In alternative Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter.
In alternative Initiationsriten geben die Mütter ihr Wissen an ihre Töchter weiter.

Mädchen vor Beschneidung schützen

Guinea gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate weiblicher Beschneidungsopfer weltweit: Laut offizieller nationaler Erhebungen sind 96 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Die nationale Gesetzgebung verbietet zwar Genitalverstümmelung, wird aber bisher nicht umgesetzt. In unserem Folgeprojekt tragen Aufklärungsarbeit, Dialogveranstaltungen und alternative Initiationsriten dazu bei, dass mehr Mädchen vor der Verstümmelung geschützt werden und dass sich mehr Gemeinden bereit erklären, mit diesem gewaltvollen Ritus zu brechen.

Plan hat in Guinea bereits von 2007 bis 2009 ein Projekt zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung umgesetzt, das sehr erfolgreich war und in dessen Folge elf Gemeinden die grausame Praxis abgeschafft haben. Auf diesen Erfahrungen wird Plan aufbauen. Um weitreichende Bewusstseins- und Verhaltensänderungen zu bewirken, die zu einer Aufgabe der weiblichen Beschneidung führen, setzt Plan in 50 Gemeinden der Programmgebiete Kissidougou und Gueckedou Aufklärungsveranstaltungen um. Diese Maßnahmen erreichen ca. 208.500 Einwohner. 600 Mädchen zwischen fünf und 18 Jahren durchlaufen alternative Initiationsriten, durch die sie in die Gesellschaft der Frauen aufgenommen werden. Auf politischer Ebene setzt sich das Kinderhilfswerk intensiv dafür ein, dass das Verbot der Beschneidung auf allen Ebenen umgesetzt wird.

Aufklärung und Beratungsangebote in den Gemeinden

In vielen Gemeinden wird immer noch für die weibliche Genitalverstümmelung argumentiert, denn sie stellt nach gesellschaftlicher Auffassung einen wichtigen Teil der weiblichen Initiationsriten dar. So sichere die Beschneidung beispielsweise die Jungfräulichkeit und bessere Heiratschancen für die Mädchen. Viele Menschen glauben auch, dass sie ein wichtiger Bestandteil der Religion sei. Unbeschnittenen Mädchen und ihren Familien wird daher große gesellschaftliche Ächtung zuteil. Nicht selten werden sie vom öffentlichen Leben vollständig ausgegrenzt.

Plans Aufklärungsveranstaltungen zielen auf die gesamte Gemeinde und insbesondere auf traditionelle Autoritäten und Meinungsführer. In Schulungen wird über die schweren gesundheitlichen und seelischen Folgen der Beschneidung informiert. Es wird dabei mit Gesetzestexten und religiösen Schriften gearbeitet, die verdeutlichen, dass der Ritus der Beschneidung nicht religiös gefordert wird und dass er zudem per Gesetz verboten ist. Nicht praktizierende Familien sollen gestärkt und vor gesellschaftlicher Ablehnung bewahrt werden. Für betroffene Mädchen und Frauen werden Beratungsangebote und Austauschtauschtreffen geschaffen. Dabei lernen die Teilnehmerinnen auch, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen und anzuerkennen.

Alternative Initiationsriten

Die Beschneidung von Mädchen ist immer in einen bedeutenden traditionellen Initiationsritus eingebunden. Um weiterhin einen Ritus zu erhalten, der die Mädchen in die Gesellschaft aufnimmt, ohne dass sie dabei verstümmelt werden, finden in den Gemeinden Alternativen zur traditionellen Beschneidungszeremonie statt. 600 unbeschnittene Mädchen durchlaufen in Begleitung von 100 Müttern diesen alternativen Initiationsritus. Die positiven Aktivitäten des Ritus bleiben dabei erhalten. So kommen die Mädchen in Gruppen zusammen und verbringen gemeinsam einige Tage in Abgeschiedenheit. Die Mütter begleiten sie dabei und geben in dieser Zeit ihr Wissen an die Töchter weiter. Sie klären sie beispielsweise auf über sexuelle Gesundheit, Schwangerschaft, Ehe, Familienplanung und HIV. Gemeinsames Singen und Tanzen begleiten die Zeremonie, die mit einem großen Festmahl, an dem die gesamte Gemeinde teilnimmt, beendet wird.

Weitere Informationen zum Projekt „Mädchen vor Beschneidung schützen“ finden Sie in unserem Zwischenbericht.

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