nach kürzester Zeit fest an mich gelehnt ein, den Teddy an sich gepresst, dicke Schweißperlen auf der Stirn, weil sie sich weder von dem Wiener T-Shirt noch dem Sweater (alles über ihre eigene Bluse angezogen) hatte trennen können und nach dem Aufwachen und einem großen Schluck aus der Mineralwasserflasche bekam ich das versprechen, dass sie mir mit den neuen Buntstiften ein schönes Bild malen und schicken würde.

Meine beste Entscheidung

Nach diesem Besuch in Kenia bin ich noch überzeugter, dass mein Entschluss für ein PlanPatenkind eine meiner besten Entscheidungen war und ich hoffe, dass ich Marrion noch lange begleiten und sie und ihre ganze große Familie vielleicht in ein paar Jahren noch einmal wiedersehen kann.

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